13.02.2020 | 23:00 Uhr Live-Ticker: Dresden erinnert an Bombardierung vor 75 Jahren

In Dresden wurde am Donnerstag mit zahlreichen Veranstaltungen an die Opfer des Zweiten Weltkrieges und die Zerstörung der Stadt vor 75 Jahren erinnert. Zu einer Gedenkfeier im städtischen Kulturpalast sprach Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Bei Bombenangriffen der Alliierten zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 kamen in Dresden rund 25.000 Menschen ums Leben. MDR SACHSEN hat die stillen und teils lautstarken Proteste in einem Live-Ticker begleitet.

13.02.2020 Die Bilder des Tages - Gedenken in Dresden

In Dresden jährt sich der Angriff der Alliierten zum 75. Mal. Aus diesem Anlass gibt es in der Stadt zahlreiche Gedenkveranstaltungen. Eine Auswahl davon finden Sie in unserer Bildergalerie.

Gedenken Dresden - Gegenprotest AfD
Gedenken auf dem Altmarkt - Protest gegen die AfD Bildrechte: Tino Plunert
Gedenken Dresden - Gegenprotest AfD
Gedenken auf dem Altmarkt - Protest gegen die AfD Bildrechte: Tino Plunert
Gedenken in Dresden - Altmarkt
Gedenken auf dem Altmarkt - Protest gegen die AfD Bildrechte: xcitePRESS
Gedenken in Dresden - Altmarkt
Gedenken auf dem Altmarkt - AfD Bildrechte: xcitePRESS
Gedenken Dresden - AfD auf dem Altmarkt
Gedenken auf dem Altmarkt - AfD Bildrechte: xcitePRESS
Gedenken in Dresden
Polizeieinsatz an der Wilsdruffer Straße - Linke Demonstranten versuchen, eine Polizeieskorte zu durchbrechen Bildrechte: Tino Plunert
Gedenken Dresden - Polizeieskorte
Polizeieinsatz an der Wilsdruffer Straße - Linke Demonstranten versuchen, eine Polizeieskorte zu durchbrechen Bildrechte: Konstantin Henß
Gedenken Dresden - Sebastian Krumbiegel
Sebastian Krumbiegel auf dem Altmarkt bei einer Veranstaltung von Hope Bildrechte: Christine Reißing
Bundespräsident Steinmeier bei Gedenken in Dresden
Bundespräsident Steinmeier zu Besuch in Dresden Bildrechte: Tino Plunert
Gedenken in Dresden
Tausende Dresdner und Gäste bilden eine Menschenkette und zünden Kerzen an Bildrechte: Tino Plunert
Gedenken in Dresden
Tausende Dresdner und Gäste bilden eine Menschenkette Bildrechte: Tino Plunert
Menschenkette Gedenken Dresden
Tausende Dresdner und Gäste bilden eine Menschenkette Bildrechte: xcitePRESS
Menschenkette Gedenken Dresden
Tausende Dresdner und Gäste bilden eine Menschenkette Bildrechte: xcitePRESS
Menschenkette Gedenken Dresden
Tausende Dresdner und Gäste bilden eine Menschenkette Bildrechte: xcitePRESS
Viele Menschen stehen Hand in Hand auf dem Dresdner Altmarkt am 13.2.2020. Sie sind Teil der Menschenkette, die still den Kriegsopfern und der Zerstörung Dresdens gedenkt.
Tausende Dresdner und Gäste bilden eine Menschenkette Bildrechte: Christine Reißing
Gedenkveranstaltung auf dem Neumarkt
Besuch des Bundespräsidenten Bildrechte: xcitepress
Dirk Hilbert auf einer Bühne
Bühne Neumarkt Bildrechte: Tino Plunert
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23:30 Uhr | Ticker-Ende

Wir beenden den Ticker an dieser Stelle und bedanken uns für Ihr Interesse. Eine Zusammenfassung des Tages lesen Sie hier:

