Gegendemo Dresden Wilsdruffer Straße 21.10.2018
Bildrechte: Christian Essler

#DD2110 Ticker Für Weltoffenheit, gegen Pegida: Mehr als 10.000 Bürger demonstrieren in Dresden

+++ Pegida-Kundgebung zum vierten Jahrestag am Neumarkt +++ Mehr als 10.000 Dresdner bei Gegendemos +++ Polizeibilanz: Lage weitgehend störungsfrei +++

Gegendemo Dresden Wilsdruffer Straße 21.10.2018
Bildrechte: Christian Essler

Bildergalerie Kundgebung und Gegendemos zu Pegida-Jahrestag in Dresden

Teilnehmer einer Demonstration auf dem Postplatz in Dresden
"Herz statt Hetze" auf dem Postplatz Mehrere Tausend Menschen kommen zur Abschlusskundgebung auf dem Postplatz zusammen. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
Ministerpräsident Michael Kretschmer Dresden Gegendemo Rathaus 21.10.18
"Herz statt Hetze" am Rathaus "Wir sind in erster Linie hier zusammengekommen, um für die Werte unsere Landes unsere Zusammenseins zu demonstrieren", sagt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer auf einer Kundgebung vor dem Rathaus. Jeder sei aufgefordert, sich für Freiheit und Demokratie zu engagieren und Ausländerfeindlichkeit und Rassismus entgegenzustellen. Man müsse denen entgegentreten, die nur einfach Antworten haben. "Was ist das denn für eine Zeit, in der man den größten Unsinn erzählen kann und, wenn man dafür kritisiert wird, am Ende sagt 'Das wird man ja wohl noch sagen dürfen'." Man müsse stattdessen wieder mit guten Argumenten und klugen Informationen punkten. "Da müssen wir wieder hinkommen." Bildrechte: Christian Essler
Teilnehmer einer Pegida-Kundgebung in Dresden
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer einer Pegida-Kundgebung in Dresden
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: xcitePRESS
Neumarkt Pegida Demo Dresden 21.10.18
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: Christian Essler
Neumarkt Pegida Demo Dresden 21.10.18
Pegida auf dem Neumarkt Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Teilnehmer einer Demonstration auf dem Postplatz in Dresden
"Herz statt Hetze" auf dem Postplatz Mehrere Tausend Menschen kommen zur Abschlusskundgebung auf dem Postplatz zusammen. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
Teilnehmer einer Demonstration in Dresden
"Herz statt Hetze" auf der Wilsdruffer Straße Bildrechte: xcitePRESS
OBM Dirk Hilbert spricht in Dresden am 21.10.2018.
"Herz statt Hetze" am Rathaus Oberbürgermeister Dirk Hilbert wirbt bei einer Kundgebung vor dem Rathaus für Weltoffenheit. "Ich bin sehr froh darüber, dass so viele Menschen gekommen sind, um sich anzuschließen und ein deutliches Zeichen zu setzen, dass wir eine weltoffene und tolerante Stadt sein wollen. Es gibt viele Menschen, die das jeden Tag leben. Und darauf bin ich stolz." Bildrechte: Christian Essler
Gegendemo Dresden Rathaus 21.10.18
"Herz statt Hetze" am Rathaus "Herz statt Hetze" schätzt die Zahl der Demonstranten gegen Pegida auf mehr als 10.000. Bildrechte: Christian Essler
Gegendemo Dresden Rathaus 21.10.18
"Herz statt Hetze" am Rathaus Bildrechte: Christian Essler
Andacht Frauenkirche Dresden Neumarkt 21.10.18 Gegendemo
Friedensgebet in der Frauenkirche In der Unterkirche haben sich mehrere Hundert Menschen zu einem Friedensgebet versammelt. Es findet zeitgleich zur Pegida-Kundgebung vor der Frauenkirche statt. Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel
Polizeiauto am abgesperrten Pirnaischen Platz in Dresden
Pirnaischer Platz Die Polizei hat den Pirnaischen Platz in Dresden abgeriegelt. Hier treffen sich am Nachmittag die beiden großen Demonstrationszüge vom Hauptbahnhof und aus der Neustadt. Bildrechte: MDR/Susann Blum
Gegendemo Dresden Külz-Ring 21.10.18
"Herz statt Hetze" auf dem Dr.-Külz-Ring Ziel der Demonstranten ist das Rathaus. Bildrechte: MDR/Friederike Schicht
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19:30 Uhr | Ticker-Ende

Der MDR SACHSEN-Ticker zum Demo-Geschehen endet an dieser Stelle. Zum Abschluss hier die Berichte des MDR SACHSENSPIEGEL und von MDR AKTUELL.

