Desiro-Triebwagen der Städtebahn Sachsen
Ab Montag soll der Zugverkehr bei der Städtebahn wieder anlaufen. Bildrechte: MDR/L. Müller

13:08.2019 | 11:20 Uhr Busse sollen vorerst parallel zur Städtebahn fahren

Desiro-Triebwagen der Städtebahn Sachsen
Ab Montag soll der Zugverkehr bei der Städtebahn wieder anlaufen. Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Mitarbeiter der zahlungsunfähigen Städtebahn Sachsen arbeiten seit Montag an der Wiederaufnahme des Bahnbetriebs. Mit Schuljahresbeginn am kommenden Montag sollen die Züge wieder auf den Dieselstrecken rund um Dresden fahren. Das teilte der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) mit. Ein Sprecher des VVO erklärte, es werde aber ein paralleler Busverkehr zunächst bestehen bleiben. Man wolle sicherstellen, dass der Schülerverkehr reibungslos erfolgen kann - selbst dann, wenn noch nicht alle Triebwagen der Städtebahn rollen sollten. Die Mehrkosten zahlt zunächst der VVO.

Expressbusse und zusätzliche Zughalte

Auf der Strecke Dresden – Königsbrück fahren die Busse im Stundentakt zwischen Königsbrück und Dresden-Klotzsche. Ab Montag fahren in den Morgenstunden und nachmittags zusätzliche Busse zwischen dem Haltepunkt Ottendorf-Okrilla und Dresden-Klotzsche. Dort haben die Fahrgäste Anschluss an die S-Bahn S2 zum Hauptbahnhof.

Auf der Bahnlinie Kamenz – Dresden rollen die Busse ab Montag zweimal stündlich zwischen der Kamenz und Radeberg. Dort besteht Anschluss von und nach Dresden. Die Express-Züge des Trilex (Görlitz/Zittau - Dresden) halten zusätzlich in Langebrück und Dresden-Industriegelände. Zudem wird montags bis freitags mehrmals täglich ein zusätzlicher Express-Bus eingesetzt, der ab Kamenz mit Halt in Bischheim-Gersdorf, Pulsnitz sowie Pulsnitz-Süd über die Autobahn direkt bis Dresden-Neustadt fährt.

Auf der RB 71 fahren die Busse zwischen Pirna und Neustadt im Stundentakt. Wie sonst die Züge fahren die meisten Busse von dort weiter nach Sebnitz. Im Müglitztal (RB 72) fahren die Busse ebenfalls im Stundentakt zwischen Heidenau und Altenberg. Um ausreichend Platz für die Schüler anzubieten, fahren teilweise mehrere Busse hintereinander her. Insgesamt sind 16 Busse mit 30 Fahrern angemietet, teilweise kommen diese aus Sachsen-Anhalt.

Längere Züge für Gymnasiasten

Der VVO-Sprecher erklärt, sobald der Zugbetrieb der Städtebahn wieder stabil laufe, soll der Busverkehr nach und nach zurückgefahren werden. Die Städtebahn Sachsen setzt weiter auf die 15 von Alpha Trains gemieteten Desiro-Triebwagen. Ferner steht ein kleinerer Triebwagen der Hanseatischen Eisenbahn bereit. Dieser soll insbesondere auf nachfrageschwächeren Verbindungen zwischen Pirna und Sebnitz fahren. Dafür soll ein Desiro-Triebwagen auf der Linie Dresden - Königsbrück einen Zug verstärken. Das ist laut VVO nötig, weil mit Schließung und Neubau des Gymnasiums Klotzsche mehr Schüler vorübergehend in Schulzentrum Pieschen ausweichen müssen.

Die Städtebahn hatte Ende Juli - nach VVO-Angaben überraschend - den Betrieb eingestellt und Insolvenz angemeldet. Zuvor hatte Alpha Trains die Leasingverträge für die eingesetzten Züge gekündigt. Der VVO hat den Verkehrsvertrag mit der Städtebahn gekündigt und die Notvergabe der Regionalbahn-Leistungen an einen neuen Anbieter vorbereitet. Bis dahin soll die insolvente Städtebahn übergangsweise den Zugverkehr aufrecht erhalten.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 13.08.2019 | 10:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden.