23:08 Uhr | 800 Polizisten im Einsatz

Die Polizei hat soeben eine erste Bilanz zum heutigen Demonstrationsgeschehen veröffentlicht. Demnach seien alle Veranstaltungen weitgehend störungsfrei verlaufen. Zum Vorfall an der Wilsdruffer Straße heißt es: "Gegen 18.30 Uhr sammelte sich etwa ein Dutzend Personen zu einem Spaziergang am Zwinger. Anschließend lief die Gruppe auf der Wilsdruffer Straße in Richtung Altmarkt. Gleichzeitig sammelten sich im Umfeld etwa 50 Personen zum Gegenprotest. In Höhe des Mitteleinganges der Altmarkt Galerie mussten Einsatzkräfte einige dieser Personen abdrängen, um ein Aufeinandertreffen der beiden Lager zu verhindern."

Insgesamt seien zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet worden - eines wegen Sachbeschädigung sowie ein weiteres wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Insgesamt waren 800 Polizisten im Einsatz.

22:59 Uhr | Tätlicher Angriff der Polizei?

Die Rangelei an der Wilsdruffer Straße hat möglicherweise ein Nachspiel. Wie die Polizei Sachsen twittert, wurde die Kripo mit der Klärung beauftragt. Nach Angaben des Bündnisses "Dresden nazifrei" wurde eine Person aus dem Kreis der Gegendemonstranten drei Mal von einem Einsatzwagen der Polizei angefahren. "Er gab Gas, hielt auf die Person zu, bremste ab", heißt es auf Twitter. "Die Person wurde vom Einsatzwagen berührt." Die Polizei erklärte daraufhin, ihr lägen widersprüchliche Aussagen vor. Der Fall werde geklärt. Die betroffene Person solle sich melden.

Gedenken in Dresden
Bildrechte: Tino Plunert

22:25 Uhr | OB Hilbert: Wir entwickeln Gedenkkultur weiter

In der MDR-Sondersendung "Hand in Hand" zeigt sich Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert zufrieden. Durch die dezentralen Veranstaltungen auf den Friedhöfen habe jeder Dresdner die Möglichkeit gehabt, an einem stillen Gedenken teilzuhaben. Besonders in Erinnerung werde ihm die Rede des Bundespräsidenten bleiben, so Hilbert. Ob Dresden an der jetzt praktizierten Gedenkkultur festhalte, könne er noch nicht sagen. "Wir diskutieren das jedes Jahr neu und entwickeln eine neue Gedenkkultur."

22:08 Uhr | Tino Chrupalla legt Kranz ab

Gedenken Dresden - Tino Chrupalla
Begleitet von Protestrufen der Gegendemonstranten legt der AfD-Co-Vorsitzende Tino Chrupalla am Mahnmal auf dem Altmarkt einen Gedenkkranz ab. Chrupalla hatte für Diskussionen gesorgt, weil er die von einer Historikerkommission ermittelte Opferzahl in Dresden nicht anerkennt. Während die Historiker von rund 25.000 Menschen ausgehen, die in den Bomben auf Dresden starben, geht Chrupalla von mindestens 100.000 aus. Bildrechte: MDR/Christine Reißing

22:05 Uhr | MDR Extra aus Dresden

Das MDR FERNSEHEN strahlt unter dem Titel "Hand in Hand - 75 Jahre Gedenken in Dresden" eine Sondersendung aus. In der 15-minütigen Sondersendung live vom Neumarkt wird das Geschehen in der Stadt reflektiert – vom Erinnern am Heidefriedhof, der zentralen Gedenkveranstaltung im Kulturpalast mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bis hin zur Menschenkette und dem stillen Gedenken an der Frauenkirche. Außerdem kommen Zeitzeugen zu Wort.