18:46 Uhr | Polizei sieht Prognosen bestätigt

Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar hat den Kräfteeinsatz der Polizei zur Absicherung der verschiedenen Demos und Kundgebungen als "gut gewählt" eingeschätzt. Demnach waren 560 Beamte am Sonntag im Einsatz. "Die Polizei hat das Recht auf Versammlungsfreiheit sowie den Schutz der Pressefreiheit gewährleistet", sagte er.

18.30 Uhr | Polizeibilanz: Überwiegend störungsfreie Demos

Nach Angaben der Polizeidirektion Dresden sind die Demonstrationen in Dresden weitgehend friedlich abgelaufen. Bis zum Abend hatte die Polizei Kenntnis von insgesamt zehn Vorfällen, darunter fünf Körperverletzungsdelikten. Die meisten Vorfälle sollen sich zum Ende des Versammlungsgeschehens am späteren Nachmittag ereignet haben. Unter anderem soll ein 48 Jahre alter Mann eine Pegida-Gegendemonstrantin gestoßen haben. Zudem ist laut Polizei ein 58 Jahre alter Pegida-Anhänger von drei Unbekannten geschlagen worden. Weiterhin befassen sich die Beamten mit zwei Sachbeschädigungen und einem Raub sowie einer Beleidigung. Die Rede des Rechtspopulisten Michael Stürzenberger soll auf den Tatbestand der Volksverhetzung geprüft werden, so die Polizei Dresden.

18:15 Uhr | Straßen wieder frei

Die zahlreichen Straßensperrungen rings um die Pegida-Kundgebung und Gegendemonstrationen im Dresdner Stadtgebiet sind laut Polizei aufgehoben worden.

17:53 Uhr | Demos enden auf Postplatz

Der Postplatz leert sich nach MDR-Reporterangaben zusehends. Etwa 300 Menschen der Gegendemonstrationen sind noch vor der Bühne und hören der Musik zu.

17:32 Uhr | Image der Stadt im Blick

Wir sind nicht damit einverstanden, wofür Dresden momentan in Deutschland steht. Deshalb wollen wir dafür kämpfen, dass es nicht heißt: Die in Sachsen sind alle rechts.

Frau im Gespräch mit MDR SACHSEN Demo-Teilnehmerin

17:21 Uhr | Neumarkt wieder Touristen-Magnet

Die Pegida-Kundgebung auf dem Neumarkt war von den Organisatoren ursprünglich bis 18 Uhr angemeldet worden, ging jedoch schon 16 Uhr zu Ende. Seit mehr als einer Stunde bestimmen wieder Touristen und Spaziergänger das Bild auf dem Platz. Die Pegida-Bühne wird abgebaut.

17:17 Uhr | Signal gegen Pegida

Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag, Valentin Lippman, sagte auf Twitter, die heutigen Demonstrationen seien ein kraftvolles Signal gegen Pegida. "Ich bin zuversichtlich und hoffnungsvoll, dass das der letzte Pegidageburtstag war, dem wir uns entgegenstellen müssen. Wir müssen uns aber vor allem dem Klima, das Pegida erzeugt hat, entgegenstellen, einem Klima des Hasses und der Angst." Dazu brauche es mehr als einmal im Jahr eine kraftvolle Demo, meinte Lippmann. Und weiter: "Dafür braucht es eine Haltung, dafür braucht es eine Politik der Haltung für Menschlichkeit, für Gerechtigkeit, für Toleranz in Sachsen."

16:48 Uhr | So hat sich Dresden gegen Pegida gewehrt:

16:38 Uhr | Party-Stimmung und Statements auf Postplatz

Tausende Gegendemonstranten haben sich auf dem Postplatz versammelt. Wie ein MDR-Reporter berichtet, werden kurze Reden gehalten. Die Organisatoren proben ein Verfahren im Interviewmodus: Interviews mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert und kurze Gespräche mit von Rassismus betroffenen Menschen in Dresden. Die Stimmung im herbstlichen Sonnenschein mit Live-Musik ist gut.

