09.12.2019 | 07:54 Uhr Verkehrsverbund Oberelbe testet alternative Antriebe für Dieselnetz

Mit Blick auf den Klimaschutz plant der Verkehrsverbund Oberelbe den Einsatz alternativer Antriebstechnologien. Wie das Unternehmen mittelte, wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren Untersuchungen mit der Technischen Universität Berlin und Bombardier durchgeführt. Die Tests sollen im kommenden Jahr fortgesetzt werden.

Desiro-Triebwagen der Städtebahn Sachsen
Spätestens ab 2031 sollen die Desiro Diesel-Triebwagen der Baureihe 642 der Vergangenheit angehören. Bildrechte: MDR/L. Müller

Elektro im Mittelpunkt

Im Mittelpunkt steht der Einsatz von Elektrozügen im Dieselnetz des Verkehrsverbundes. Eine im Sommer 2018 beauftragte Machbarkeitsstudie sollte die Wirtschaftlichkeit von Elektroantrieben und eine mögliche Umsetzung prüfen. "Wir haben uns darüber Gedanken gemacht, wie wir die Züge auf eine Akku-Technologie umstellen können", sagte Verbundssprecher Christian Schlemper MDR SACHSEN. Getestet wurde der Talent 3 Batterietriebzug von Bombardier. Der vollelektrische Zug ist mit Batterien ausgestattet. Ist der Zug auf einer elektrifizierten Strecke unterwegs, lädt er über den Stromabnehmer auf dem Dach die Akkus auf. Wenn er dann ohne Oberleitung weiterfahren muss, nutzt er die gespeicherte Energie für den Antrieb.

Wie groß ist das VVO-Dieselnetz?

Das VVO-Dieselnetz umfasst die Bahnstrecken zwischen Dresden, Kamenz und Königsbrück, durch das Müglitztal nach Altenberg sowie zwischen Pirna und Sebnitz. Die jährliche Zugleistung umfasst rund 1,9 Millionen Zugkilometer. Im Netz sind täglich knapp 10.000 Fahrgäste unterwegs.

Umstieg schwerer als gedacht

Ein einfacher Umstieg auf Elektrotechnologie sei laut Unternehmen derzeit nicht möglich. Der Zug kann mit Batterieantrieb nur bis zu 40 Kilometer weit fahren. Weitere Teile der VVO-Strecken müssten elektrifiziert und Ladestationen an den Endpunkten installiert werden. Lediglich die Linie Dresden - Königsbrück könne bislang von den Batteriebetriebszügen genutzt werden, so der Verbund.

Im Zuge der Studie wurden Fahrten auf Basis des aktuellen Fahrplans simuliert. Auch Wendezeiten, Umlaufpläne und Sitzplatzkapazitäten entsprachen den aktuellen Gegebenheiten. "Wir wollen aber auch Probefahren mit anderen Antrieben ausprobieren", so Schlemper. Zum Beispiel soll der Einsatz von Brennstoffzellen getestet werden. Die Umstellung auf einen alternativen Antrieb ist für das Jahr 2031 vorgesehen.

Eins von Weltweit drei Projekten

Die Entwicklung des Talent 3-Batteriebetriebszuges soll von anderen Mobilitätsprojekten des Unternehmens Bombardier profitieren. Seit 2014 sind Batteriestraßenbahnen in China in Betrieb. Aufgeladen werden die Straßenbahnen an speziellen Ladesäulen im Stadtgebiet von Najing. Außerdem können die Züge beim Bremsen Energie zurückgewinnen, die dann in den Akkus gespeichert wird.

In mehreren deutschen Städten, darunter Berlin und Mannheim, werden seit 2015 E-Busse mit einem vereinfachten Ladesystem getestet. Der Strom für die Batterien wird kontaktlos über Induktionsschleifen geliefert. Dadurch können die Busse in Zukunft auch an Haltestellen im Stadtgebiet geladen werden und müssen nicht extra zu speziellen Ladesäulen fahren.

Quelle: MDR/fg/vvo/mdb

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.12.2019 | 07:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Bautzen

Zuletzt aktualisiert: 09. Dezember 2019, 07:54 Uhr

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