21:45 Uhr | Glockengeläut

Eine Viertelstunde lang läuten jetzt alle Glocken der Stadt. Zu dieser Zeit fielen am 13. Februar 1945 die ersten Bomben auf Dresden.

21:37 Uhr | AfD beginnt Gedenkveranstaltung

Über einen Lautsprecher werden auf der AfD-Gedenkveranstaltung die Auflagen verlesen: Keine Gedenkrede, sondern stilles Gedenken während des Glockengeläut von 21:45 bis 22:00 Uhr. Dann dürfe eine "Delegation" zum Gedenkort vor und zurück. Erst danach würden andere Teilnehmer grüppchenweise zum Gedenkort zugelassen. Unter den Teilnehmern: AfD-Landeschef Jörg Urban sowie die drei sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Karsten Hilse, Jens Maier und Tino Chrupalla.

21:22 Uhr | Lautstarker Protest

Gedenken Dresden - Altmarkt
Bildrechte: Christine Reißing

Wie schon am Morgen auf dem Heidefriedhof hat die AfD die Zahl 6.865 geformt. Dieses Mal nicht als Blumengesteck, sondern mit Kerzen. Mit dieser Zahl soll an die Menschen erinnert werden, die auf dem Altmarkt verbrannt wurden, weil die Krematorien im Februar 1945 völlig überlastet waren. In Hörweite der AfD-Veranstaltung auf dem Altmarkt versuchen Anhänger von "Hope" und "Dresden nazifrei", die AfD-Veranstaltung zu stören. Sie rufen lautstark: "Ob Ost, ob West, nieder mit der Nazipest."

21:03 Uhr | AfD-Gedenken und Proteste am Altmarkt

Bei der AfD-Veranstaltung auf dem Altmarkt werden die ersten Kerzen angezündet. Das Gedenken dieser Gruppe beginnt. In Hörweite protestieren Gegendemonstranten.

Gedenken Dresden - AfD auf dem Altmarkt
Bildrechte: xcitePRESS

20:32 | Freier Fotograf widerspricht Polizeiangaben

Ein Dresdner Fotograf kritisiert, dass ihm nach Vorzeigen seines Presseausweises der Weg versperrt wurde und er rüde von einem Beamten angesprochen worden sein soll:

20:08 Uhr | Gerangel an der Wilsdruffer Straße

Beim Polizeieinsatz an der Wilsdruffer Straße: Linke Demonstranten versuchen, eine Polizeieskorte zu durchbrechen, die ein paar Rechte auf den Altmarkt begleitet. Auch Journalisten werden bei ihrer Arbeit behindert. Bei Twitter spricht die Polizei von einer "hektischen Situation":

Gedenken in Dresden
Bildrechte: Tino Plunert

19:59 Uhr | Krieg hallt seit 75 Jahren nach

19:38 Uhr | Klare Worte von Krumbiegel

Gedenken Dresden - Sebastian Krumbiegel
Bildrechte: Christine Reißing

Bei seinem Auftritt sagt Sänger Sebastian Krumbiegel, dass er lange versucht habe, die Pegida-Demonstranten in Dresden zu verstehen. Aber aufgehört habe es für ihn, "als es um die Seenotrettung ging und gerufen wurde: Absaufen! Absaufen!" Er sei zwar Leipziger, merke aber, dass er sich einmischen müsse bei dem, was in Dresden abgehe.

Kein Mensch hat Lust auf Ärger, kein Mensch ist illegal. Mal so von Mensch zu Mensch: Wir sind alle international.

Sebastian Krumbiegel Sänger

19:25 Uhr | Angespannte Stimmung

Gedenken Dresden - Polizeieskorte
Bildrechte: Konstantin Henß

Zehn Rechte haben sich in der Nähe des Zwingers versammelt. Ihnen stehen nach Reporterangaben etwa 100 linke Demonstranten gegenüber. Repoter beschreiben die als angespannt. Die Rechten werden von Polizeibeamten eskortiert auf ihrem Weg zum Altmarkt.

