15.02.2020 | 00:50 Uhr Dynamo Dresden-Fans randalieren bei St. Pauli - mehrere Verletzte

Auseinandersetzung der Fans aus Dresden mit den Ordner und der Polizei auf St. Pauli
Auseinandersetzung der Fans aus Dresden mit den Ordner und der Polizei auf St. Pauli. Bildrechte: imago images / osnapix

Bei den Ausschreitungen einiger Dresdner Fußball-Fans nach dem Zweitliga-Spiel beim FC St. Pauli hat es offenbar Verletzte gegeben. Beide Vereine kündigten noch am Freitagabend via Twitter an, die Vorgänge aufzuarbeiten.

Ordner angegriffen, Rakete gezündet

Zwischen den Fans der beiden Clubs herrscht seit Jahren ein angespanntes Verhältnis. Nach dem 0:0 hatten Dynamo-Anhänger versucht, aus ihrem Stehplatz-Block in den Sitzplatzbereich mit St. Pauli-Fans zu klettern. Die Randalierer griffen Ordner an, die sie hindern wollten. Dabei wurden einige Sicherheitsleute verletzt. Nach Informationen des NDR wurden acht Ordner verletzt, einer von ihnen wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Auch eine Rakete wurde gezündet, die unter das Tribünendach flog und von dort zurück auf die Zuschauerränge fiel.

Erst durch den Einsatz der Polizei konnte die Situation beruhigt werden. "Der FC St. Pauli wird die Ereignisse nach Spielende in der Nordkurve intensiv aufarbeiten. Allen Verletzten wünschen wir gute Besserung: You'll never walk alone!", schrieb der FC St. Pauli auf Twitter.

Ähnlich äußerte sich Dynamo Dresden. Die Ereignisse würden aufgearbeitet, twitterte die SGD:

Provokationen Richtung Dresden

Schon unmittelbar nach dem Spiel hatte es deutliche Stellungnahmen gegeben. "Das ist schade. Das gehört sich nicht", sagte St. Paulis Trainer Jos Luhukay über das Verhalten der Dynamo-Anhänger. "Es soll ein Fußball-Fest sein." Dresdens Abwehrspieler Chris Löwe meinte im TV-Sender Sky: "Wir wollen hier Fußball spielen und Spaß haben. So etwas gehört hier nicht her."

Vor den Ausschreitungen soll es Provokationen aus den Reihen der St. Pauli-Fans gegeben haben. So waren offenbar Aufkleber im Umlauf, auf denen das Dynamo-Logo abgewandelt und mit einer Fliegerbombe versehen war. Auf einem anderen Aufkleber heißt es: "Antisächsistische Aktion". Zudem soll auf einem Schriftzug im Block der St. Pauli-Fans gestanden haben: "Sowas kommt von sowas. Gegen den deutschen Opfermythos" - möglicherweise eine Anspielung auf die Gedenken zur Zerstörung Dresdens in diesen Tagen.

Quelle: MDR/dk/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 15.02.2020 | 19:00 Uhr

47 Kommentare

Die Anderen vor 15 Wochen

Schön das die Bombardierung durch die Allierten zur Beendigung des von den Nazis herbeigeführten Krieges kein Grund für die Dynamo Randalierer war.
Das Hamburger Bier mag nicht jedem schmecken, möglicherweise gab es auch im Dynamoblock Alkohofreies, das weiß ich nicht, aber deswegen einfach zu behaupten es sei Urin, ist Unsinn.
Im Mittelteil entmenschlichen sie mit ihrer Bemerkung St.Pauli Fans und verallgemeinern doch stark. Möglicherweise springen Menschen mit einem geringen sozialen Status, wenig Selbstwertgefühl und einem geringen IQ auf so etwas an, weshalb ich ihre Äußerungen für bedenklich halte.

Ostsachse vor 15 Wochen

Es mag nicht der Auslöser gewesen sein aber es wurde wissentlich ein Vereinslogo für ein politisches Statement missbraucht , ob das noch was mit Sport zu tun hat wage ich zu bezweifeln , es wurde ganz klar eine Grenze überschritten , Was hat Dynamo mit dem 13.2 zu tun

Stefan1411 vor 15 Wochen

Lassen sie sich gern mit Urin, abgefüllt in Bechern und Schnapsflaschen bewerfen. Ich habe i.d.R. eine friedliche Einstellung beim Fußball, aber wenn ich mit Pippi vollgeworfen werde kann evtl auch ne Sicherung durchbrennen. Hören Sie auf St Pauli als unschuldige Waisenkinder hier darzustellen. Primaten im Zoo werfen auch mit Exkrementen.Auch die Aufkleber waren nicht der Grund, da haben wir schon schlimmeres gesehen.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen

Angeleint suchten Taucher der Polizei am Freitag die Neiße unterhalb der Altstadtbrücke ab.
Angeleint suchten Taucher der Polizei am Freitag die Neiße unterhalb der Altstadtbrücke ab. Bildrechte: MDR/Danilo Dittrich