Kampfmittelbeseitigungsdienst
Bildrechte: Mike Köhler - KFV Landkreis Leipzig

Was? Wann? Wo? Dresden bereitet sich auf Bombenentschärfung vor

Anfang Oktober ist auf dem Dresdner Messering ein mutmaßlicher Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden. Die Stadt bereitet sich auf die Entschärfung vor. Dafür wird am Dienstag ein Areal mit 15.000 Anwohnern evakuiert. Hier finden Sie umfassende Informationen zum geplanten Einsatz.

Kampfmittelbeseitigungsdienst
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Warum wird eine Evakuierung vorbereitet?

Historische Luftaufnahme des Dresdner Messering. Ein roter Kreis markiert einen mutmaßlichen Bombentrichter, mittig in der oberen Hälfte des Bildes.
Bildrechte: Fa. Luftbild Datenbank Würzburg

Anfang Oktober ist auf einem Firmengelände am Dresdner Messering unter einer Asphaltschicht ein verdächtiger Gegenstand gefunden worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte das Areal wegen eines geplanten Bauvorhabens untersucht. Nach Einschätzung der Experten könnte es sich um eine 250 oder 500 Kilogramm schwere Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, die zwei bis drei Meter unter der Erde liegt. Die Auswertung historischer Luftbilder hat den Verdacht erhärtet. Holger Klemig vom Kampfmittelbeseitigungsdienst räumte aber auch ein, dass es sich "um einen völlig ungefährlichen Gegenstand handeln" kann.

Wann soll evakuiert werden?

Ab kommenden Montag soll der verdächtige Gegenstand freigelegt werden. Ab Dienstagmorgen wird dann ein Areal im Umkreis von 1,5 Kilometern rund um den Fundort evakuiert. Ab 7 Uhr sollen die Notunterkünfte der Stadt geöffnet sein und ab 8 Uhr wird das Evakuierungsgebiet geschlossen. Das heißt, bis dahin müssen alle Menschen das betroffene Gebiet verlassen haben und es wird kontrolliert. Auch der Verkehr wird eingestellt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst will planmäßig 11 Uhr mit der Entschärfung beginnen. Anwohner des Evakuierungsbereichs sollen sich darauf einrichten, dass der Einsatz auch über die Nacht bis zum Mittwoch dauern kann. Die Polizei will mit 300 Beamten vor Ort sein.

Evakuierungsgebiet in Dresden
Das Evakuierungsgebiet für den 23. Oktober. Bildrechte: Landeshauptstadt Dresden

Wichtige Telefonnummern für Betroffene Bürgertelefon: 0351 4887666
(18. Oktober, 8 - 18 Uhr
19. Oktober, 8 - 18 Uhr
20. Oktober, 9 - 17 Uhr
21. Oktober, 9 - 17 Uhr
22. Oktober, 8 - 18 Uhr
23. Oktober, 6 Uhr bis Ende der Maßnahme)

Stadtbezirksamt Pieschen: 0351 4885414
(zu den Geschäftszeiten)

Info-Hotline Kindertagesbetreuung: 0351 4885131
(zu den Geschäftszeiten)

DVB-Auskunft zu Streckeneinschränkungen: 0351 8571011

Info-Hotline des VVO: 0351 8526555

Wer ist von der Evakuierung betroffen?

Das Evakuierungsgebiet erstreckt sich über die Stadtteile Mickten, Pieschen und Friedrichstadt. Rund 15.700 Menschen werden nach Angaben der Stadt von der Maßnahme betroffen sein. Die Betroffenen sollen ihre Wohnungen wie immer zu verlassen: Licht und elektrische Geräte ausschalten, Fenster und Türen schließen.