19:22 Uhr | Stadt zählt 11.000 Teilnehmer

Nach Angaben der Stadt Dresden haben rund 11.000 Menschen auf einer Strecke von vier Kilometern eine Menschenkette gebildet. Die Kette, die sich in diesem Jahr zum zehnten Mal gebildet hat, will ein Zeichen setzen für Versöhnung und gegen den Missbrauch des historischen Datums durch Rechte.

19:12 Uhr | Bislang keine großen Provokationen

Der Leiter der Arbeitsgruppe 13. Februar, Hans-Joachim Klose, meint, Dresden habe eine Form des Gedenkens gefunden. "Die großen Provokationen fanden heute nicht statt, wie man sie noch vor Jahren kannte", sagte er dem MDR SACHSENSPIEGEL.
Dennoch hatte es im Laufe des Tages Störungen von rechter und linker Seite in Dresden gegeben. Die Nachrichtenagentur dpa berichtet über Störungen der Menschenkette von Linken.

19:05 Uhr | Musikalischer Protest

Auf dem Altmarkt wird demnächst Sänger Sebastian Krumbiegel auftreten, weitere Bands haben ihren Auftritt angekündigt.

18:58 Uhr | SACHSENSPIEGEL berichtet über Dresden-Gedenken

Um 19:00 Uhr fassen die Kollegen des MDR SACHSENSPIEGEL die Ereignisse des Tages aus Dresden zusammen und berichten live vom Neumarkt.

18:43 Uhr | Selfie mit dem Präsidenten

Die Dresdner haben Bundespräsident Steinmeier am Donnerstag freundlich empfangen. Einige ließen sich die Chance nicht entgehen, nach der Menschenkette noch Fotos von und vor allem mit dem Staatsoberhaupt zu machen.

Bundespräsident Steinmeier bei Gedenken in Dresden
Bildrechte: Tino Plunert

18:30 Uhr | Ehren-Gäste verstärken Menschenkette

Menschenkette Gedenken Dresden
Prominente Unterstützer der Menschenkette am Abend in Dresden: Michael Kretschmer (2. von li.) mit seiner Partnerin Annett Hofmann, Edward, der Herzog von Kent und Cousin der britischen Königin, daneben Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender. Ganz rechts Dresdens OB Dirk Hilbert mit Ehefrau Su Yeon Hilbert. Bildrechte: xcitePRESS

18:25 Uhr | Zeitzeugin tieftraurig

Unter den tausenden Teilnehmern der Menschenkette hat MDR SACHSEN auch mit einer Seniorin aus Wilsdruff gesprochen, die sich eine weiße Rose an den Mantel geheftet hatte. Als Sechsjährige erlebte sie den 14. Februar 1945 in Dresden. 75 Jahre später sagt sie über den Gedenktag:

Ich bin tieftraurig, dass es soweit gekommen ist, dass überall Polizei stehen muss. Ich hoffe, das Gute siegt im Menschen.

Wilsdrufferin Zeitzeugin und Teilnehmerin der Menschenkette

18:18 Uhr | Menschenkette löst sich auf

Nach dem Glockenläuten gehen tausende Menschen langsam wieder auseinander. Sie hatten - trotz des Regens - eine kilometerlange Menschenkette auf beiden Seiten der Elbe gebildet, die sich wie ein Ring um die Innenstadt schloss. Der Tag des Gedenkes und der Auseinandersetzung um die Erinnerungskultur geht jedoch weiter. Eine erste Zusammenfassung über die Geschehnisse des Tages lesen Sie hier:

18:01 Uhr | Stille in der Altstadt

Die Menschen, die sich zur Menschenkette zusammengefunden haben, gedenken still der Kriegsopfer. Die Kirchenglocken läuten.

