Biologin Suzanne Eaton (USA) schaut auf ein Röhrchen im Labor.
Die Dresdner Professorin Suzanne Eaton ist tot. Die Behörden schließen ein Verbrechen nicht aus. Bildrechte: imago images / momentphoto/Bonss

10.07.2019 | 17:40 Uhr Update: Nach dem Tod der Dresdner Forscherin auf Kreta schließen Behörden ein Verbrechen nicht aus

Biologin Suzanne Eaton (USA) schaut auf ein Röhrchen im Labor.
Die Dresdner Professorin Suzanne Eaton ist tot. Die Behörden schließen ein Verbrechen nicht aus. Bildrechte: imago images / momentphoto/Bonss

Die griechischen Behörden schließen ein Verbrechen als Ursache des Todes einer Dresdner Wissenschaftlerin auf Kreta nicht aus. Dies berichteten am Mittwoch übereinstimmend staatliche und private Medien in Griechenland. Eine offizielle Stellungnahme der Polizei zu den Ursachen des Todesfalls gab es jedoch nicht. Die Polizei bestätigte lediglich, dass eine Sonderkommission aus Athen nach Kreta gereist sei und Gerichtsmediziner die Leiche untersuchten.

Die Leiche der gebürtigen US-Amerikanerin war am Montagabend gefunden worden. Sie hatte an einem Expertentreffen in der kleinen Hafenstadt Kolymbari teilgenommen und war am 4. Juli zu einer Wanderung aufgebrochen, von der sie nicht wieder zurückkehrte. Wanderer fanden die Leiche in einer kleinen Grotte nahe der Ortschaft Maleme rund zehn Kilometer westlich von Kolymbari. Vor der Leiche wurde eine Holzpalette gefunden, hieß es aus Polizeikreisen. Dies deute auf einen möglichen Versuch hin, die Leiche zu verstecken.

Von einer Wanderung nicht zurückgekehrt

Die Spitzenforscherin hatte nahe der kleinen Hafenstadt Kolymbari an einem Expertentreffen teilgenommen. Von ihrer Unterkunft war sie am 2. Juli wahrscheinlich zu einer Wanderung oder zum Laufen aufgebrochen. Mit "schwerem Herzen" meldete das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) die Forscherin am 4. Juli vermisst. Fieberhaft suchten Polizei und bis zu 100 professionelle und freiwillige Helfer mit Suchflugzeugen und auch Fährtenhunden nach der vermissten Forscherin. Am 8. Juli folgte schließlich die traurige Gewissheit. Suzanne Eaton ist tot. Ihr lebloser Körper wurde in einer Höhle gefunden. Das teilte das MPI-CBG "mit großer Trauer und Bedauern" mit.

Große Trauer in Dresden

Am Max-Planck-Institut in Dresden und auch in der gesamten internationalen Forschergemeinde hat der Todesfall tiefe Trauer ausgelöst. "Wir sind zutiefst schockiert und erschüttert über dieses tragische Ereignis", sagte eine Institutssprecherin. Die 59-Jährige sei eine herausragende, inspirierende Wissenschaftlerin, liebevolle Ehefrau und Mutter und "wunderbare Person, die von uns allen geliebt und geschätzt" wurde, gewesen. "Ihr Verlust ist unfassbar." Sie hinterlässt ihren Mann und zwei Söhne.

Auch das Biotechnologische Zentrum der TU Dresden trauert um Eaton, die entscheidend zur Entwicklung des Instituts beigetragen habe. "Wir sind traurig, fassungslos und mit unseren Herzen bei Suzannes Familie", sagte Direktor Prof. Michael Schroeder. Sie war dort Professorin für Entwicklungszellbiologie.

Erschüttert und "in tiefer Trauer" zeigte sich auch Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Suzanne Eatons Tod reiße eine menschliche und wissenschaftliche Lücke im MPI-CPG. Stange hofft, dass die Todesumstände schnellstmöglich aufgeklärt werden, und sprach der Familie ihr "tiefempfundenes Beileid" aus.

Spitzenforscherin im Bereich der Zellbiologie

An dem Institut hatte Eaton eine Forschungsgruppe geleitet. Eaton stammte aus Oakland im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie hatte im Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (MPI-CBG) gearbeitet. Im Gründungsjahr des MPI-CBG kam sie nach Dresden, wo ihr Mann einer der Direktoren ist. Mit ihrem Team erforschte sie an Fruchtfliegen, wie Zellen miteinander kommunizieren, um Gewebe einer bestimmten Größe und Form zu bilden.

Quelle: MDR/dpa/kt

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.07.2019 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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