04.07.2019 | 16:18 Uhr Teilchenbeschleuniger im Dresdner Felsenkeller geht in Betrieb

Röhre des Teilchenbeschleunigers, rechts davon ein Mann mit Helm, links davon drückt ein Mann auf einen großen Roten Knopf.
Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

In Dresden ist am Donnerstag ein neues Forschungslabor des Helmholtz-Zentrums Rossendorf und der Technischen Universität in Betrieb genommen worden. Es befindet sich am südwestlichen Stadtrand in einem ehemaligen Brauerei-Keller unter einer 45 Meter dicken Felsschicht. Kernstück ist ein acht Meter langer und zehn Tonnen schwerer Teilchenbeschleuniger. Damit wollen Physiker die Vorgänge im Inneren von Sternen nachstellen. Das Labor ist den Angaben zufolge das zweite dieser Art in Europa und das dritte weltweit.

An der Forschungsstätte im früheren Eislager der Felsenkeller-Brauerei wurde zwei Jahre gebaut. Zur Eröffnung war Physik-Nobelpreisträger Takaaki Kajita von der Universität Tokio nach Dresden angereist. Damit schließt sich ein Kreis: Zum Richtfest vor fast zwei Jahren hatte Arthur McDonald aus Kanada gratuliert, der 2015 gemeinsam mit Kajita den Nobelpreis für Physik erhalten hatte.

Der Teilchenbeschleuniger stand bisher im Helmholtz-Zentrum-Rossendorf. 2012 hatte ihn das Dresdner Forschungszentrum von einer britischen Firma gekauft, welche ihn zur Entwicklung von Arzneimitteln nutzte. In Sachsen wurde die Anlage umgerüstet. Mit ihr sollen Teilchen wie Protonen oder Helium-Ionen auf ein Tempo beschleunigt werden, wie es in Sternen vorherrscht. Die tiefen Gänge des Felsenkellers gelten als perfekte Umgebung dafür. Die fast 50 Meter Gestein über dem Stollen bieten einen natürlichen Schild gegen kosmische Höhenstrahlung, die auf die Erde einprasselt.

Forschungslabor Teilchenbeschleuniger in Dresden in Betrieb genommen

Röhre des Teilchenbeschleunigers, rechts davon ein Mann mit Helm, links davon drückt ein Mann auf einen großen Roten Knopf.
Im einem früheren Brauerei-Keller in Dresden hat der weltweit dritte Teilchenbeschleuniger nach zweijähriger Bauzeit ein neues Zuhause gefunden. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Röhre des Teilchenbeschleunigers, rechts davon ein Mann mit Helm, links davon drückt ein Mann auf einen großen Roten Knopf.
Im einem früheren Brauerei-Keller in Dresden hat der weltweit dritte Teilchenbeschleuniger nach zweijähriger Bauzeit ein neues Zuhause gefunden. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Ein Mann drückt feierlich einen großen roten Knopf.
Physik-Nobelpreisträger Takaaki Kajita von der Universität Tokio drückte zum Start feierlich einen roten Knopf. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Schild am Eiswurmlager in Dresden mit Hinweis auf das Helmholtzzentrum.
Der Standort neue Standort befindet sich in einem alten Industriedenkmal. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Altes Fabrikgebäude mit Schornstein in Klinkerbauweise neben einem kleinen Fluss.
Einstmals befand sich dort die "größte Brauerei Norddeutschlands". Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Personen bekommen Helme vor Betreten der Anlage ausgehändigt.
Nachdem der Eingang passiert ist... Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Gemäuer neben Felswand.
...geht es auf langen Gängen weiter zur Versuchsanlage. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
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Quelle: MDR/cb/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.07.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

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In der Lern- und Erlebniswelt "Phänomenia" können sich Kids von den kaleidoskopartigen Mustern faszinieren lassen, die nur durch drei zu einem Dreieck zusammengefügte Spiegel entstehen. Bildrechte: dpa