Skiweltcup
Bildrechte: MDR/Viktoria Franke

Wintersport Schnee-Recycling für Dresdner Ski-Weltcup

Der zweite Dresdner Ski-Weltcup soll am kommenden Wochenende Sportler und Besucher in die Landeshauptstadt locken. Damit die Sportler überhaupt genug Schnee haben, sammeln die Organisatoren den Schneeabrieb aus der Eishalle in Dresden. Gleichzeitig produzieren Schneemaschinen am Flughafen Dresden im Hochbetrieb die weißen Kristalle zum Skifahren.

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Wintersport ohne Schnee ist unmöglich. Zwar kündigen Meteorologen für die nächsten Tage starke Schneefälle an. Weil Wetter jedoch bekanntlich nicht langfristig berechenbar ist, haben die Organisatoren des Dresdner Ski-Weltcups schon lange vorgesorgt. Rund 100 Kubikmeter Eisabrieb von der Eisbahn der EnergieVerbund Arena sollen helfen die Schneedecke zu sichern: „Ich habe beim Schlittschuhlaufen mit meinen Kindern diesen großen Schneehaufen neben der Bahn gesehen und beim Eigenbetrieb Sportstätten Dresden angefragt, was es damit auf sich hat und ob wir diesen Schnee für den Ski-Weltcup Dresden nutzen könnten", sagte Ski-Weltcup Organisator René Kindermann. Daraufhin sei eine Kooperation zwischen der Dresdner Eisschnelllaufbahn und dem Ski-Weltcup entstanden. Am Dienstag stellten die Organisatoren ihr Konzept mit einem Container voll Schneeabrieb vor.

Schneekristalle finden zweite Verwendung

Doch was ist eigentlich Schneeabrieb? Durch die scharfen Kufen der Schlittschuhe entstehen lose Eiskristalle auf der Eisfläche. Bei jeder Eispflege werden die Kristalle von der Eisfläche gehobelt und diese anschließend mit Wasser aufbereitet. Danach ist die Eisfläche wieder ganz glatt. Laut den Organisatoren fallen am Tag etwa 15 Kubikmeter Eisabrieb allein auf der Eisschnelllaufbahn im Freien an. Normalerweise wird der Abrieb gelagert und taut je nach Witterung weg. Jetzt werden die Schneekristalle sozusagen recycelt. "Mit dem Ski-Weltcup findet der Abrieb eine neue Verwendungsform für die internationale Skistrecke am Königsufer", sagte Kindermann.

Stadt begrüßt Kooperation

Die Stadt Dresden begrüßt die Kooperation: "Ich freue mich über den Synergieeffekt, dass wir mit unserem Eisabrieb, der automatisch bei jeder Eispflege anfällt, den Weltcup unterstützen können", sagte Ralf Gabriel, Leiter Eigenbetrieb Sportstätten Dresden. Bereits bei der Premiere des Weltcups im vergangenen Jahr sei eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Stadt und Skiweltcups entstanden.

Non-Stop-Schneeproduktion am Flughafen

Weil der Schneeabrieb für die 800-Meter-Strecke am Elbufer jedoch keineswegs ausreicht, lassen die Organisatoren bereits seit über vier Wochen 24 Stunden täglich Schnee produzieren. "Die von TechnoAlpin entwickelte Technologie schießt seit dem 5. Dezember den für den Ski-Weltcup Dresden benötigten Schnee", sagte Kindermann. Der zu 100 Prozent grüne Strom stamme von der Drewag, das Wasser aus dem Regen-Sammelbecken vom Dach des Flughafens. Zudem würde die Schneemaschine durch eine Pumpe ressourcenschonend arbeiten. Am Donnerstag soll der Schnee dann an das Elbufer auf die Weltcupstrecke transportiert werden.

Quelle: MDR/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 08.01.2019 | ab 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 08. Januar 2019, 19:00 Uhr

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