16:27 Uhr | Proteste auf Heimweg

Am Verkehrsmuseum ist vor einer halben Stunde spontan eine weitere Versammlung angemeldet worden. Mitglieder der Antifa rufen Pegida-Teilnehmern, die sich auf den Heimweg begeben, protestierend hinterher.

16:15 Uhr | Gastwirte sauer

Nachdem die Pegida-Kundgebung zu Ende gegangen ist, haben mehrere Gastwirte, die am Dresdner Neumarkt Restaurants betreiben, Kritik an den Demos geäußert. Einem MDR-Reporter sagten sie, sie hätten am heutigen Sonntag 80 Prozent Einbuße wegen der Pegida-Kundgebung hinnehmen müssen.

16:00 Uhr | Pegida-Kundgebung geht zu Ende

Beobachter bezeichnen die Kundgebung der Pegida-Anhänger als eher verhalten. Viele ältere Männer hören den zehn Rednern mit überwiegend islamfeindlichen Reden zu. Lutz Bachmann übersetzt verschiedene englische Redebeiträge aus Tschechien und Großbritannien ins Deutsche. Pausen und technische Pannen werden mit den üblichen "Merkel-muss-weg"- und "Wir sind das Volk"-Rufen überbrückt.

15:40 Uhr | Lage in Dresden ruhig

Nach Einschätzung des Polizeipressesprechers Thomas Geithner ist die Lage beim Demonstrationsgeschehen bislang ruhig. Spezielle Vorfälle oder Übergriffe seien bislang nicht bekannt geworden.

15:14 Uhr | Erfolg durch Vielfalt in Dresden

Ohne internationale Mitbürger wären wir in Dresden nicht so erfolgreich.

Dirk Hilbert Oberbürgermeister der Stadt Dresden
OBM Dirk Hilbert spricht in Dresden am 21.10.2018.
Bildrechte: Christian Essler

In seiner Rede bei der Kundgebung am Rathaus erinnerte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert an die Vielfalt in der Elbestadt. Weiter sagte er: "Ich bin sehr froh darüber, dass so viele Menschen gekommen sind, um sich anzuschließen und ein deutliches Zeichen zu setzen, dass wir eine weltoffene und tolerante Stadt sein wollen. Es gibt viele Menschen, die das jeden Tag leben. Und darauf bin ich stolz." Pegida und die Zunahme von rechtspopulistischen Bewegungen hätten seiner Meinung danach dazu geführt, dass es "eine Enthemmung in der Stadtgesellschaft" gebe. "Dass sich da jetzt einige geschützt fühlen, Menschen mit Migrationshintergrund offen anzupöbeln, kann ich als Oberbürgermeister, aber auch als Bürger dieser Stadt nicht dulden. "

15:10 Uhr | Teilnehmer-Schätzungen von Herz statt Hetze

Einer der Initiatoren der Proteste gegen Pegida, der Medizinprofessor Gerhard Ehninger sagte, dass mehr als 10.000 Gegendemonstranten in Dresden unterwegs seien: 6.000 Bürger seien vom Hauptbahnhof aus losgelaufen, 4.000 von der Dresdner Neustadt."Demokratie ist keine Zuschau- sondern eine Mitmachveranstaltung", sagte Ehninger.
Die Forschungsgruppe Durchgezählt aus Sachsen schätzt, dass zwischen 3.200 bis 4.100 Menschen bei Pegida demonstriert haben. Auf der Gegenseite haben die Forscher per Flächenschätzung etwa 5.200 bis 6.300 Demonstranten festgestellt.

Gegendemo Dresden Rathaus 21.10.18
Bildrechte: Christian Essler

14:56 Uhr | Mehrere Tausend Teilnehmer bei Pegida

Beobachter gehen von derzeit etwa 3.000 bis 4.000 Pegida-Demonstranten aus. Auf dem Foto sind Flaggen des gesamten rechten bis rechtsextremen Spektrums zu sehen: Von der AfD-Jugend über die Identitäre Bewegung bis hin zur Wirmer-Flagge, die oft bei Pegida-Demonstrationen gezeigt wird.

