Krebsforschung Dresden hat ein nationales Tumorzentrum

In Dresden ist ein Nationales Centrum für Tumorerkrankungen eröffnet worden. Das Zentrum verfügt über digital vernetzte OP-Räume, hochmoderne Labore und Technik zur Strahlentherapie. Eine Tagesklinik bietet 28 Behandlungsplätze. Es ist das bundesweit zweite Tumorzentrum nach Heidelberg. Bund und Freisstaat investierten rund 25 Millionen Euro.

Untersuchungsraum im neuen Tumorzentrum
Am Uniklinikum Dresden gibt es jetzt ein Tumorzentrum zur Behandlung von Krebserkrankungen. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Nach drei Jahren Bauzeit ist das Nationale Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Dresden auf dem Areal des Universitätsklinikums in Betrieb gegangen. Es handelt sich um die bundesweit zweite Einrichtung nach Heidelberg in Baden-Württemberg, in der Wissenschaftler, forschende Mediziner und behandelnde Ärzte eng zusammenarbeiten. "Dresden hat sich zu einem herausragenden Standort der Krebsforschung und Krebsmedizin entwickelt", sagte dazu am Montag Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und sprach von einem "wirklichen Schritt nach vorn", um Krebsforschung und Behandlung zu stärken.

Jährlich rund 12.000 Tumorpatienten

Ein Band wird vor dem Eingang des Turmorcentrums durchgeschnitten.
Zu Einweihung am Montag wurd ein Band feierlich zerschnitten. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Das hochmoderne Gebäude bietet laut NCT mit Experimental-OP, Einheiten für Bildgebung und Strahlentherapie, molekularen und zellbiologischen Laboren optimale Voraussetzungen für Krebsforschung auf Spitzenniveau. Eine Tagesklinik mit 28 Behandlungsplätzen verknüpft neueste Erkenntnisse mit der Versorgung von Krebspatienten. Pro Jahr sollen an dem mit dem Universitäts-Krebszentrum UCC verbundenen NCT rund 12.000 Tumorpatienten behandelt werden.

Der Freistaat investierte 22 Millionen Euro in den Partnerstandort mit Hightech-Ausstattung, in dem künftig rund 200 Wissenschaftler und Ärzte arbeiten. Vom Bund kommen gut drei Millionen Euro, dazu private Spenden. Träger des NCT sind neben der Uniklinik das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ), die Medizinische Fakultät der TU Dresden und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR).

Digitaler OP-Tisch

In einem "Operationssaal der Zukunft" sind Instrumente und Geräte digital vernetzt, Wissenschaftler können wichtige Daten zur Entwicklung roboter- und computergestützter Systeme für die Krebschirurgie sammeln. Im Zuge klinischer Studien sollen die Strahlentherapie verbessert und minimalinvasive Tumor-OPs präziser werden. Zudem untersuchen Forscher, wie sich Tumore in Entstehung und Wachstum beeinflussen lassen.

Bis 2022 soll mit dem Onco-Innovation-Lab eine Denkfabrik für neue Strategien und Technologien gegen Krebs entstehen. "Was Heidelberg für Süddeutschland ist, ist Dresden nun für die neuen Länder: der Ort der besten medizinischen Versorgung in diesem Bereich", sagte Kretschmer. Er versicherte, auch in schwierigen Zeiten in den Bereich medizinische Forschung und Krankenhäuser zu investieren.

Quelle: MDR/ma/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 21.09.2020 | ab 17:00 Uhr in den Nachrichten

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen