12.11.2019 | 09:58 Uhr So ärgern sich Sachsen über Funklöcher

MDR SACHSEN hat über die Pläne der Bundesregierung berichtet, die mehr als 5.000 Funkloch-Regionen in Deutschland zu stopfen. Eine Karte zeigt, wie groß das Problem im Land ist. Betroffene berichten per Mail und Facebook, was sie besonders ärgert.

Ein junger Mann telefoniert mit einem Mobiltelefon
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Wolfgang Schlappa wohnt seit sieben Monaten in Lichtenstein und stellt fest:
"Hier in Sachsen ist der Empfang oftmals besser als im Westen. Grundsätzlich sind die Provider in Deutschland nur am Profit interessiert. Netzabdeckung ist in ganz Deutschland eine Katastrophe. Vergleicht man nur das europäische Ausland, so ist in allen anderen Ländern für weit weniger Geld, eine viel bessere Netzabdeckung. Besonders in Gebieten, wie Wälder, Naturparks oder Gebirge, kann man in anderen Ländern Notrufe absetzen. In Deutschland ist man in solchen Gebieten oft hoffnungslos verloren."

Kerstin Walther aus Dresden ärgert sich über Funklöcher beim Bahn fahren:
"Mit dem Zug von Dresden nach Norddeutschland fahren ist eine Odyssee (...). Sobald ich mit dem Zug die sächsisch-brandenburgische Ländergrenze überfahre, bin ich im Dunkelnetzland. Erst in Berlin habe ich wieder Empfang. Von da aus weiter, raus aus dem Speckgürtel und schon wieder Dunkelnetzland! Außer auf großen Bahnhöfen mit Telekom-WLan gibt es keinen Empfang und das bis Wismar! Bis dahin musste ich den Akku zwei Mal aufladen, weil er sich bei der Netzsuche entladen hat.
Wenn ich von Dresden nach Altenberg fahre, ist es genauso. Kein Empfang außerhalb von Ortschaften und innerorts auch nur H- oder E-Empfang. Selbst von Dresden nach Sebnitz gibt es stellenweise nicht mal H oder E. Rund um Stolpen ist nicht mal Telefonempfang. In Tschechien habe ich supertolles Netz, sogar in Hrensko an der Elbe. Nur in Hrensko selbst, zwischen den Felsen, nicht."

Monika Hänsel schreibt via Facebook:
"Zum Glück hab ich ja noch Festnetz, aber wenn mich hier zu Hause jemand auf dem Handy anruft, ist es zappenduster."

Heike Wolf vergleicht den Handyempfang in Sachsen mit Griechenland:
"Ich habe in jeder abgelegenen Schlucht auf meiner griechischen Lieblingsinsel Kreta besseren Handy-Empfang, als hier im hochgelobten 'Technologiestandort' Deutschland. Da, wo alle 'gut und gerne (analog) leben'".

Hier sehen sie die Funklöcher bundesweit

Klaus Peter Nell berichtet bei Facebook:
"Beim Fußball erlebst du es immer wieder: Kein Anruf nach Hause möglich. Mit dem Navi Probleme. Aber dann 5G ausbauen. Sollen erst einmal das alte hinbekommen. Das ist wie mit dem Berliner Flughafen, Kreditkartennutzung usw. Im Erzählen ist Deutschland allen voraus. Doch leider nur mit Märchen."

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm im MDR MDR FERNSEHEN | 11.11.2019 | 16:40 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 10:00 Uhr

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