13.07.2020 | 20:46 Uhr | Update Sachsens Schulen planen Normalbetrieb nach den Sommerferien

Lehrerin mit Mund- und Nasenschutz begrüßt Schüler Corona
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Sachsen will nach den Sommerferien zum Regelbetrieb an den Schulen zurückkehren. Kultusminister Christian Piwarz sagte, es gehe nun darum, die Defizite aus der Corona-Zeit aufzuholen. Mit Beginn des neuen Schuljahres solle in allen Schularten und Jahrgangsstufen wieder der Normalbetrieb an fünf Tagen in der Woche stattfinden. "Die Schüler werden wie gewohnt in ihren Klassen und Kursen nach geltenden Stundentafeln und Lehrplänen unterrichtet", so Piwarz. Ab dann gelte auch für alle uneingeschränkt wieder die Schulbesuchspflicht.

Christian Piwarz
Sachsens Kultusminister Christian Piwarz will in Sachsen nach den Sommerferien zurück zum Normalbetrieb an den Schulen. Auch die Schulbesuchspflicht soll dann wieder uneingeschränkt gelten. Bildrechte: dpa

Kein Mindestabstand im Regelbetrieb

Die Einhaltung eines Mindestabstands von 1,50 Metern gelte künftig nicht mehr, sagte Piwarz weiter. Dies sei im Regelbetrieb nicht möglich. Es werde aber weiterhin Hygienebestimmungen geben. Über das Tragen von Mund-Nase-Masken könne jede Schule selbstständig entscheiden. Eltern von Grundschulkindern müssten im neuen Schuljahr keine tägliche Gesundheitsbestätigung mehr abgeben. Lehrer haben demnach weiterhin die Möglichkeit, sich unter Vorlage eines ärztlichen Attests vom Präsenzunterricht befreien zu lassen.

Trotzdem Planung für notwendige Schließungen

Laut Piwarz müssten sich Schulen aber auch auf zeitlich begrenzte, lokale oder regionale Schließungen einstellen. Der Pflichtunterricht habe im kommenden Jahr höchste Priorität. Man müsse aber die Organisation häuslicher Lernzeit in den Planungen für das nächste Jahr berücksichtigen, hieß es.

Mehrheit in Mitteldeutschland für Schulöffnung

Die Pläne, Schulen nach den Sommerferien wieder im Normalbetrieb zu öffnen, stoßen in Mitteldeutschland auf breite Zustimmung. Das zeigt eine Umfrage des MDR - Meinungsbarometers mdrFRAGT. Drei Viertel der rund 15.000 Befragungsteilnehmer von mdrFRAGT sind demnach dafür, dass die Schulen nach dem Sommer öffnen. Mit dem Homeschooling und der Digitalkompetenz der Lehrer zeigten sich die Eltern in der Befragung unzufrieden.

Studienergebnisse: Nur wenige Schüler und Lehrkräfte haben Antikörper

Unterdessen hat das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus in Dresden gemeinsam mit der medizinischen Fakultät der TU Dresden die Ergebnisse einer groß angelegten Studie zur Ausbreitung des Coronavirus an sächsischen Schulen vorgelegt. Nach eigenen Angaben war dies die bundesweit umfangreichste Untersuchung dieser Art.

Proben von Patienten für die Virus-Diagnostik
Proben von Patienten für die Virus-Diagnostik Bildrechte: dpa

Schulen sind keine Hotspots

In der ersten Testphase habe man 2.045 Blutproben von Schülern und Lehrkräften untersucht. Davon hätten zwölf zweifelsfrei Antikörper besessen. Das ist nach Angaben der Forscher geringer als vorher prognostiziert. Die geringe Zahl an Blutproben mit Antikörpern deute aber auch darauf hin, dass sich Schulen nach der Wiedereröffnung nicht zu "Hotspots" entwickelt hätten. Die Studie soll fortgeführt werden.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 13.07.2020 | 19:00 Uhr

3 Kommentare

carli vor 3 Wochen

Ich würde es wirklich allen Kindern wünschen, setzt aber vor allem ein verantwortungsvolles Verhalten aller Eltern voraus.
Nicht nur meckern über Hygienemassnahmen und Masken, wir Erwachsene sind in die Pflicht genommen und müssen Vorbild sein.
Bei den Kitas wurde nicht so sorgsam vorgegangen wie bei Schulen, die Kleinsten sind doch aber genausoviel wert wie jeder andere Mensch. Und gerade in Kitas sind Masken für Fachkräfte oder Kinder nicht möglich und Abstand halten wie soll das bei Krippenkindern gehen. Daran wurde wohl gar nicht gedacht. Da ging es Ratze Fatze mit der Öffnung im Regelbetrieb.
Ich hoffe nur uns bleibt eine neue Welle erspart, wenn nicht liebe Politiker ,dann nehmt den Schutz der Allerkleinsten und deren Betreuer etwas ernster.

Kritische vor 3 Wochen

Das klingt toll. Hoffen wir, dass es Realität wird. Hier lungern immer noch Kinder den ganzen Tag rum, besonders die Älteren. Da werden viele für immer an Playstation und Co. verloren gegangen sein. Warum erwägt man nicht, zu Beginn des neuen Schuljahres alle Lehrer und Schüler einmal durchzutesten? Dann muss man nicht gleich wieder wegen von Reisen mitgebrachten Viren ganze Schulen schließen. Die Kapazitäten sind da, heißt es ja.

Anni22 vor 3 Wochen

Ich wünsche wirklich, dass es klappt. Sehe aber eher schwarz. Wenn im Herbst die Erkältungen zunehmen, wird es spannend. Darf man mit Husten oder Niesen zur Schule oder auf Arbeit oder bleiben vorsichtshalber alle zu Hause ?

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