Das Erstarken der AfD und ihres Flügels in den vergangenen Jahren ist Grund zur Besorgnis. Daher ist es noch wichtiger, dass die bürgerliche Mitte ein ganz klares Bekenntnis für Internationalität, Menschlichkeit, gegen Geschichtsverleugnung und radikales Gedankengut abgibt, welcher Couleur auch immer.

Hans Müller-Steinhagen Rektor TU Dresden, meldet seit zehn Jahren die Menschenkette an

17:54 Uhr | Symbolträchtiger Ort für Menschenkette

Menschen haben sich vor der Frauenkirche in Dresden zusammengefunden. Sie wollen in wenigen Minuten Teil der großen Menschenkette sein, die Dresden umschließen soll.

Wir sind aus den USA und leben seit sechs Jahren in Dresden. Es ist uns wichtig geworden, jedes Jahr herzukommen und an die Zerstörung zu erinnern.

Vater mit kleiner Tochter Teilnehmer der Menschenkette

Vor der beleuchteten Frauenkirche in Dresden haben sich viele Menschen in einer Reihe nebeneeinander aufgstellt. Sie wollen um 18 Uhr am 13.2.2020 ein Teil der goßen Menschenkette sein.
Bildrechte: Konstantin Henns

17:37 Uhr | Kritik an AfD-Veranstaltung am Abend

Der 21 Jahre alte Architekturstudent Clemens ist am Abend in die Innenstadt gekommen. Im Gespräch mit MDR SACHSEN kritisiert er die Geschichtsverfälschung und Instrumentalisierung des Dresdengedenkens durch AfD und rechte Gruppen. "Das hat hier keinen Platz", sagte er.

Ich will mich an der Erinnerungskultur beteiligen, damit sich das nicht wiederholt.

17:22 Uhr | OB Hilbert auf dem Neumarkt

Dresdens OB Dirk Hilbert ist mit Bundespräsident Steinmeier zum Neumarkt gekommen. Jetzt spricht das Stadtoberhaupt auf der Bühne. Er fordert die Menschen auf: "Lassen Sie uns auch am 15. Februar, am 17. Februar und das ganze Jahr ein friedliches Zeichen gegen Nationalismus und Rassismus setzen."

Dirk Hilbert auf einer Bühne
Bildrechte: Tino Plunert

17:14 Uhr | Rechte filmen Demonstranten auf dem Altmarkt

Demonstration
Bildrechte: Christine Reißing

Mehrere Besucher der Demo auf dem Altmarkt kritisieren in sozialen Netzwerken, dass sich Rechtsextreme unter die Kundgebung gemischt hätten und die Teilnehmer sowie die Veranstaltung abfilmten. Reporter berichten, dass Rechte die Kundgebung stören.

Unter den Störern hat das "Bündnis Dresden nazifrei" auch Daniel Z. ausgemacht, der Ende 2019 vor Gericht verurteilt wurde:

17:09 Uhr | Musikalischer Auftakt für Menschenkette

Der Projektchor der Dresdner Philharmonie, "Bürgerchor am Kulti", hat auf der Bühne am Neumarkt gesungen. Das war der Auftakt für die Menschenkette, die sich aktuell in der Dresdner Innenstadt bildet.

Gedenken Dresden - Bürgerchor am Kulti
Bildrechte: Tino Plunert

17:06 Uhr | Politiker Baum erinnert sich

17:02 Uhr | Ältere Sachsen engagieren sich

Unter den Demonstranten auf dem Altmarkt ist auch das Ehepaar Kühne aus der Nähe von Moritzburg. Es sagt einer MDR-Reporterin, dass es als Vertreter der älteren Generation die jungen Menschen unterstützen wolle, die jeden Montag gegen Pegida auf die Straße gehen:

Wir hoffen, dass sich auch mehr ältere Leute hierher trauen. Sie sollten sich überlegen, was sie machen, wenn sie nicht hier antreten, weil es ja um ihre Kinder geht.

