09.08.2019 | 18:13 Uhr Züge der Städtebahn sollen bald wieder rollen

Eine Regionalbahn am Bahnstreig
Bildrechte: MDR/Andreas Schrock

Die Züge der insolventen Städtebahn Sachsen sollen bald wieder rollen - zumindest vorübergehend. Geplant sei, dass alle Züge auf den regionalen Strecken rund um Dresden ihren Betrieb wieder aufnehmen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Laubereau am Freitag mit. Das genaue Datum steht allerdings noch nicht fest. "Meine Gespräche mit den Verantwortlichen des Leasingunternehmens Alpha Trains und dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) waren sehr positiv. Die Finanzierung ist gesichert", erklärte Laubereau. Allerdings müssten in den nächsten Tagen noch Einzelheiten geklärt werden. Unter anderem ist eine Bedingung für den Start, dass die Fahrtüchtigkeit der Züge nachgewiesen wird.

Dulig: "Wer billig bestellt, geht Risiken ein"

Geplant sei, dass der Bahnverkehr übernächste Woche - also zu Beginn des neuen Schuljahres in Sachsen - wieder aufgenommen wird. Eventuell auch schrittweise, hieß es. Bis dahin sollen weiterhin Busse zum Einsatz kommen. Die Städtebahn Sachsen übernimmt laut Insolvenzverwalter dann allerdings nur so lange den Eisenbahnverkehr, bis die Vergabe des VVO abgeschlossen ist und ein neuer Betreiber die Strecke übernimmt, hieß es.

Sachsens Verkehrsminister Martin Dulig lobte den Kompromiss. Er mahnte zudem Verkehrsbetriebe, Kreise und Kommunen: "Wer billig bestellt, geht Risiken ein - ob dies dann veraltetes Wagenmaterial ist oder eben eine Firma, die später finanziell Probleme bekommen kann." Sein Ministerium habe daher wiederholt ein Vergabegesetz gefordert, das tarifliche und soziale Standards festschreibt.

Das Eisenbahnunternehmen mit Sitz in Bayern hatte vor knapp zwei Wochen den Betrieb überraschend rund um Dresden eingestellt und Insolvenz angemeldet, nachdem der VVO ihr den Betreibervertrag gekündigt hatte. Als Grund für die Einstellung des Zugverkehrs hatte die Städtebahn Schäden an Zügen genannt und dafür die DB Netz AG verantwortlich gemacht. Diese habe die Trassen nicht von Vegetation frei gehalten. Die Bahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.08.2019 | ab 15:00 Uhr in den Nachrichten

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7 Kommentare

12.08.2019 07:23 Grosser, Klaus 7

Die Insolvenz der Städtebahn Sachsen GmbH steht exemplarisch für den sehr schlecht ausgestatteten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Sachsen.
Insbesondere ist hier zu kritisieren, dass die Verkehrsverbund Oberelbe GmbH ihre Aufgaben nicht erfüllt.
Dies wäre genug Stoff für eine Artikelserie, aber offensichtlich ist Recherche für die Onlineredaktion des MDR Sachsen ein Fremdwort!

11.08.2019 02:22 Müglitztaler 6

Keine Ahnung? Der RS 1 VT 650 567 gehört der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft ( steht auch so dran ) war angemietet und wurde am 26.07.2019 wieder nach Hause gebracht!

11.08.2019 00:52 ExSBSKB 5

Die SBS sollte gar keine Zulassung als EVU verlieren! Wer seine Kundenbetreuer sich selbst überlässt und den die Gesundheit der Mitarbeiter egal ist hat keine EVU verdient!!

IN der Dispo war es den egal, wie man behandelt wurde. Dann gegen VVO Bestimmungen sich die Taschen zu füllen war das letzte! Es heisst im VVO ,,die Fahrkarte ist vor Fahrtantritt zu erwerben /entwerten!"Kein Verkauf beim KB! Nicht bei der SBS da wurde ich gekündigt, weil ich mich an die Vorschriften des VVO gehalten habe.

Die SBS ist eine Schande für alle Eisenbahnunternehmen!

Hoffe der VVO vergibt die Strecken an ein ordentliches EVU!

10.08.2019 19:47 Müglitztal2 4

Die Eisenbahnzulassung verliert die Firma nachdem die Notvergabe durch ist. Laut Informationen hat sich der VVO dafür eingesetzt das die Zulassung bestehen bleibt um die Züge Übergangsweise fahren zu lassen.

10.08.2019 14:34 Ohne Moos nix los 3

Wenn ein Laden wie dieser erwiesenermassen nicht die erforderliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit aufweist,
müsste er doch seine behördliche Zulassung als Eisenbahnverunternehmen verlieren.

Interessiert das keinen?
Warum hinterfragt das niemand?

10.08.2019 11:13 Müglitztaler2 2

Also der Müglitztaler hat auch keine Ahnung, der 16. Triebwagen ist ein 650 der Hanseatischen Eisenbahn, also stimmt das mit den 16 Fahrzeugen.

Der MDR leistet gute Arbeit.

09.08.2019 23:03 Müglitztaler 1

Schlecht recherchiert oder einfach nur abgeschrieben! Es stehen nur max. 15 Desastros zur Verfügung, davon ist einer in Delitzsch zur Bedarfsinstandhaltung! 2 stehen bei STS in Ottendorf -Okrilla Nord zur Instandhaltung. 12 stehen in Dresden-Friedrichstadt und alle 15 gehören Alpha Trains.Einfach mal ordentliche Arbeit machen !!!

[Vielen Dank für den Hinweis. In der Pressemitteilung des Insolvenzverwalters war die Rede von 16 Zügen. Wir bemühen uns um Klärung der genauen Anzahl. Herzliche Grüße aus der MDR.de Redaktion]

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