Matthew Linder und Amok Vagad bei der Präsentation eines selbstfahrenden Autos, 2017
Sollen den Verkehr in den Städten besser ins Rollen bringen: Automatisierte Autos. Bildrechte: imago/ZUMA Press

09.10.2019 | 18:15 Uhr Autonomes Fahren in Dresden: Forscher schalten einen Gang hoch

Matthew Linder und Amok Vagad bei der Präsentation eines selbstfahrenden Autos, 2017
Sollen den Verkehr in den Städten besser ins Rollen bringen: Automatisierte Autos. Bildrechte: imago/ZUMA Press

Einfach ins Auto setzen und schon wird man zu seinem Ziel gefahren. So soll autonomes Fahren einmal funktionieren. Die Realität in Sachsen sieht bislang anders aus: Spezielle Testfahrzeuge können sich nur auf einem Areal am Dresdner Flughafen bewegen. Die Autos beschleunigen oder bremsen selbständig und können kleinere Kurven fahren. Im Kongresszentrum am Flughafen wurde am Mittwoch schon ein Ausblick auf die Zukunft gegeben.

Forschung will neue Standards setzen

Seit mehreren Jahren forschen in Dresden mehr als 50 Unternehmen und Einrichtungen an dem Pilotprojekt für vernetztes und automatisiertes Fahren. In der sächsischen Landeshauptstadt entsteht dabei eins von deutschlandweit acht Testfeldern. Getestet wird auf insgesamt 20 Kilometern am Dresdner Flughafen, in der Nähe des Großen Gartens und südlich der Stadt an der Bundesstraße 170. Die Forscher wollen hier die künftigen europäischen Standards setzen.

Kommunikation im Mittelpunkt

Ein Mitarbeiter von Bosch fährt auf der Autobahn 81 bei Abstatt (Baden-Württemberg) in einem Auto, das als Prototyp für autonomes Fahren genutzt wird
Testfahrten auf geraden Strecken, zum Beispiel auf Autobahnen, sind schon Realität. In Dresden sollen die autonomen Autos nun auch im Stadtverkehr getestet werden. (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Im Fokus des Projektes steht die Kommunikation zwischen Fahrzeugen und der Umgebung. Holger Jensch von der Fahrzeug Systemdaten GmbH entwickelt Sensoren, die per Lasermessung Hindernisse erfassen können. "Wir setzen aber auch Kameras ein, die Verkehrszeichen automatisch erkennen und so noch mehr Informationen bereitstellen", erklärt Jensch. Diese Erfassung ist vor allem notwendig, um Unfällen vorzubeugen, so Jensch. Wie man Staus entgegenwirken kann wird bei der IAV GmbH erforscht. "Wir verarbeiten Informationen von Ampelanlagen", meint Mirko Taubenreuter. Dadurch sei es möglich, dem Auto mitzuteilen, wie lange eine Ampel noch "Grün" ist. Das Fahrzeug könne dadurch früher bremsen, der Verkehrsfluss wird besser. Gleichzeitig lassen sich lange Wartezeiten oder ein hohes Verkehrsaufkommen erfassen. Intelligente Steuerungssysteme können hier nachhelfen und die Autos auf andere Routen umlenken.

Tests dauern an

Momentan wird in Dresden noch mit speziellen Szenarien getestet. Die Forscher beobachten dabei, wie sich die teilautomatisierten Autos im Straßenverkehr verhalten. Geübt werden der Spurwechsel oder das Abbiegen an einer Kreuzung. Abseits der Strecke wird geforscht, wie es dem Fahrer hinter dem Lenkrad eines autonomen Fahrzeugs geht und was die neue Technik für Menschen bedeutet, die immer mehr Verantwortung abgeben. "Die Herausforderung, Vertrauen aufzubauen, ist groß", meint Patrick Roßner von der TU Chemnitz.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR Sachsenspiegel | 09.10.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 09. Oktober 2019, 18:15 Uhr

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