12.02.2020 | 18:07 Uhr Schiffsrumpf steckt an deutsch-tschechischer Grenze fest

Schiffskoloss auf der Elbe
Der Schiffsverbund soll am Donnerstag seine Fahrt elbabwärts fortsetzen. Bildrechte: Lutz Peschel

Ein 86 Meter langer und zwölf Meter breiter Schiffstorso wartet seit Tagen an der deutsch-tschechischen Grenze auf seine Weiterfahrt. Das Schubschiff samt Torso ist Richtung Niederlande unterwegs. Sturm "Sabine" hat die Reise in dieser Woche erschwert. Am Donnerstag soll die Fahrt fortgesetzt werden.

Transport mit Hindernissen

Der Koloss wartete seit Juni in der Werft im tschechischen Lovosice auf seinen Abtransport. Durch die anhaltende Trockenheit im vergangenen Jahr waren die Pegelstände zu niedrig, um mit dem Koloss über die Elbe zu fahren. Erst in der vergangenen Woche führte die Elbe genug Wasser mit sich. Der Dresdner Kapitän Lutz Peschel machte sich mit seinem Schubschiff "Edda" auf den Weg, um den Torso nach Magdeburg zu begleiten.

Der 57-Jährige verfügt über die nötige Schiffsführer- und Streckenpatente für den Abschnitt vom nordböhmischen Lovosice nach Magdeburg. "Das haben nicht viele", so Peschel stolz. Doch kurz nachdem sich die Crew auf den Weg Richtung Dresden machte, musste die Fahrt gestoppt werden. Sturmtief "Sabine" hatte die Region erreicht. "Wir dürfen nur bis zu einer Windstärke von 20 Kilometern pro Stunde fahren", so Peschel.

Abschnitt besonders anspruchsvoll

Schiffskoloss auf der Elbe
Zahlreiche Brücken, eine enge Fahrrinne und viele Kurven machen den Streckenabschnitt zwischen der deutsch-tschechischen Grenze und Dresden besonders anspruchsvoll. Bildrechte: Lutz Peschel

Laut Peschel ist der Abschnitt von der deutsch-tschechischen Grenze nach Dresden besonders anspruchsvoll. "Die Fahrrinne ist sehr eng und die Elbe in der Sächsischen Schweiz sehr kurvenreich", erklärt der Schiffskapitän. Die größte Schwierigkeit seien aber die Dresdner Brücken. Besonders unter der Albert- und Marienbrücke passe der Schiffsverbund nur schwer durch. "Die Höhe ist ein großes Problem", gibt Peschel zu bedenken. "Man hat halt nur einen Versuch. Da muss dann schon alles passen."

Die Weiterfahrt nach Magdeburg wird ungefähr drei Tage dauern, so Peschel. Danach übernimmt ein anderer Kapitän. Damit ist die Sondermission für den Dresdner aber noch nicht abgeschlossen. Denn in der tschechischen Werft wurden gleich zwei Schiffslader gefertigt. Jeder Koloss kann eine Fracht von rund 2.500 Kubikmetern befördern. Wann die Fahrt hier beginnt, sei allerdings noch nicht geklärt.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 13.02.2020 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2020, 18:07 Uhr

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