Demoteilnehmer aus Moritzburg

16:52 Uhr | Gedenkveranstaltung zu Ende

Die offizielle Festveranstaltung im Kulturpalast ist zu Ende. Die geladenen Gäste sind von Ministerpräsident Kretschmer dazu eingeladen worden, sich der Menschenkette der Dresdner Bürger anzuschließen.

16:46 Uhr | Altmarkt füllt sich

Der Altmarkt füllt sich wieder mit Gegendemonstranten. Darunter sind auch die Aktivistinnen von "Omas gegen Rechts." MDR-Reporter schätzen, dass es bislang 350 Menschen sind. Unter den Demonstranten ist auch Annalena Schmidt, Stadträtin aus Bautzen und Mitglied der Gruppe "Dresden Nazifrei". Sie sagte MDR SACHSEN: "Ich kritisiere die AfD an sehr vielen Punkten. Weil auch andere Akteure in der Stadt völlig verkehren, um was es hier geht. Hier wird ein Opfermythos bedacht, ohne zu sagen, dass die Deutschen auch Täter waren."

Demo Omas gegen Rechts
Bildrechte: Christine Reißing

16:17 Uhr | Zeitzeugen erinnern sich

Roland Kaiser und Frank Richter im Kulturpalast Dresden
Der Schlagerstar Roland Kasier (re.) sitzt während des Festaktes neben dem Theologen und parteilosen Politiker Frank Richter. Bildrechte: xcitepress

Im Kulturpalast wird ein Film gezeigt mit dem Titel "Geboren im Jahr 1945". Darin sprechen Dresdner, die während der Bombennacht geboren wurden und heute ihren 75. Geburtstag feiern. Den Film verfolgen die Ehrengäste. Im Publikum sitzen auch Sachsens ehemaliger Ministerpräsident Kurt Biedenkopf und Schlagersänger Roland Kaiser.

Auf dem Altmarkt sind unterdessen Demonstrationswagen der beiden Bündnisse "Dresden nazifrei" und "Hope" aufgebaut worden. Die AfD hat ihren Infostand abgebaut.

Gegendemonstranten stehen auf einer LKW-Ladefläche.
Bildrechte: Tino Plunert

16:09 Uhr | Kriegszerstörung und Aufbau auch Thema in Chemnitz

Nicht nur Dresden, sondern auch Chemnitz ist im Frühjahr 1945 bombardiert worden. Das Schlossbergmuseum nimmt den 75. Jahrestag zum Anlass, um den Wiederaufbau in der Stadt zu dokumentieren. Die Ausstellunsgmacher konnten aus mehr als 1.000 Fotos eindrückliche Bilderfolgen zusammenstellen. Mehr Infos:

16:00 Uhr | Kretschmer zieht Grenze zu Geschichtsverfälschern

Nach starkem Applaus der Gäste im Kulturpalast für Steinmeiers Rede spricht nun Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er beginnt sein Grußwort mit Erinnerungen an seinen ersten Abend, an dem er als Student das Dresden-Gedenken in den 1990er-Jahren erlebt hat. "Die Bürger dieser Stadt haben eine ganz besondere Art der Erinnerung gehabt." Kretschmer erinnert sich an den Glockenklang über der Stadt, an das stille Beten und Gedenken der Menschen. Umso verstörender empfand er die Vereinnahmung des Gedenkens durch Neonazis und versteht, dass die Bürger ihre Erinnerungstage zurück haben wollen. Kretschmer spricht sich deutlich gegen Geschichtsverfälschungen und Umdeutungen aus.

Wir sind die Mehrheit und nicht die, die am Samstag oder am Montag hier herkommen.

Michael Kretschmer Ministerpräsident

15:56 Uhr | Steinmeier: "Lassen Sie uns die Würde jedes einzelnen Menschen schützen"

Wir wissen, die Zerstörung der Kulturstadt Dresden geschah nicht über Nacht und nicht nur im Februar 1945. Die Zerstörung der Kulturstadt Dresden begann bereits 1933 – so wie die Zerstörung vieler Kulturstädte überall in Deutschland.

