Möglicher Käufer zugelassen Bundeskartellamt: Schweizer Firma darf Weiße Flotte übernehmen

Protest Dampfschiffahrt Dresden - Mitarbeiter haben sich auf einem Dampfer versammelt
(Archivbild) Bildrechte: Roland Halkasch

Die Schweizer United Rivers AG aus Basel darf die insolvente Sächsische Dampfschiffahrt GmbH (SDS) übernehmen. Wie eine Sprecherin des Bundeskartellamtes am Dienstag mitteilte, wurde der mögliche Erwerb durch die Behörde erlaubt. Damit sind die Voraussetzungen für eine Übernahme des Dresdner Traditionsunternehmens geschaffen. Zu weiteren Details will sich das Unternehmen bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen in Dresden äußern.

Drei Interessenten für die SDS

Insgesamt soll es drei Bieter für die Weiße Flotte aus Dresden geben. Die United Rivers AG wurde dabei dem Bundeskartellamt am 25. August als Prüffall zum "Erwerb der Vermögensgegenstände" der Sächsischen Dampfschiffahrts GmbH und deren Tochterunternehmen gelistet.

Nach Angaben des Kartellamtes hat sich das Schweizer Unternehmen im Vorfeld bereits mit dem Freundeskreis der Weißen Flotte in Verbindung gesetzt, um das Konzept für eine mögliche Übernahme zu präsentieren. Dieses sei "äußerst vielversprechend", hieß es. Die Schweizer Firma unter Geschäftsführer Robert Straubhaar hat nach eigenen Angaben weltweit 100 Schiffe im Einsatz und beschäftigt rund 3.000 Mitarbeiter.

Positive Reaktionen aus dem Rathaus

Die SPD-Fraktion in Dresden begrüßte unterdessen die Entscheidung des Kartellamtes. Straubhaar stehe einem Unternehmen vor, das in ganz Europa Flusskreuzfahrten anbiete und auch die Köln-Düsseldorfer Deutsche Rheinschiffahrt betreibe, so SPD-Politiker Stefan Engel.  "Der Zuschlag für einen erfahrenen Anbieter ist der richtige Schritt. Das Konzept der Dampfschiffahrt auf der Elbe muss behutsam weiterentwickelt werden."

Die Sächsische Dampfschiffahrt hatte Anfang Juni 2020 Insolvenz anmelden müssen. Niedrigwasser in den Vorjahren, die coronabedingte Stilllegung der Elbeschifffahrt und unternehmerische Fehlentscheidungen hatten zur Zahlungsunfähigkeit geführt.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.09.2020 | ab 17:30 Uhr in den Nachrichten

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