Dresdener Fans in Tarnkleidung stehen während des Spiels auf der Tribüne.
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06.10.2019 | 16:30 Uhr | Audio Kriegerischer Fanmarsch von Dynamo-Fans hat Konsequenzen

Dresdener Fans in Tarnkleidung stehen während des Spiels auf der Tribüne.
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Der kriegerische Fanmarsch von Dynamo-Anhängern beim Auswärtsspiel 2017 gegen Karlsruhe hat für Dutzende Teilnehmer Konsequenzen. Wie Dynamo Dresden am Sonnabend mitteilte, erhielten fünf Teilnehmer zur Bewährung ausgesetzte Haftstrafen zwischen acht und zehn Monaten. Ihnen wurde gefährliche Körperverletzung in elf Fällen, Landfriedensbruch und der Verstoß gegen das versammlungsrechtliche Uniformverbot zur Last gelegt. Rund 30 Dynamo-Anhänger müssen Geldstrafen zwischen 900 und 10.000 Euro zahlen.

Fans verzichten aus Kostengründen auf Einspruch

Insgesamt ermittelt die Staatsanwaltschaft Karlsruhe gegen 58 Dynamo-Fans. Gegen die Hälfte von ihnen ergingen Strafbefehle. Der Großteil der belangten Fanmarsch-Teilnehmer verzichtet nach Angaben des Vereins auf Einsprüche gegen die ergangenen Strafbefehle. Der Grund: Die Kostenschätzung für ein weiteres Gerichtsverfahren für alle 58 Betroffenen liege in Summe bei rund einer Million Euro. Dieses finanzielle Risiko wollen die Dynamo-Fans nicht auf sich nehmen. "[O]hne damit jedoch die Recht- und Verhältnismäßigkeit der Strafbefehle anzuerkennen", heißt es in der Meldung.

Dynamo setzt Zusammenarbeit mit "Solidaritätskomitee" fort

Dynamo Dresden kündigte an, weiter mit dem 2018 gegründeten "Solidaritätskomitee Dynamo" zusammenarbeiten zu wollen. Die Gruppe von Fußballfans sammelt Spenden, um Anwalts- und Reisekosten sowie mögliche Gerichtskosten abzudecken, die den Fanmarsch-Teilnehmern entstehen. Nach Informationen von Dynamo Dresden wurden bisher 111.000 Euro gespendet. 290.000 würden nach derzeitigem Stand benötigt. Maßgeblich für Fortführung der Zusammenarbeit sei, dass keinem der Fans eine unmittelbare Begehung einer Körperverletzung oder Sachbeschädigung vorgeworfen, sondern ihnen das schädigende Verhalten Dritter zugerechnet werde.

Rund 1.500 Dynamo-Anhänger waren im Mai 2017 bei einem Auswärtsspiel in Karlsruhe als selbsternannte "Football-Army" zum Stadion gezogen. Bei dem Aufmarsch in einheitlicher Kleidung im Militär-Look hatten sie Rauchbomben gezündet und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen. Am Stadion kam es zu Rangeleien mit Ordnern. Insgesamt wurden 36 Polizisten und Ordner verletzt.

Quelle: MDR/jr

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 05.10.2019 | 20:00 Uhr in den Nachrichten

Zuletzt aktualisiert: 06. Oktober 2019, 16:30 Uhr

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