28.01.2020 | 21:56 Uhr Freie Kameradschaft Dresden: Mitglieder fechten Haftstrafen an

Sechs mutmaßliche Mitglieder der Freien Kameradschaft Dresden sitzen am 13.09.2017 in Dresden (Sachsen) vor Beginn des Prozesses neben ihren Anwälten in einem Gerichtssaal des Landgerichtes.
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Die vom Landgericht Dresden verurteilten Mitglieder der rechtsextremen Gruppe "Freie Kameradschaft Dresden" haben Berufung gegen ihre Haftstrafen eingelegt. Wie ein Gerichtssprecher am Dienstag mitteilte, hat zudem die Generalstaatsanwaltschaft Revision im Fall des mutmaßlichen Rädelsführers beantragt. Damit sind alle sechs Verurteilungen vom 17. Januar nicht rechtskräftig und müssen vom Bundesgerichtshof geprüft werden.

Dank langer U-Haft auf freiem Fuß

Eines der mutmaßlichen Mitglieder der ''Freien Kameradschaft Dresden'' wird in Handschellen von den Justizbeamten in den Gerichtssaal des Landgerichtes gebracht.
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Das Landgericht hatte gegen die fünf Männer und eine Frau Freiheitsstrafen zwischen 34 Monaten und sechs Jahren verhängt. Bei der längsten Haftzeit war eine Vorstrafe berücksichtigt worden. Dieser Angeklagte sitzt auch als einziger noch im Gefängnis, die anderen sind bereits wieder auf freiem Fuß. Sie haben ihr Strafmaß durch die Untersuchungshaft bereits komplett oder zum größten Teil verbüßt.

Schnell radikalisiert und gewalttätig geworden

Der Schuldspruch gegen die sechs Angeklagten im Alter zwischen 25 und 31 Jahren lautete auf Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, schweren Landfriedensbruch, gefährliche Körperverletzung und Sprengstoffexplosionen. Das Gericht ging davon aus, dass die "Freie Kameradschaft Dresden" nicht von Anfang an auf Gewalt aus war, sich aber nach ihrer Gründung im Juli 2015 schnell radikalisiert und wiederholt Gewalttaten gegen Ausländer, Andersdenkende und Polizisten verübt hatte. Ihre Motive seien dabei Fremdenfeindlichkeit und Rassismus gewesen. So hatten sie sich 2015 an rechtsextremen Krawallen vor einer Flüchtlingsunterkunft in Heidenau beteiligt und sollen ein linksalternatives Wohnprojekt in Dresden angegriffen haben.

Ein Prozess gegen weitere Mitglieder der Kameradschaft läuft noch. Andere Verfahren sind bereits abgeschlossen.

Quelle: MDR/stt/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 28.01.2020 | 19:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 28. Januar 2020, 21:56 Uhr

4 Kommentare

BorninGDR vor 3 Wochen

Dem tiefen Staat glauben wir alles.
Die Fragen welche wir hier nicht beantwortet bekommen und ggf.
nicht einmal stellen dürfen ist doch die der Verstrickung staatlicher Organe..

Anita L. vor 3 Wochen

Was hat das mit dem Artikel zu tun?

Eulenspiegel vor 4 Wochen

Also ich denke das ist ihr gutes Recht nochmal ein bisschen ausgesiebte Luft atmen und nach dem nächsten Gerichtsurteil wird die Luft wieder gesiebt.

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