Neues Bildungskonzept Nach einem Jahr mehr Schüler an Universitätsschule Dresden

Die Universitätsschule Dresden.
Das Schulgebäude stammt noch aus DDR-Zeiten, aber darin lernen Kinder nach neuen wissenschaftlichen Methoden. Bildrechte: dpa

Die Verantwortlichen der Universitätsschule Dresden haben nach dem ersten Jahr eine positive Bilanz ihres Forschungsprojekts gezogen. Das bundesweit einmalige Bildungskonzept funktioniere, sagte die Professorin für Erziehungswissenschaften, Anke Langner. Die Schule ist in städtischer Trägerschaft. Im neuen Schuljahr werden nicht mehr nur 200, sondern 360 Schüler dort lernen. Bis 2024 sollen rund 800 Schüler die Oberschule besuchen. Der Schulversuch wird 15 Jahre lang begleitet und die Bedingungen für kindgerechtes und gelingendes Lernen erprobt. Dabei wollen die Organisatoren den klassischen Frontalunterricht in Frage stellen.

Das Lernen wird zu einem ganz normalen Prozess, so wie Kinder es in der Kita tun. Die Kinder werden befähigt, dass sie lernen zu lernen, sich Hilfe holen und kommunizieren können.

Anke Langner Professorin für Erziehungswissenschaften TU Dresden

Kindgerechtes Lernen und Selbstorganisation

In der Schule werden keine Noten vergeben, keiner bleibt sitzen, zudem gibt es weder Pausenklingeln noch ein Feriendogma. Urlaub müssen die Eltern der Schüler beantragen. Auch Pulte und feste Klassenzimmer suchen Besucher in der Universitätsschule vergeblich. Das Möbiliar ist nach Bedarf kombinierbar. Und Lehrer? "Wir sind Lernbegleiter statt Wissensvermittler, Unterstützer, Anstubser, aber der Schüler lernt selbst", sagt die Rektorin der "Schule der Zukunft" Patricia Schwarz.

Ich erlebe deutlich mehr Kinder als in meinen 20 Berufsjahren zuvor, die aufblühen, kognitiv und emotional. Sie sind einfach fröhlicher. Eltern berichteten von einer neuen Leichtigkeit mit ihren Kindern.

Patricia Schwarz Schulrektorin

Alle Lernprozesse würden über die schuleigene Software geplant und dokumentiert. Wissenschaftler werten die Daten sowie Videos und Befragungen aus. Das Schulprojekt war im Sommer 2019 gestartet.

Redaktioneller Hinweis: In einer ersten Version des Beitrages hatte MDR SACHSEN die Universitätsschule synonym Laborschule genannt. Das ist falsch. In Dresden befindet sich die Laborschule im Stadtteil Gorbitz. Dies ist eine freie Schule in Trägerschaft des Omse e.V. und hat mit der Universitätsschule nichts zu tun. Nach Hinweisen wurde der Text geändert.

Quelle: MDR/kk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenrdadio | 16.08.2020 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

2 Kommentare

Niemand vor 10 Wochen

Ich denke Noten abschaffen ist genau der richtige Weg. Mir hätte in der Schule ohne Noten nichts gefehlt. Seit Jahren ist zu beobachten, dass die Leistungen der Schüler abnehmen und nur sehr wenige Schülerinnen und Schüler sagen, dass sie gern zur Schule gehen. In erster Linie geht es in der Schule darum, dass die Kinder in der Schule etwas Lernen und die Forschung sagt eindeutig, dass Noten nicht zum Lernerfolg beitragen!

Atheist vor 10 Wochen

Davon halte ich genauso wenig wie schreiben nach Gehör.
Schlimm genug dass das Bildungs Niveau nie mehr das der DDR erreichen wird, aber Noten abzuschaffen ist wohl das allerletzte.

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