Ein Airbus A320 der Charter-Fluggesellschaft Sundair
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Flüge nach Griechenland und in die Türkei Nach Germania-Pleite: Sundair stationiert A320 in Dresden

Hoffnungsschimmer am Flughafen Dresden: Nach der Germania-Insolvenz ist zumindest ein Teil der Lücke geschlossen. Nur drei Tage nach der Insolvenz hat der Branchenneuling Sundair einen Pfosten in den Boden gerammt.

Ein Airbus A320 der Charter-Fluggesellschaft Sundair
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Nach der Germania-Insolvenz am Flughafen Dresden ist zumindest ein Teil der Lücke geschlossen. Nur drei Tage nach der Insolvenz der Airline hat sich ein Nachfolger gefunden, der einige der Germania-Ziele ansteuern wird. Wie die Charterfluggesellschaft Sundair aus Stralsund am Donnerstag mitteilte, wird sie ab Sommer 2019 von Dresden aus die Ferienziele Kreta, Rhodos und Kos (alles Griechenland) und Antalya (Türkei) anfliegen. Insgesamt sind pro Woche 26 Starts und Landungen geplant.

Im Winter geht es dann nach Ägypten und auf die Kanarischen Inseln, wie die Mitteldeutsche Flughafen AG mitteilte. "Ich freue mich über den Ansiedlungserfolg", sagte der Vorstandsvorsitzende Götz Ahmelmann. Mit Sundair und Schauinsland habe man nur 72 Stunden nach der Germania-Insolvenz neue Partner an Bord, die attraktive Reiseziele ab Dresden anböten.

Der Flughafen in Sachsen wird zur neuen Basis der jungen Airline. Sundair wird ab Sommer 2019 vier frühere Ziele der Airline anfliegen und dafür sorgen, dass Urlauber aus Dresden und dem Umland ganz bequem und wie geplant in den Sommerurlaub starten können.

Sundair in einer Pressemitteilung

Wer ist Sundair?

Sundair wurde 2016 gegründet und hat seinen Sitz in Stralsund. Anteilseigner ist zu 50 Prozent der Reiseveranstalter schauinsland-reisen, der auf eine über 100-jährige Erfahrung verfügt. Die Flotte umfasst derzeit vier Flugzeuge vom Typ Airbus A320-200.

"Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit der Sundair so schnell ab Dresden gute und wichtige Verbindungen für die Touristikbranche und die Fluggäste anbieten können", sagte Gerald Kassner, Geschäftsführer von schauinsland-reisen. "Wir sind uns sicher, dass die Sundair mit ihrem guten Service, der hohen Pünktlichkeitsquote und dem Freigepäck von 20 kg auch bald in Sachsen zu den Lieblingsairlines der Fluggäste gehören wird", so Kassner weiter.

Marcos Rossello, Geschäftsführer der Sundair, erklärte: "Es war uns als neue, deutsche Airline von Anfang an wichtig keine Überkapazitäten an irgendeinem Flughafen zu schaffen, sondern Nischen zu bedienen und Lücken zu schließen. Mit dem Gang nach Dresden bleiben wir diesem Geschäftsmodell treu und werden so weiter wachsen", so Rossello.

Wie groß ist die Lücke?

Während Sundair ein Flugzeug in Dresden stationiert, hatte Germania hier drei Flieger stehen. Im Winterflugplan gab es 23 Abflüge pro Woche zu insgesamt elf Zielen in Portugal, Spanien, Ägypten und der Türkei. Im Sommer vergangenen Jahres wurden von Germania auch Korsika, St. Petersburg, Barcelona, Thessaloniki, Monastir, Athen und Burgas angeflogen. Knapp 20 Prozent der Abflüge 2019 sollten von der Airline Germania ab Dresden bestritten werden.

Die Insolvenz der bei vielen Urlaubern beliebten Germania-Airline hatte die Diskussion um die Wirtschaftlichkeit des Dresdner Flughafens neu entfacht. Die Linke kritisierten, der Airport sei "schon längst" ein Zuschussgeschäft. Vom Flughafen hieß es, man sei nicht auf Betriebskostenzuschüsse angewiesen.

Quelle: MDR/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.02.2019 | ab 17:30 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 07. Februar 2019, 18:17 Uhr

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13 Kommentare

08.02.2019 22:58 Udo K 13

Neben mir sind noch reichlich andere Bürger froh über jede Verbindung, die es ab Dresden gibt, sowohl innerhalb von Deutschland, als auch ins Ausland.
Der Flughafen Dresden ist überschaubar, aber scheint wirklich gut gefragt zu sein.
Ich freue mich über die Entscheidung von Sundair, Dresden mit einigen Zielen zu bedienen.
@ Bummi 6
Glauben Sie etwa, nur Dresdner wollen von dort abfliegen?
Viele aus dem Umfeld sind sehr an Flügen ab Dresden interessiert.
Auch gibt es verschiedene Direktflüge, die durchaus auch preiswert sein können.
Sie können ja gern nach Berlin fahren, so wird aus einer "Kurzreise" nach Mallorca eben ein mindesten doppelter Zeitaufwand plus zusätzlicher Kosten (Bus, Auto, Bahn).