Zuletzt aktualisiert: 13. August 2019, 11:13 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

8 Kommentare

15.08.2019 10:08 Grosser, Klaus 8

Die Entscheidung der Verkehrsverbund Oberelbe GmbH den Vertrag zu kündigen erstaunt mich, gab es doch bei bisherigen Vertragsverstößen der Städtebahn Sachsen GmbH keine Strafzahlungen und keine Abmahnung.
Wenn ich die bisherige Arbeit der Verkehrsverbund Oberelbe GmbH betrachte, ist es aber zu Befürchten, dass es Monate bzw. Jahre dauern wird, bis ein regulärer Bahnbetrieb wieder zustande kommt.
Anstatt nur Pressemeldungen zu zitieren, sollte die Onlineredaktion des MDR Sachsen, endlich einmal journalistisch tätig werden: z. B. inwieweit denn die Aussagen der Städtebahn Sachsen GmbH bzw. der Verkehrsverbund Oberelbe GmbH stimmen oder welche tatsächlichen Hintergründe die Entscheidung der Verkehrsverbund Oberelbe GmbH hat.
Ich empfehle da die journalistischen Grundsätze von Radio Bremen.

14.08.2019 13:22 PirCop 7

Was die Notvergabe für einen wunderbaren Vorteil hat, du bekommst als neuer Betreiber die Züge, das Personal, die Strecken und die finanziellen Mittel "unter der Hand" von einem Verkehrsverbund, der auch nach rechtzeitiger Information durch die Städtebahn mit zu dieser Situation beigetragen hat. Konsequenzen im VVO - keine. Und die zuständigen Politiker, die Landräte - das Schweigen im Wald. Mich würde nicht wundern, wenn DB Regio als großer Gewinner hervorgeht. Mangelnde Streckenpflege durch die DB ist eine der Hauptursachen für die Insolvenz der Städebahn. Konkurrent weg, Profit da.

14.08.2019 09:50 Thomas 6

Die Frage nach dem warum sollte gestellt werden. Lieber MDR - recherchiert bitte den Hintergrund dieses beispiellosen Verkehrschaos. Lasst alle Verantwortlichen zu Wort kommen und recherchiert auch die Zeitlinie der Geschehnisse. Nur den VVO zu Wort kommen zu lassen reicht nicht für eine gute Berichterstattung.

13.08.2019 19:47 Oli 5

Nicht zu glauben. Wer soll den die zusätzlichen Busse nutzen, wenn doch die Bahn fährt? Seit Jahren läuft das echt zum schreien beim VVO. Ich hab’s irgendwann gelassen mit der Monatskarte, weil die Städtebahn immer voller würde und wenn man eine Mail an den VVO geschrieben hat, wann die Taktverdichtung der Städtebahn oder Buslinie 305 kommt man nur dreist veralbert wird. Seit Jahren erzählt Herr Haarig als Landrat, das er die Verbünde zusammenlegen will, aber passieren tut rein garnichts. Nehmt den Entscheidungsträgern im Freistaat oder bei den Verkehrsunternehmen die Dienstwagen weg und gebt Ihnen dafür Monatskarten, dann passiert da bestimmt schnell was...

13.08.2019 17:10 Peter Kopf 4

@Klaus es nervt überall kopierst du das Selbe rein, teilweise kompletten Mist inklusive diverser Anschuldigungen.

13.08.2019 16:56 Welche Aufgaben erfüllt die VVO GmbH nicht? 3

Die Frage ist ernst gemeint. Die VVO GmbH? hat den Status eines kommunalen Zweckverbandes. So wie ein Abfallzweckverband oder Abwasserzweckverband. Die Landkreise sind über den ZVOE die Besteller.

Ziemlich schräge Konstruktion für sinnvollen Schienenpersonennahverkehr. Die Verbindungen werden einfach an der Zweckverbandsgrenze gekappt. Die Landräte interessieren sich nicht für die Pendler die aus ihrem Fürstentum ein- und aus-pendeln.
Eingeführt 1997 unter Kajo Schommer (CDU) und gegen die Wand gefahren (Kürzung der Regionalisierungsmittel) durch den unseligen Sven Morlock (FDP). Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum Dulig die Landesverkehrsgesellschaft so dringend will?

13.08.2019 12:58 Grosser, Klaus 2

Die Insolvenz der Städtebahn Sachsen GmbH steht exemplarisch für den sehr schlecht ausgestatteten Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Sachsen.
Insbesondere ist hier zu kritisieren, dass die Verkehrsverbund Oberelbe GmbH ihre Aufgaben nicht erfüllt.
Dies wäre genug Stoff für eine Artikelserie, aber offensichtlich ist Recherche für die Onlineredaktion des MDR Sachsen nur ein Fremdwort.

13.08.2019 12:35 Aberkennung erforderlich 1

Wieso hat dieser Pleiteladen
denn überhaupt noch die behördliche Zulassung als Eisenbahnverkehrsunternehmen?

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen