09.07.2020 | 14:18 Uhr Urteil in Dresden gefallen: Vergewaltiger muss in Psychiatrie

Landgericht Dresden
Eingang zum Landgericht Dresden Bildrechte: MDR / Christoph Stelzner

Ein Jahr nach einer Serie sexueller Übergriffen auf Kinder und eine junge Frau in Dresden ist ein 38-Jähriger zu sieben Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Die Jugendschutzkammer des Dresdner Landgerichts sah es als erwiesen an, dass der Mann drei Mädchen und eine Erwachsene in Dresden sowie schon im Sommer 2018 ein Kind und eine Jugendliche bei Bad Gottleuba im Osterzgebirge überfallen und missbraucht hatte. Die Richter befanden den Dresdner der besonders schweren Vergewaltigung, des mehrfachen sexuellen Missbrauchs von Kindern und der sexuellen Nötigung für schuldig.

Angeklagter schweigt im Prozess

Die Kammer ordnete die Unterbringung des Mannes in der Psychiatrie an. Von ihm gehe ohne Therapie nach wie vor die Gefahr weiterer Taten aus, sagte der Vorsitzende Richter, Andreas Ziegel. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Verteidigung kündigte Revision an.

Der Arbeitslose war am 23. Juli 2019 nach der Vergewaltigung einer 15-Jährigen in Dresden festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte schwieg im Prozess zu den Vorwürfen und nahm das Urteil regungslos auf. Er soll Tausende kinderpornografischer Fotos und Videos besessen und einige davon selbst erstellt haben. Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine Art Schizophrenie festgestellt und ihn als zur Tatzeit vermindert schuldfähig eingestuft. Mit dem Urteil folgte die Kammer der Forderung der Staatsanwaltschaft, die Verteidigung hatte auf maximal fünf Jahre plädiert.

Quelle: MDR/dpa/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.07.2020 | 11:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

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