Moscheebomber in Dresden vor Gericht
Bildrechte: MDR/Anett Apfel

10.09.2019 | 12:55 Uhr "Moschee-Bomber" vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen

Moscheebomber in Dresden vor Gericht
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Das Landgericht Dresden hat den bereits verurteilten sogenannten Moschee-Bomber vom Vorwurf der Beleidigung freigesprochen. Er soll während seines Prozesses im vergangenen Jahr einen Polizisten, der als Zeuge aussagte, geduzt haben. In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Richter, nicht jede Distanzlosigkeit sei eine Beleidigung. Man habe die angespannte Verhandlungssituation des mittlerweile verurteilten Angeklagten sowie auch die zahlreichen Pannen der Ermittlungsbehörden beachten müssen. Und: Man müsse auch mal die Kirche im Dorf lassen, wenn jemand zu neun Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt sei und für seine unsachliche Äußerung bereits eine dreitägige Ordnungshaft abgesessen habe. Das sei zwar kein Freibrief für Unverschämtheiten, aber man solle doch den Einzelfall betrachen. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte für den 32-Jährigen eine Geldstrafe gefordert. Über den früheren Vorwurf der Bedrohung wurde nicht mehr verhandelt.

Der Mann sitzt bereits wegen versuchten Mordes eine Strafe von neun Jahren und acht Monaten ab. Er war im vergangenen Jahr unter anderem wegen des Anschlags auf eine Moschee in Dresden sowie das Kongresszentrum verurteilt worden.

Quelle: MDR/aa/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.09.2019 | 12:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 10. September 2019, 12:55 Uhr

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