Frank-Walter Steinmeier Rede im Kulturpalast

Mit diesen Worten erinnert Bundespräsident Steinmeier an "die Zerstörung der Vernunft", an die Anfänge dessen, was in der Zerstörung Europas endete. "Die Zerstörung der Kulturstadt Dresden begann, als Regisseure, Schriftsteller, Journalisten, Verleger und viele andere mehr wegen ihrer jüdischen Herkunft oder ihrer politischen Überzeugung verfolgt und verjagt wurden. Viele, wie die Sängerin Therese Elb und die Schauspielerin Jenny Schaffer-Bernstein, wurden später deportiert und ermordet."

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier spricht auf einer Gedenkveranstaltung im Kulturpalast.
Bildrechte: dpa

Die Bombardierung Dresdens erinnere ihn an die Zerstörung des Rechtsstaates und der Demokratie; an nationalistische Selbstüberhebung und Menschenverachtung; an Antisemitismus und Rassenwahn. Dann sieht er Parallelen zur aktuellen Lage. "Wir erleben, wie auch in unserem Land Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit das öffentliche Leben wieder zu vergiften beginnen, wie Rechtsstaat und demokratische Institutionen verächtlich gemacht und ihre Repräsentanten beleidigt und angegriffen werden."
Applaus bekommt der Bundespräsident nach seinen Worten: "Wenn gewählte Abgeordnete heute die Parlamente, in denen sie sitzen, vorführen und lächerlich machen, dann ist das der Versuch, die Demokratie von innen zu zerstören."

Es reicht nicht, wenn Demokratinnen und Demokraten erschauern und sich angewidert abwenden. Nichts davon darf in unserem Land unwidersprochen bleiben. Wir alle müssen Hass und Hetze zurückweisen, Beleidigungen widersprechen, Vorurteilen entgegentreten.

15:40 Uhr | Polizei hält Demonstranten auf Altmarkt auf

Die Demonstranten, die auf dem Altmarkt in pinkfarbenen Kostümen gegen die AfD protestiert haben, werden derzeit von der Polizei festgehalten. Die Beamten nehmen die Personalien der Beteiligten auf. Gegen eine der beteiligten Personen liegt laut Polizei ein Straftatbestand vor. Worum es genau geht, wollte der Polizist nicht sagen.

Polizei nimmt Personalien auf
Bildrechte: MDR/Konstantin Henß

15:38 Uhr | Berühende Worte der Opfer

Steinmeier erinnert eindrücklich konkret an die körperlich und seelisch gezeichneten Opfer, die den Feuersturm in Dresden überlebten. Er erinnert aber auch an die unzähligen Augenzeugen der Bilder, Geräusche und Gerüche der Schreckensnacht, die ihre Eindrücke festgehalten haben, um ihren Nachkommen davon zu erzählen. Manchmal seien es nur wenige Worte, die uns nahegehen, sagte Steinmeier. "So wie die Worte, die Lina Skoczowsky wenige Tage nach den Angriffen hier in Dresden auf eine Postkarte schrieb":

Lieber Vati! Deine 3 sind zusammen. Alles verloren.

Überlebende in Dresden 1945

15:29 Uhr | Bundespräsident erinnert an Kriegsbeginn vor 80 Jahren in Polen

Frank-Walter Steinmeier erinnert in seiner Rede an den Kriegsauftakt der deutschen Wehrmacht auf die polnische Stadt Wieluń. Er sagt: "Die Bomben von Wieluń waren das erste Verbrechen in einem Krieg, den das nationalsozialistische Deutschland in die Welt trug. Sie waren Vorboten des Grauens, das deutsche Selbstüberhebung, deutscher Rassenwahn und deutscher Vernichtungswille in den folgenden sechs Jahren über Europa brachten."

