Zukunft der Dresdner Raddampfer Mehrere Interessenten für Sächsische Dampfschiffahrt

Die "Dresden" der Sächsischen Dampfschiffahrt liegt festgemacht am Elbufer.
Eine Ausfahrt mit einem der neun historischen Raddampfer gehört zu den touristischen Höhepunkten eines Dresden-Besuchs. Auch viele Einheimische gehen gerne an Bord. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Die seit Anfang Juni insolvente Sächsische Dampfschiffahrt GmbH (SDS) sieht sich der Lösung ihrer Probleme einen Schritt näher. Das Unternehmen teilte mit, seit Anfang der Woche gebe es "drei qualifizierte Angebote seriöser Investoren" aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nähere Angaben wurden unter Verweis auf Geheimhaltung nicht gemacht. Nach Angaben des Freundeskreises der Sächsischen Dampfschiffahrt sind auch weitere Interessenten im noch laufenden Bieterverfahren. Laut Geschäftsführung beziehen sich Konzepte und Angebote der ausgewählten Bewerber auf die gesamte Gruppe inklusive der Tochterfirmen und sehen deren Fortführung vor.

Verein kämpft für Dampfschiffahrt in öffentlicher Hand

Die Mitarbeiter wurden bereits am Dienstagabend über den aktuellen Stand informiert. Der Verein "Weiße Flotte Dresden - Freunde der Sächsischen Dampfschiffahrt" fürchtet, dass diese bei einem Zuschlag an den oder die Meistbietenden zerschlagen wird. Er sammelt seit zweieinhalb Wochen Geld, um die SDS zu erwerben und in der Heimat zu erhalten. "Die Entscheidung ist ja noch offen, und wir sind im Bieterverfahren mit drin", gibt sich Vizevorsitzende Nicole Scholze zuversichtlich. Beim aktuellen Spendenstand lässt sich der Verein aber nicht in die Karten schauen. Laut Scholze, selbst Fachanwältin für Insolvenzrecht, geht es um ein Kulturgut. Das Thema sei für viele Herzenssache wie damals der Wiederaufbau der Frauenkirche, meint sie.

Der im Herbst 2019 gegründete Freundeskreis will, dass die Weiße Flotte in ihrer Heimat in öffentliche Hand kommt. "Wenn Staat und Anrainergemeinden der Elbe das nicht machen und danach sieht es momentan aus, sollte sie gemeinnützig in der Region gehalten werden." Das ginge in Form einer Stiftung oder einer gemeinnützigen Gesellschaft. 100.000 Euro sollen in einem Crowdfunding-Projekt zusammenkommen.

Aktuell gute Auslastung der Ausflugsfahrten

Die nach zwei Niedrigwasser-Perioden in die roten Zahlen gerutschte SDS ist seit Juni in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Der Geschäftsbetrieb wird weitergeführt. Eigentümer der GmbH & Co. KG sind knapp 500 Kommanditisten mit unterschiedlichen Anteilen, der Freistaat ist mehrheitlich an der GmbH als persönlich haftender Gesellschafter beteiligt. Das operative Geschäft führt die Kommanditgesellschaft. Die Flotte besteht aus neun zwischen 1879 und 1929 gebauten historischen Raddampfern sowie zwei modernen Fahrgastschiffen. Kleinere Fahrgastschiffe hatte das Unternehmen in den zurückliegenden Jahren abgestoßen.

Nach Angaben des Schifffahrtsunternehmens liegen die aktuellen Buchungszahlen trotz Corona über denen des Vorjahreszeitraums. Im Sommer 2019 mussten wegen Niedrigwasser viele Fahrten ausfallen.

Quelle: MDR/dpa/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.08.2020 | 17:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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