Rechtsextremismus Haft- und Bewährungsstrafen im Prozess um "Freie Kameradschaft Dresden"

Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia, steht mit Waage und Richtschwert in der Hand auf dem Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg in Frankfurt am Main.
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Am Landgericht Dresden sind am Donnerstag die Urteile gegen drei weitere Anhänger der "Freien Kameradschaft Dresden" (FKD) gefallen. Die Schwurgerichtskammer verhängte für einen 34-Jährigen eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten und für einen 31-Jährigen drei Jahre und sechs Monate. Die Richter sahen die Vorwürfe des Landfriedensbruchs, die Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung und zum Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion als erwiesen an. Ein 36-Jähriger kam wegen Beihilfe zu schwerem Landfriedensbruch mit zwei Jahren auf Bewährung davon, er muss 3.000 Euro an ein Demokratieprojekt zahlen.

Die Staatsanwaltschaft hatte Haftstrafen von bis zu knapp fünf Jahren gefordert, die Verteidiger auf Freispruch oder Bewährung plädiert. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

Bei Krawallen mitgemischt

Nach Überzeugung des Gerichts haben die Neonazis mit der 2015 gegründeten FKD in verschiedener Beteiligung Polizisten bei rechtsextremen Krawallen in Heidenau attackiert, waren an Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte und Andersdenkende, am Überfall auf ein Dresdner Wohnprojekt und an Randalen von Hooligans und Neonazis Anfang 2016 in Leipzig-Connewitz beteiligt.

Seit November 2018 wurde gegen die drei Männer am Dresdner Landgericht verhandelt. Während der Hauptbeschuldigte im Verfahren sämtliche Vorwürfe bestritt, gaben die beiden anderen Angeklagten eine Beteiligung an Krawallen zu.

Freie Kameradschaft Dresden (FKD) Die FKD hatte sich 2015 gegründet. Der Neonazigruppe sollen fast 45 Personen angehört haben. Im November 2016 wurde sie ausgehoben. Seither wird in mehreren Prozessen gegen die damaligen Mitglieder verhandelt.

Quelle: MDR/dpa/ma/bh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 24.09.2020 | ab 09:00 Uhr in den Nachrichten

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