Neumarkt Pegida Demo Dresden 21.10.18
Bildrechte: Christian Essler

14:46 Uhr | Zug aus der Neustadt kommt

Der zweite Gegendemonstrationszug aus der Dresdner Neustadt bewegt sich Richtung Pirnaischer Platz. Dort wollen sich die Menschen mit den Demonstranten vom Hauptbahnhof zu einem Hauptzug vereinen.

Gegendemo Neustadt Dresden 21.10.18
Bildrechte: Christian Essler

14:28 Uhr | Pegida-Redner auf Neumarkt

Neumarkt Pegida Demo Dresden 21.10.18
Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

Auf dem Dresdner Neumarkt beginnen nach einer kurzen Begrüßung von Pegida-Gründer Lutz Bachmann die Reden vor den Pegida-Demonstranten. Einer der ersten Redner kommt aus Bayern, der Islamkritiker Michael Stürzenberger. Danach sollen weitere Redner aus Tschechien, Belgien und Großbritannien auf die Bühne treten. Nach Reporterangaben befinden sich mehr als 2.000 Pegida-Teilnehmer auf dem Platz.

In Hörweite schallt ihnen Protest von der bürgerlichen Gegenseite entgegen.

14:20 Uhr | Demo-Zug am Hauptbahnhof gestartet

Die Gegendemonstranten haben sich am Hauptbahnhof in Bewegung gesetzt und laufen über die Petersburger Straße in Richtung Pirnaischer Platz. MDR-Reporter schätzen die Zahl der Teilnehmer auf etwa 1.500 Menschen.

Gegendemo Dresden Hauptbahnhof 21.10.18
Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

14:13 Uhr | Pegida-Demo beginnt

Zu Beginn der Pegida-Demo werden die Versammlungsauflagen vorgelesen. Unter anderem wird den Teilnehmern empfohlen, nicht mit Pressevertretern und Journalisten zu sprechen. Demnach müssen sich Medienvertreter bei Pegida anmelden und von den Veranstaltern autorisieren lassen.

14:11 Uhr | Aufrufe zu Demokratieverständnis

Demokratie ist anstrengend. Sie ist keine Pizzakultur, wo man etwas bestellt und das dann auch bekommt.

Eva-Maria Stange Sächsische Wissenschaftsministerin

Mit Blick auf Pegida sagte Wissenschaftsministerin Stange, dort versammelten sich "nicht nur die Unzufrieden, sondern sie ziehen rechte Gruppen an".

14:09 Uhr | Martin Dulig: Brauchen Widerspruchs-Kultur gegen Alltagsrassisten

Bei der Demo am Hauptbahnhof hat sich Sachsens Wirtschaftsminister und stellvertrender Ministerpräsident Martin Dulig vor deutlich älterem Publikum und vielen Familien für mehr Mitmenschlichkeit und Respekt ausgesprochen. Konkret sagte er: "Wir brauchen eine Kultur des Widerspruchs gegen Alltagsrassisten." Gleichzeitig äußerte Dulig Verständnis für Ärger und Wut der Menschen. Die habe aber da Grenzen , wo Menschen den Hitlergruß zeigten und anderen Menschlichkeit absprächen.

14:03 Uhr | Polizei-Großaufgebot in Zahlen

Laut Polizeisprecher Thomas Geithner sind am heutigen Sonntagmehr als 500 Polizisten in Dresden im Einsatz.

Polizeiauto am abgesperrten Pirnaischen Platz in Dresden
Bildrechte: MDR/Susann Blum

14:00 Uhr | Gebet in der Frauenkirche beginnt

In diesen Minuten beginnt in der Unterkirche ein Friedensgebet in der Dresdner Frauenkirche.

Andacht Frauenkirche Dresden Neumarkt 21.10.18 Gegendemo
Bildrechte: MDR/Wolfram Nagel

13:42 Uhr | Bürger und Politiker am Hauptbahnhof

Bei der Demonstration am Hauptbahnhof ist Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer dabei. Er sagte, Pegida habe Dresden und Sachsen verändert. Dass Politiker Menschen pauschal als "Pack" bezeichneten, gehe nicht. "Es geht aber auch nicht, dass Migranten beschimpft und bepöbelt werden", so Kretschmer. Mit ihm und den Bürgern demonstrieren auch TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen, Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert, Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange und Sozialministerin Barbara Klepsch gegen Pegida.

