Amtsgericht Dresden Bewährungsstrafe für Mutter von ertrunkenem Kind

Im Prozess um den tödlichen Badeunfall eines vierjährigen Mädchens in einem Dresdner Freibad vor mehr als drei Jahren ist am Donnerstag das Urteil gefallen. Das Amtsgericht Dresden verurteilte die 42-jährige Mutter am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung. Der Richter verkündete das Urteil per Strafbefehl in Abwesenheit der 42-Jährigen. Nachdem die offenbar psychisch kranke Frau aus dem Landkreis Meißen die Verhandlung gestört und im Saal Corona-Trennscheiben umgestoßen hatte, wurde sie in ein Krankenhaus gebracht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Frau litt an psychischer Erkrankung

Laut Anklage war sie im Juli 2017 mit dem Mädchen, deren zweijähriger Schwester sowie ihren zwei elf und 13 Jahre alten Patenkindern im Stauseebad Cossebaude am westlichen Stadtrand. Demnach hat sie die Vierjährige nicht im Auge behalten, als sie sich mit ihrer jüngsten Tochter hinlegte. Das damals 1,22 Meter große Kind war später von Zeugen auf dem Grund des 1,35 Meter tiefen Beckens entdeckt worden. Ein Schwimmmeister reanimierte das Mädchen zunächst, die Ärzte stellten aber noch am selben Abend in einer Klinik den Hirntod fest.

Nach Justizangaben ist die Frau seit mindestens 15 Jahren in Behandlung, war bereits mehrfach in psychiatrischen Kliniken und wurde dort als geheilt entlassen. Sie soll sich liebevoll um ihre Kinder gekümmert, allerdings die Mädchen auch sich selbst überlassen haben.

Quelle: MDR/kh/dpa

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