16.02.2020 | 13:25 Uhr Sorge um Zukunft des Dresdner Freibads Cossebaude

Das Naturbad Stauseebad Cossebaude in Cossebaude (Sachsen).
Bildrechte: dpa

Das größte Dresdner Freibad in Cossebaude schaut in eine ungewisse Zukunft: Der Energiekonzern Vattenfall will das Pumpspeicherwerk Niederwartha zum Ende des Jahres vorläufig stilllegen. Das hat die Bundesnetzagentur MDR SACHSEN auf Anfrage bestätigt. Dadurch würde der Wasserspiegel des zugehörigen Stausees sinken und nicht mehr für den Badebetrieb ausreichen.

Noch einen Sommer Badebetrieb

Wie zunächst die "Sächsische Zeitung" und "Tag24" berichtet haben, ist der Badebetrieb in diesem Sommer noch sicher. Wie es ab 2021 weitergeht, ist dagegen unklar. Laut Finanzbürgermeister Peter Lames will die Stadt alles mögliche und vertretbare tun, um das Bad zu erhalten. Dazu müsse unter anderem geklärt werden, ob und wie das Pumpspeicherwerk weiter betrieben werden kann. Sollte der Stausee nicht mehr zum Baden genutzt werden können, sollen andere Lösungen gefunden werden. Eine Idee ist der Bau eines zusätzlichen Schwimmbeckens auf dem Freibad-Gelände.

Fest steht aber auch, dass wir nicht auf Dauer ein Kraftwerk betreiben können, nur um einen See zum Schwimmen zu haben. Sollte der See für das Bad nicht mehr zur Verfügung stehen, würden wir auf andere Weise für ein attraktives Bad sorgen.

Peter Lames Finanzbürgermeister Dresden

CDU-Fraktion stellt Antrag an Hilbert

Wie der CDU-Fraktionsvorsitzende im Dresdner Stadtrat, Jan Donhauser, MDR SACHSEN mitteilte, wurde bereits am Donnerstag ein Antrag zur langfristigen Sicherung des Stauseebads gestellt. Darin wird Oberbürgermeister Dirk Hilbert aufgefordert, umgehend Gespräche mit Vattenfall aufzunehmen und bis zum Sommer den Stadtrat über die Ergebnisse zu informieren.

Nichtschwimmerbecken im Stauseebad Cossebaude
Bildrechte: Dresdner Bäder GmbH

Stauseebad Cossebaude - größtes Freibad Dresdens ( 45.000 Quadratmeter Schwimmfläche)
- 485 Quadratmeter-Nichtschwimmerbecken & 180 Quadratmeter-Planschbecken
- 86 Meter-Rutsche
- diverse Sportmöglichkeiten
- Surfschule

Quelle: Dresdner Bäder

Quelle: MDR/cb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2020 | 05:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2020, 13:25 Uhr

3 Kommentare

Dresdner54 vor 7 Wochen

Das für die Rekonstruktion eines Industriedenkmals keine 200 Millionen € aufgewendet werden, nur um den Betrieb eines Schwimmbades abzusichern, leuchtet ein. Warum erläutert uns den Niemand, worin den das eigentliche Problem mit dem Schwimmbad im unteren Staubecken besteht ? Der Laie denkt, wenn der Wasserpegel dort sinkt, müsste man also ein Ventil öffnen, damit durch die Rohrleitung Wassser vom oberen in das untere Speichebecken fließt. Das kann doch nicht so teuer sein ? Oder ?

Monazit vor 7 Wochen

Das Problem liegt im Alter des Kraftwerks und im Preissystem allgemein.

Das Pumpspeicherwerk ist darauf ausgelegt, in der Nach den billigen Atomstrom aufzufangen und am Tag abzugeben. Bei regenerativen Energiequellen wie Wind oder Solar sind die Energiespitzen viel kürzer getaktet und in den kurzen Intervallen können die alten Pumpen und Generatoren nicht betrieben/ umgeschaltet werden. Vattenfall will das Kraftwerk ja schon seit Ewigkeiten stilllegen, weil es finanziell gehesehen es ein Verlustgeschäft ist. Die ökonomische Funktionsweise eines Pumpspeicherwerkes basiert ganz elementar auf diesem Nachtstrom von AKWs, den sonst keiner braucht und der nun wegfällt.

Wenn wir unsere Klimaziele erreichen wollen, muss sich die Regierung irgendwas einfallen lassen, dass die Dinger wieder profitabel werden. Dann würde Vattenfall auch vielleicht sanieren. Wobei man im Fall von Niederwartha auch überlegen könnte, ob Sachsen einspringt und das Teil als Industriedenkmal/ -museum betreibt.

Lotze vor 7 Wochen

Das Problem des Stauseebades Cossebaude hängt eindeutig mit der Energiepolitik zusammen. Wieso ist das Betreiben des Pumpspeicherwerkes bei laufend steigenden Stromkosten (Ursache ist nicht das Fördern von Kohle, sonder das Nutzen natürlicher, kostenlos gelieferter Energie zu überhöhten Preisen) unrentabel. Warum werden bei stark anfallenden Windstrom lieber die Windräder abgeschaltet, als damit in Niederwartha/Cossebaude das Wasser ins Oberbecken zu pumpen? Hier wäre ein tolles Engagement der Grünen mal sinnvoll - aber das scheint unseren Abgeordneten zu viel Mühe zu bereiten! Für die Umwelt ist es eben immer noch leichter am Schreibtisch zu wirken als dies in der täglichen Praxis zu gestalten!

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