Gegendemo in Dresden am 21.10.
Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

13:28 Uhr | Erste Pegida-Teilnehmer am Neumarkt

Die ersten Pegida-Demonstranten versammeln sich auf dem Neumarkt in Dresden und werden von Zuschauern beobachtet.

Teilnehmer einer Pegida-Demonstration sammeln sich auf dem Dresdner Neumarkt an der Frauenkirche.
Bildrechte: MDR/Holger Körner

13:24 Uhr | Dresdner Superintendent: Immer wieder Gespräche suchen

"Ich denke, dass die Gruppe, die sich jetzt montags bei Pegida trifft, eine in sich sehr abgeschlossene Gruppe ist, die ein eigenes Feindbild entwickelt hat", sagte der Dresdner Superintendent Christian Behr MDR SACHSEN vor dem heutigen Demonstrationsgeschehen. Trotzdem müsse immer wieder das Gespräch gesucht werden. Allerdings: "Weiß ich auch nicht, ob es gut ist, den sogenannten Pegida-Jahrestag als Anlass zu nehmen, um etwas dagegen zu unternehmen. Ich bin immer eher dafür, etwas für andere Menschen zu tun. Das ist natürlich auch bei den ganzen Demonstrationen, die am Sonntag geplant sind, das Vordergründige."

13:10 Uhr | 2.000 Gegendemonstranten bei Club-Parade

Mittlerweile haben sich rund 2.000 Menschen bei einer Technoparade durch die Dresdner Neustadt versammelt. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Unter der Regie des Vereins Tolerave, einem Bündnis der Clubszene Dresdens, protestiert die Parade gegen Pegida. "Wir sind viele und haben gute Laune", schreiben Demo-Teilnehmer auf Twitter:

12:40 Uhr | Verkehrsbetriebe weisen auf Umleitungen hin

Wegen der Demos in der Dresdner Neustadt sind Straßenbahnen auf Umleitungsstrecken unterwegs. Betroffen sind die Linien 7, 8 und 13.

12:24 Uhr | Erste Demo beginnt

Am Bahnhof Dresden-Neustadt hat die erste Demonstration begonnen. Unter den Versammlungsteilnehmern sind viele Studenten und Familien. Man wolle zeigen, dass Dresden mehr sei als Pegida, hieß es. Der gemeinsame Protest verschiedener Dresdner Initiativen sei eine gute Sache.

12:15 Uhr | Gegendemonstranten sammeln sich am Neustädter Bahnhof

Am Bahnhof Dresden Neustadt haben sich mehrere Hundert Demo-Teilnehmer versammelt. Der sogenannte "Tolerave" will in Richtung Alaunplatz zu einer ersten Zwischenkundgebung ziehen. Von dort aus geht es weiter in Richtung Altstadt.

Demonstranten versammeln sich am Bahnhof Dresden-Neustadt
Bildrechte: MDR/Friederike Schicht

11:15 Uhr | Polizei ist entspannt

Die Polizei sieht dem Einsatz in Dresden gelassen entgegen. "Das sehen wir relativ entspannt", sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Pegida habe eine Kundgebung am Neumarkt geplant, die großen Gegendemonstrationen führten um den Neumarkt herum. Nur ein Gegenprotest finde direkt auf dem Neumarkt statt, bei dem man aber mit weniger Teilnehmern rechne. "Hier müssen wir die Trennung sichern und gleichzeitig gewährleisten, dass Protest in Sicht- und Hörweite möglich ist", so Geithner. Die Polizei ist mit mehreren Hundert Beamten im Einsatz.

10:50 Uhr | Bundesaußenminister Maas: "Ab nach Dresden"

Bundesaußenminister Heiko Maas hat zum Protest gegen Pegida in Dresden aufgerufen.

10:45 Uhr | OB Hilbert ruft zur Teilnahme an "Herz statt Hetze"-Demo auf

Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert hat dazu aufgerufen, Rassismus und Diskriminierung entgegenzutreten. "Es ist unsere Pflicht und sollte in einer Demokratie selbstverständlich sein, alle Menschen als gleichwertig zu achten, egal woher sie kommen", sagte Hilbert im Vorfeld der Demonstrationen. "Herz statt Hetze" sei für ihn nicht nur ein Slogan, sondern eine Grundhaltung, die von den allermeisten Dresdnerinnen und Dresdnern auch mitgetragen werde. Hilbert wird am Nachmittag auf der Bühne am Postplatz zur Abschlusskundgebung erwartet.

