Der Eingang zum Oberlandesgericht, Landgericht und Amtsgericht in Dresden
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15.05.2019 | 18:30 Uhr Junge Mutter in Dresden wegen Tötung ihres Säuglings verurteilt

Der Eingang zum Oberlandesgericht, Landgericht und Amtsgericht in Dresden
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Eine junge Mutter hat nach Überzeugung einer Strafkammer des Dresdner Landgerichts in der Silvesternacht 2017 ihr Baby zu Tode geschüttelt. Die Richter verurteilten die 24-jährige Deutsche am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten - wegen Körperverletzung mit Todesfolge, Misshandlung von Schutzbefohlenen und falscher Verdächtigung. Der drei Wochen alte Säugling starb an Herz- und Atemstillstand nach einem schweren Schütteltrauma, wie der Vorsitzende Richter Martin Uebele sagte. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Verteidigung hatte Freispruch gefordert

Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt - der Nachweis der Tat sei nicht erfolgt. Die aus der Lausitz stammende Frau wohnte zuletzt mit ihrer Lebensgefährtin und dem neugeborenen Kind im Dresdner Stadtteil Bühlau. Sie war Anfang Januar 2018 verhaftet worden, nachdem die Obduktion Fremdeinwirkung statt plötzlichen Kindstod als Ursache ergeben hatte.

Zunächst hatte die junge Mutter ihre Lebensgefährtin verantwortlich gemacht und des Mordes bezichtigt, im Prozess schwieg sie zu den Vorwürfen. "Die Angeklagte hat den Tod ihres Kindes nicht gewollt, aber doch verursacht", sagte Richter Uebele. Ihre schwere Kindheit mit Gewalt und sexuellem Missbrauch wertete die Kammer strafmildernd. Zwei ältere Kinder waren der Frau weggenommen und in Pflegefamilien gegeben worden, der Vater der Geschwister war zur Tatzeit im Gefängnis.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 15.05.2019 | 18:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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