Fundort eines toten Babys auf einem Feld in Niederau im Landkreis Meißen
An dieser Stelle in Niederau wurde der tote Säugling gefunden. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

07.11.2019 | 08:45 Uhr Niederau: Mutter wegen Kindstötung verurteilt

Fundort eines toten Babys auf einem Feld in Niederau im Landkreis Meißen
An dieser Stelle in Niederau wurde der tote Säugling gefunden. Bildrechte: MDR/Roland Halkasch

Im Prozess um ein getötetes Neugeborenes im Landkreis Meißen hat das Schwurgericht am Dresdner Landgericht am Mittwoch die Mutter verurteilt. Wie der Vorsitzende Richter Martin Uebele MDR SACHSEN bestätigte, muss die 32 Jahre alte Frau wegen Totschlags für fünf Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Sechs Monate Untersuchungshaft werden demnach angerechnet. Da es sich weder um einen minderschweren Fall handele, noch eine Beeinträchtigung bei der Frau vorliege, hätte kein milderes Urteil gefällt werden können, so Uebele. Der Strafrahmen für Totschlag liegt zwischen fünf und fünfzehn Jahren.

Frau brachte Kind allein zur Welt und ließ es erfrieren

Die Frau hatte im Dezember 2017 ihr Kind nach einer verheimlichten Schwangerschaft allein in ihrem Auto zur Welt gebracht und den gesunden Neugeborenen in Tücher gewickelt auf einem Betriebsgelände in Niederau abgelegt. Der Säugling erfror bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt. Ein Auszubildender eines Landwirtschaftsbetriebs fand die Leiche.

Die Frau hat den Berichten zufolge 2010 bereits ein Kind anonym in einer Klinik geboren und kannte damit laut Gerichts die Alternativen zu ihrem Handeln. Das erste Kind lebt in einer Pflegefamilie.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 07.11.2019 | 08:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

Zuletzt aktualisiert: 07. November 2019, 08:41 Uhr

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