Unabhängig davon, ob die Betroffenen eine private oder eine öffentliche Notunterkunft nutzen, rät die Stadt, folgende Dinge mitzunehmen:

  • Ausweise, Krankenkassen-Chipkarte, wichtige persönliche Dokumente
  • persönliche Medikamente, Hilfsmittel und Hygieneartikel, Brille 
  • Geld, Geldkarte, Handy, persönliche Telefonnummern
  • Getränke und Verpflegung für mindestens zwölf Stunden
  • Decke oder Schlafsack, eventuell Isomatte, Kleidung nach Witterung
  • Beschäftigungsmaterial für sich und für Kinder


Tierbesitzer werden zudem aufgerufen, die Haustiere ausreichend zu versorgen. Sollte das Tier nicht alleine in der Wohnung bleiben können, müssen sich die Halter um eine alternative Unterbringung kümmern. Sie können nicht mit in die Notunterkünfte gebracht werden.

Im Evakuierungsgebiet befinden sich auch mehrere Kindertagesstätten, Schulen und Horte. Alle betroffenen Einrichtungen bleiben am Dienstag geschlossen, möglicherweise auch noch am Mittwoch. Die Stadt weist darauf hin, dass kein Unterricht und keine Betreuung stattfinden. Eltern wurden aufgerufen, eine alternative Betreuung zu finden. Ersatzbetreuung für Kindergarten- und Krippenkinder konnte nur bis zum 15. Oktober angemeldet werden. Wenn die Betreuung ausfällt, wird der Elternbeitrag für den Tag entsprechend der Beitragssatzung erstattet. Das geschieht automatisch, kann wegen des zusätzlichen Bearbeitungsaufwandes aber ein wenig dauern.

Für pflegebedürftige Personen muss bereits ab Montag und bis Mittwoch eine alternative Unterkunft gefunden werden. Angehörige werden gebeten, zu helfen und Unterkünfte bereitzustellen. Die Stadt ist nach eigenen Angaben zudem in Kontakt mit Pflegediensten und Pflegeheimen und bittet dort um Unterstützung. Zudem wird eine Notunterkunft speziell für pflegebedürftige Menschen bereitgestellt, allerdings wird es dort nur eine pflegerische Notversorgung geben.

Wo sind die Notunterkünfte?

Wer im Evakuierungsbereich wohnt, kann sich selbst eine Ersatz-Unterkunft für den Zeitraum suchen oder die von der Stadt zur Verfügung gestellten Notunterkünfte nutzen:

  • Ballsporthalle in der EnergieVerbund Arena, Magdeburger Straße 10, 01067 Dresden
  • Schulsporthalle Gymnasium Dreikönigschule, Alaunstraße 32, 01099 Dresden
  • Schulsporthalle 56. Oberschule "Am Trachenberg", Aachener Straße 10, 01129 Dresden
  • Schulsporthalle Gymnasium Dresden-Cotta, Cossebauder Straße 35, 01157 Dresden
  • Schulsporthalle Berufliches Schulzentrum für Gesundheit und Soziales, Döbelner Straße 8, 01129 Dresden (speziell für pflege- und hilfsbedürftige Personen) 


In den Hallen findet am Dienstag und eventuell auch am Mittwoch kein Schul- und Vereinssport statt.

Außerdem bieten einige Hotels für Betroffene Übernachtungen zu Sonderpreisen an. Eine Nacht im Doppelzimmer mit Frühstück kostet zwischen 29 Euro und 49 Euro, abhängig von der Sterne-Kategorie des Hotels. 18 Einrichtungen beteiligen sich an dem Angebot. Um Missbrauch zu vermeiden, muss beim Check-In der Ausweis vorgezeigt werden.

Historische Luftaufnahme des Dresdner Messerings. Ein roter Kreis markiert einen mutmaßlichen Bombentrichter, mittig in der oberen Hälfte des Bildes.
Historische Luftaufnahme des Dresdner Messerings. Der Abgleich mit einem nach der Bombardierung von Dresden aufgenommenen Luftbild erhärtete den Verdacht, dass es sich um eine Fliegerbombe handeln könnte. Bildrechte: Fa. Luftbild Datenbank Würzburg

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN | 18.10.2018 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2018, 21:15 Uhr

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