Ordensvergabe Zehn Personen mit dem sächsischen Verdienstorden ausgezeichnet

Sächsischer Verdienstorden
Der Sächsische Verdienstorden wird seit 1997 an Menschen aus dem In- und Ausland vergeben, die sich besonders für den Freistaat und seine Bürger engagiert haben. Bildrechte: dpa

Für ihr besonderes gesellschaftliches Engagement erhalten zehn Persönlichkeiten den sächsischen Verdienstorden - die höchste Auszeichnung Sachsens. Wegen der Corona-Bestimmungen erfolgt die Verleihung des Ordens an die vier Frauen und sechs Männer zwischen 61 und 91 Jahren geteilt in zwei Veranstaltungen am Freitag sowie Sonnabend in der Staatskanzlei in Dresden. Die Preisträger hätten sich an ganz verschiedenen Stellen in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht - und würden damit Zusammenhalt schaffen, sagte Ministerpräsident Michael Kretschmer.

Ich danke Ihnen für Ihren wunderbaren und uneigennützigen Einsatz für den Freistaat.

Michael Kretschmer Ministerpräsident Sachsen

Gewürdigt wurden der Einsatz für Frieden und Versöhnung, gegen den Missbrauch der Geschichte durch Rechtsextreme, für die Fortführung von Traditionen, für Kultur und Wissenschaft, für den Nachwuchs in der Wirtschaft, den Erhalt von Denkmälern, Zeugnisse der Geschichte oder gesundes Schulessen.

Die Preisträger und Preisträgerinnen 2020

Nora Lang

Nora Lang engagiert sich seit Jahrzehnten in der Versöhnungsarbeit, für Frieden und Menschenrechte. 1945 überlebte sie als 13-Jährige die Bombardierung ihrer Heimatstadt Dresden und ist seit dem regelmäßig als Zeitzeugin unterwegs.

Dr. Achim Middelschulte

Achim Middelschulte hat sich nach der Wiedervereinigung für Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft im Freistaat Sachsen engagiert. Als langjähriges Mitglied des ersten Kuratoriums der TU Bergakademie Freiberg setzte er sich für die weitere erfolgreiche Entwicklung der Hochschule ein.

Karla Brümmer

Karla Brümmer setzt sich seit Anfang der vielen Jahren für Menschen ein, die an Multipler Sklerose erkrankt sind. Seit 1991 ist sie Mitglied der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft im Landesverband Sachsen. Seither leitet sie ehrenamtlich eine Selbsthilfegruppe in Chemnitz.

Prof. Dr. Lothar Kroll

Prof. Dr. Lothar Kroll wird für seine Arbeit und sein Engagement für den Wissenschaftsstandort Sachsen ausghezeichnet. Er übernahm 2006 an der TU Chemnitz die Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung, die heute zu den besonders erfolgreichen bundesweit zählt. Auch für den Austausch über Grenzen hinweg macht er sich stark. Beispiel dafür ist die enge Zusammenarbeit mit der TU Opole in Polen.

Werner Eyßer

Werner Eyßer (61) ist Unternehmer und engagierte er sich im Ehrenamt im "Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Sachsen e.V." - zwischen 2006 und 2018 als Präsident des Vereins. Mit Kreativität und Elan setzte er sich unter anderem für die Landesgartenschauen in Sachsen und verschiedene Wettbewerbe ein. Hinzu kommt Sponsoring für mehrere Sportvereine in der Region Dresden.

Ruth Müller-Landauer

Ruth Müller-Landauer setzt sich im besonderem Maße dafür ein, Kindern und behinderten Menschen passende Tanz- und Bewegungsangebote zu ermöglichen. Ihr Wissen und Können als Tanzlehrerin gab sie in verschiedenen Kindertanzgruppen weiter und gründete im Alter von 60 Jahren den Turn- und Tanzverein "Vergißmeinnicht e. V." in Plauen. Sie engagiert sich außerdem für die Brauchtumspflege im Vogtland.

Dr. Siegfried Krüger

Dr. Siegfried Krüger ist Unternehmer und übernahm 1993 in Leipzig die Härterei des Getriebewerkes. Aus einer kleinen Firma mit 16 Mitarbeitern entstand unter seiner Leitung eine Unternehmensgruppe mit heute rund 1.000 Beschäftigten. 2009 gründete er eine Stiftung, die medizinische Forschung und Lehre fördert. Finanzielle Unterstützung erhält insbesondere die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Leipzig.

Prof. Dr. Wolfgang Zeller

Prof. Dr. Zeller hat sich für die Entwicklung des Freistaates Sachsen nach der Wiedervereinigung eingesetzt. Der gebürtige Baden-Württemberger ging als Beamter Ende 1989 im Rahmen der Wiederaufbauhilfen nach Sachsen. Er übernahm die Abstimmung mit Verwaltung, Unternehmen, wissenschaftlichen Einrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürgern. Er etablierte die Studienakademie Plauen als weiteren Standort und förderte die Gleichstellung der Hochschulabschlüsse.

Prof. Dr. Rainer Eckert

Prof. Dr. Eckert ist Historiker und Politikwissenschaftler und war von 2001 bis 2015 Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums Leipzig. In seiner beruflichen und privaten Forschungstätigkeit befasste er sich insbesondere mit der Aufarbeitung der Friedlichen Revolution in Sachsen sowie der Aufklärung und dem Gedenken an die Geschichte der SED-Diktatur. 

Rosemarie Schneider

Rosemarie Schneider engagiert sich bereits seit 1977 in besonderer Weise für bezahlbare und gesunde Essenverpflegung in Kindertagesstätten und Schulen. Sie ist Gründerin der 2008 ins Leben gerufenen Initiative "Leipziger Netzwerk der Ess-Klasse", die sich bundesweit, insbesondere aber in Leipzig und Sachsen, für vollwertige Kinder- und Schulspeisung einsetzt. Um Kindern unabhängig ihrer sozialen Herkunft qualitativ hochwertiges Essen zu ermöglichen, sucht sie regelmäßig das Gespräch mit Schulleitern und Eltern sowie Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft.

Der Sächsische Verdienstorden wird seit 1997 an Menschen aus dem In- und Ausland vergeben, die sich besonders für den Freistaat und seine Bürger engagiert haben. Nach Angaben der Staatskanzlei wurde er bisher 339 Mal verliehen.

Quelle: MDR/bj/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 17.10.2020 | 19:00 Uhr

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