Heute haben wir uns hier versammelt, um an die Luftangriffe auf Dresden vor 75 Jahren zu erinnern. Wir gedenken der Opfer des Bombenkrieges in dieser Stadt, in Deutschland und in Europa. Und wir gedenken aller Opfer von Völkermord, Krieg und Gewalt.

Frank-Walter Steinmeier Bundespräsident

15:21 Uhr | Festakt beginnt

Im Kulturpalast ist die Mauerische Trauermusik von Wolfgang Amadeus Mozart verklungen. Dresdens OB Dirk Hilbert eröffnet die Veranstaltung mit seiner Rede. Er erinnert in seiner Begrüßung daran, dass jahrelang "Aufmärsche von Neonazis das Bild von Dresdens Zerstörung" und dem Gedenken daran geprägt haben. Seit zehn Jahren gebe es aber auch die Menschenkette der Dresdner Bürger. "Ein friedliches Zeichen gegen Hass und Gewalt und gegen Ewiggestrige", sagt Hillbert. Er lädt alle geladenen Gäste ein, die Menschenkette im Anschluss zu verstärken.

Ich empfinde es als ein großes Geschenk, dass seit 75 Jahren kein Krieg mehr Leid über unsere Heimat gebracht hat. Dieses Geschenk gilt es zu bewahren.

Dirk Hilbert Oberbürgermeister Dresden

15:14 Uhr | Friedensengel vor dem Kulturpalast

17 große weiße Engelsskulpturen rollen derzeit vor dem Kulturpalast hin und her. Die Engel der dänischen Künstlerin Marit Benthe Norheim mit dem Titel "Rolling Angels" mischen sich unter die Passanten. Sie sollen an die Opfer der Shoa und des Nazi-Terrors sowie an die Opfer des Zweiten Weltkrieges erinnern.

Große weiße Figuren mit Flügeln auf dem Rücken stehen vor dem Kulturpalast Dresden. Die Betonfiguren sollen Freidensengel sein und stehen symbolisch für die ermordeten Juden, die durch Nazi-Terror umgekommen sind und für alle Kriegsopfer des Zweiten Weltkrieges. EIne dänische Künstlerin hat die Objekte am 13.2.2020 in Dresden aufgebaut.
Das Kunstprojekt der rollenden Engel steht für Hoffnung, Frieden und Trost. Bildrechte: Konstantin Henss

10 Kommentare

Udo vor 1 Wochen

mattotaupa, bitte richtig lesen und verstehen und nicht nur ans ständige Bashing denken.
Die Zahl 6865 steht für die Toten, die auf dem ALTMARKT ums Leben kamen, nicht für Dresden als Ganzes.

Freiheit vor 1 Wochen

>Stadträte der AfD-Fraktion Dresden haben auf dem Heidefriedhof einen Blumenkranz niedergelegt, der die Zahl 6.865 bildet. Laut Alternative für Deutschland stehe der Kranz für die Zahl der Toten, die nach den Luftangriffen auf dem Altmarkt verbrannt wurden. Die Krematorien der Stadt hatten ihre Kapazitätsgrenze erreicht. Die Asche wurde daraufhin auf dem Heidefriedhof begraben.<

Lesen UND verstehen, mattotaupa!

Rotti vor 1 Wochen

Diese Instrumentalisierung der Bombennacht in Dresden. Egal durch wem auch immer. Es beleidigt die Opfer. Das beginnt mit dem unwürdigen Gezerre um die Opferzahlen. Und das endet mit dem Beleidigen der deutschen Opfer als Täter.
Die Menschen, die in diesem Inferno umkamen, die wollten nicht sterben. Die wollten leben.
Und, es ist egal, wer wo Bomben auf Städte ablädt. Es trifft immer die Falschen.
Deswegen ist Krieg immer das falsche Mittel.

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