10:40 Uhr | Acht Veranstaltungen angemeldet

Für den Nachmittag hat Pegida am Neumarkt eine Kundgebung mit 4.000 Teilnehmern angemeldet. Das Bündnis will mit der Veranstaltung seinen vierten Jahrestag begehen. Gegner haben drei große Demonstrationszüge mit insgesamt 7.500 Teilnehmern angekündigt. Zudem sind eine Kundgebung in Sicht- und Hörweite von Pegida mit rund 400 Teilnehmern sowie drei weitere kleinere stationäre Versammlungen geplant. An den Gegendemonstrationen wollen unter anderem Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), sein Vize Martin Dulig und Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (beide SPD) sowie Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) teilnehmen.

10:30 Uhr | Straßen gesperrt, Busse und Bahnen fahren Umleitungen

In Dresden sind seit dem Morgen zahlreiche Straßen gesperrt, darunter Marienbrücke, Stauffenbergallee, Waldschlößchenbrücke und Terrassenufer. Elberadweg und Großer Garten sind zudem für Radfahrer dicht. Grund ist ein Marathon. Mit Beginn einer Kundgebung von Pegida und Gegendemonstrationen kommen am Mittag weitere Straßensperrungen dazu. Bis 18 Uhr müssen sich auch Bus- und Bahnfahrer auf Umleitungen und veränderte Fahrtzeiten einstellen. Die Stadtverwaltung hat im Vorfeld empfohlen, Fahrten in die Innenstadt zu vermeiden.

Quellen: MDR/kk/sth/jr/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.10.2018 | seit 8:00 Uhr
MDR SACHSENSPIEGEL | 21.10.2018 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. Oktober 2018, 20:00 Uhr

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160 Kommentare

24.10.2018 08:39 Alex @ 151. Lausitzer 160

Eigentlich hatte ich schon deutlich gemacht, dass ich mich nicht zu den (von Ihnen so titulierten) Abendlandrettern rechne. Im Gegensatz zu Ihnen bin ich auch nicht dazu da, irgend jemanden zu belehren. Es ist mir auch ehrlich gesagt völlig wumpe, ob ein Thomas von Aquin oder ein Churchill das von mir geschriebene Zitat zuerst äußerte, denn es kommt mir nur auf den Inhalt desselben an. Trotzdem Danke, brav gegoogelt, werter Herr Belesener! Ich werde meine Meinungshaltung trotzdem nicht aus irgendwelchen Statistiken speisen, da diese nun mal beeinflussbar sind. Wenn Sie eine Statistik z.Bsp. zur Beliebtheit der AfD machen und die Umfragen dazu bei einer "Wir sind mehr"- Demo durchführen, dann kommt natürlich dabei heraus, was heraus kommen muss. Die Zahl von ca. 4 Mio. in Deutschland lebenden Muslimen kann nicht (mehr) stimmen. Die Berechnungen dazu müssen Sie allerdings schon selbst anstellen, bzw. alternative Quellen heran ziehen. Dazu ist hier der Platz zu begrenzt.

24.10.2018 08:03 Alex @ 145. Eulenspiegel: 159

Also, mit dieser "Textperle" haben Sie sich selbst disqualifiziert. Dass Ihnen Rechtschreibung etwas schwer fällt könnte man ja übersehen, wenn wenigstens der Inhalt sinnvoll wäre. Die Panama- Papers und die Nazis sind also schuld an den Zuständen in Deutschland und Europa. Alles klar... Soviel zum realen Leben. Schlafen Sie weiter und immer schön bunt bleiben!