08.02.2019 10:46 Wo geht es hin? 12

@Bummi - Zitat von Ihnen: "Und noch was zum Nachdenken, Fluglärm ist auch eine Umweltbelastung und diese nervt mich als West Dresdner täglich bis 23.15Uhr und ab 6 Uhr. Ich freue mich über jeden Flug weniger und ich fahre nach Berlin, wenn ich fliegen will." Zitat Ende. So - ich habe nachgedacht und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie die Berliner Menschen rund um die Flughäfen offenbar nicht sonderlich gut leiden können. Sonst würden Sie ja nicht den Dresdner Fluglärm nach Berlin verlagern wollen. Übrigens: hat Sie irgendjemand gezwungen, nach Dresden - West zu ziehen? Nein? Also wieso beschweren Sie sich dann über Ihre eigene, freie Wohnortentscheidung? Denn ich nehme mal an, dass Sie noch nicht so alt wie die Dresdner Flughäfen selbst sind (der Dresdner Zivilflughafen befand sich von 1913 in Kaditz, ab 1926 auf dem Heller und danach ab 1935 in Klotzsche mit zusätzlichem Militärflughafen) und der höchstwahrscheinlich schon vor Ihrer Geburt da war....

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08.02.2019 10:41 Königstuhl 11

Na, Gllückwunsch!

Eine Riesengesellschaft mit einer
F L O T T E von immerhin V I E R Maschinen wird Dresden jetzt "retten".
Das ist doch nur lachhaft.

Macht Euch nichts vor:
Der Platz ist so überflüssig wie Erfurt, Kassel-Calden etc.

Vielleicht kommt noch ab
und zu ein Charterer mit Russen
an die Elbe, aber ansonsten dient die Anlage hauptsächlich den Elbe-Flugzeugwerken.

08.02.2019 10:35 Gärtner 10

bei den kommentaren hier fällt mir auf das ich nicht wusste das fliegen die umweltverträglichste reisemethode sein soll,

08.02.2019 09:54 Uwe Krauß 9

Stilllegen vom Flughafen geht sicher nicht. Damit würden auch alle anderen Firmen am Flugplatz stillgelegt. Zum Beispiel Elbe Flugzeugwerke ,Nelson Galvanik...

07.02.2019 23:12 DER Beobachter 8

Mich irritiert in der Tat, dass unser Flughafen bei dem vergleichsweise raren Flugangebot 3800 Mitarbeiter beschäftigen soll...

07.02.2019 23:08 DER Beobachter 7

Wenn wir aufs Fliegen (nach Amerika oder in den britischen Raum) angewiesen waren, haben wir möglichst Billig-Airlines vermieden und entweder den Weg über einschlägige Adventure-Reisebüros oder genauerer Sucheingaben und Hinterfragungen der Fluganbieter genutzt. Unterm Strich kommt man da besser durchaus auch über LH, GW/EW, KLM, Swiss Air... Auch über Dresden oder die nächsten Anschlussflughäfen. Ist i.d.R. rechtssicherer, überschaubarer und meist unterm Strich sogar billiger, wenn man als Familie frühzeitig wie möglich sucht. Jedenfalls hatten und haben wir mit diesen Gesellschaften ins weit weiter entfernte Amerika und ins ungefähr gleich entfernte weitere Britische (noch ;) ) keine 6000,- Kosten, wie es hier jüngst eine Germania-Kundin für ihren Flug nach Mallorca beklagte... Plötzliche Insolvenz unbegreiflich...

07.02.2019 22:36 Bummi 6

Man kommt von Dresden immer noch mit dem Flugzeug überall hin, nur nicht direkt und nur nicht billig. Die Nachfrage ist halt zu gering in unser "Provinzstadt", wir sind nicht Berlin, Frankfurt, Hamburg, München ... . Prag und Berlin sind Alternativen und wenn man kein Auto hat, dann nimmt man den Bus. So Stadtfreund, jetzt kannst du noch ein bisschen rumjammern, dass du nicht direkt von deiner Haustür nach Malle fliegen kannst. Aber mit deinem einen Flug im Jahr ist das halt nicht bezahlbar. Und noch was zum Nachdenken, Fluglärm ist auch eine Umweltbelastung und diese nervt mich als West Dresdner täglich bis 23.15Uhr und ab 6 Uhr. Ich freue mich über jeden Flug weniger und ich fahre nach Berlin, wenn ich fliegen will.

07.02.2019 21:44 wolle1 5

@4 letzter Satz ist falsch 1. USA, 2 .China, 3. Japan, nicht Deutschland.
Aber zu @ 1 Bernd.: In den USA hat jede Stadt in der Groessenordnung Dresdens mindestens 1 Flughafen. Und die koennens auch. Also ich glaub nicht das die Dresdner den Flughafen nicht managen koennen. Und gebraucht wird er allemal.
Im Uebrigen ist Gemania bestimmt nicht wegen dem Flughafen Pleite gegangen. Da gehoert schon mehr dazu. Waer aber eine gute Ausrede

07.02.2019 21:00 Stadtfreund 4

@Bernd: Zu welchem alternativen Flughafen sollen denn Dresdner bitte mit dem ÖPNV (=Nahverkehr!!) gelangen? Nach Leipzig, wo genau so wenig fliegt? Nach Berlin wo die Fahrt mit der Bahn drei Stunden dauert? Oder vielleicht noch ins tschechische Ausland, wo man noch nicht einmal mit der Bahn zum Flughafen gelangt. Wo das alles umweltfreundlicher sein soll ist mir ein Rätsel. Deutschland ist übrigens die drittgrößte Weltwirtschaft, das nur mal am Rande.

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