24.10.2018 00:14 DER Beobachter @ Lisa 144 158

Mag radik. Linke, die auf Straßengew. setzt, auch nicht. Aber wenn Sie das hier thematis.: Ihr Nonsenskomment. hat Stunden gekostet, die ich lieber in Familie und Job investiert hätte. Fazit der Std. mit verschiedensten Eingabewörtern zu Übergriffen an Journalisten zu HH G20 2017: Verschiedentl. in Netzwerken u. Online-Medien Übergriffe und Grundrechtseinschränkg. gegenüber akkred. Journal. durch Polizeibehörde thematis. Kann u. will nicht näher themat., wenn akkredit. Journalisten im jüngeren Deutschland duch Polizei unnötig behindert. Von Ihnen thematis. Angriff der Linksradik. stellte sich allerd. heraus, dass das so bedauernswerte Opfer linksrad. Gewalt gegen Medien ein mehr oder weniger bekannter Rechtspopulist der sogenannten Identitären gewesen ist. Für den Angriff keine Rechtfert. Ihn mit den systemat. Angriffen auf Journal. durch Pegidaner, die sogenannte Chemnitzer Bewegung etc. vergleichen zu wollen, halte ich als gebürtiger Dresdner für den gewohnten Whataboutism.

23.10.2018 22:25 Fakt 157

>>Udo K, #154:
"Ich habe Ihnen geantwortet, aber wahrscheinlich stellten die aufgezählten Fakten zu deutlich die Wahrheit dar und wurden deshalb nicht veröffentlicht."<<

Dann kann man sich ja ausmalen, was das für "alternative Fakten" das waren.

23.10.2018 20:57 Fakt 156

>>Lisa, #153:
"das ist ja witzig, nur weil es keine Doku über Linke Gewalt gegen Journalisten gibt, gibt es diese Gewalt nicht?"<<

Könnten Sie mal aufzeigen, wo ich das behauptet habe?

23.10.2018 20:54 DER Beobachter zu Dieter Becker und Sachse 43 155

Ich habe vorgestern auch einen Kommentar zu dem des Sachsen43 abgeschickt, der leider vom MDR nicht freigegeben wurde. In diesem fragte ich im Sinn nach, warum die Pegida-Versteher krampfhaft unseren guten alten Goethe bemühen, ob Sachse43 Goethes West-Östlichen Diwan kennt, wie man damit umgehen muss, dass die geistigen Väter der Pegidabewegung ab 1933 eigene Gesetze schufen, die Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Einstellung zur Migration zwangen oder die Nichtmegrierten halt Pech hatten. Und ich wies wiederholt darauf hin, dass Pegidas vor den Augen unserer Polizei- und Versammlungsbehörden regelmäßig geltendes deutsches und sächsisches Straf- und Versammlungsrecht verletzen.

23.10.2018 20:48 Udo K 154

@ Lausitzer 127
Nur zur Kenntnisnahme:
Ich habe Ihnen geantwortet, aber wahrscheinlich stellten die aufgezählten Fakten zu deutlich die Wahrheit dar und wurden deshalb nicht veröffentlicht.

23.10.2018 20:45 Lisa 153

@Fakt 147

das ist ja witzig, nur weil es keine Doku über Linke Gewalt gegen Journalisten gibt, gibt es diese Gewalt nicht?

23.10.2018 20:33 Lausitzer 152

@UdoK

Schade, hatte auf eine Antwort Ihrerseits in Bezug auf die von Ihnen herbeigeredete Islamisierung gehofft.
Nun gut. Keine Antwort ist auch eine Antwort. Aber um ehrlich zu sein, ich habe auch nichts anderes erwartet.

23.10.2018 19:40 Lausitzer 151

@Alex 138
War klar das Statistik bei euch Abendlandrettern Paranoia auslöst und der alte Churchill wieder herhalten muss. Nur ist das Zitat nachweislich nicht von ihm, wie so viele andere auch. Es unterlag einer langen Evolution und tauchte erstmals, in anderer Form, 1266 bei Thomas von Aquin in der Summa theologica auf. Sie sollten sich belesen.
Apropos rechnen. Es reicht eben nicht aus, nur Geburtenraten (auch die sind Statistik) hochzurechnen. Man muss schon auch Sterberaten berücksichtigen, Abwanderungszahlen gegenrechnen, etc. Sonst bleiben eben nur Floskel wie "Traue keiner Statistik ..." übrig. Schauen Sie sich die STATISTISCHEN Geburtenraten, hier schon länger Lebender Ausländer an. Da kriegt die 2./3. Generation längst keine 3, 4 oder mehr Kinder mehr. Oder Sie nennen EINE BELASTBARE Quelle zu ihren 7 und mehr Mio. Das gehört zu einer sachlichen, faktenbasierten Betrachtung dazu, oder nicht ? Ich lass mich dann auch gerne belehren.