Polizei vor einer Tankstelle in Dresden
Ein Großaufgebot der Polizei war an der Tankstelle im Einsatz. Die Täterin konnte dennoch entkommen. Bildrechte: Tino Plunert

Kriminalität Tankstellenüberfälle in Dresden: "Für eine Festnahme auf frischer Tat werden wir auch Glück brauchen"

Wieder ist eine Tankstelle in Dresden überfallen worden. Wieder von einer unbekannten Frau, die mit einer Pistole Bargeld verlangte. Das SEK der Polizei eilte an den Tatort, trotzdem entkam die Frau unerkannt. Die Polizei geht von einer Täterin aus dem Drogenmilieu aus.

Polizei vor einer Tankstelle in Dresden
Ein Großaufgebot der Polizei war an der Tankstelle im Einsatz. Die Täterin konnte dennoch entkommen. Bildrechte: Tino Plunert

In Dresden ist zum vierten Mal innerhalb weniger Tage eine Tankstelle überfallen worden. Wie die Dresdner Polizei mitteilte, war am Montagabend eine Tankstelle im Stadtteil Strehlen betroffen. Wie in den vorangegangenen drei Fällen hat eine vermummte Frau das Verkaufspersonal mit einer Pistole bedroht und die Herausgabe von Bargeld verlangt. Die Unbekannte floh mit einem Betrag in dreistelliger Höhe. Die Polizei geht davon aus, dass es sich in allen Fällen um die gleiche Täterin handelt.

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei an der Tankstelle in der Dohnaer Straße. Die ist am 28.1.2019 von einer Vermummten überfallen worden. Es war der vierte Überfall innerhalb weniger Tage an einer Dresdner Tankstelle.
Am Montagabend wurde die Star-Tankstelle in Dresden-Strehlen überfallen. Bildrechte: Roland Halkasch

An den Fahndungsmaßnahmen am Abend waren mehr als 20 Streifenwagen beteiligt. Das Spezialeinsatzkommando der Polizei suchte mit Hunden und einem Hubschrauber bis in die Nacht hinein ergebnislos nach der Frau. Die Suchmaßnahmen wurden inzwischen eingestellt, sagte die Polizei auf Nachfrage von MDR SACHSEN. "Neben den Ermittlungen sind gleichzeitige Fahndungseinsätze ein zweiter Ansatz. Für eine Festnahme auf frischer Tat werden wir sicher auch ein bisschen Glück brauchen. Schließlich wissen wir nicht, wo sie als nächstes zuschlagen wird", sagte Dezernatsleiter Olaf Richter.

Vier Tankstellenüberfälle innerhalb weniger Tage sind ungewöhnlich. Offensichtlich braucht die Täterin regelmäßig Geld. Es spricht daher einiges dafür, dass die Überfälle mit Beschaffungskriminalität im Zusammenhang stehen und wir die Täterin im Drogenmillieu suchen müssen.

Olaf Richter zuständiger Dezernatsleiter bei der Dresdner Kriminalpolizei

Polizei: Unbekannte kennt sich gut in Dresden aus

Eine vermummte Person mit vorgehaltener Waffe in einer Tankstelle
Die vermummte unbekannte Frau beim dritten von nunmehr vier Tankstellen-Überfällen in Dresden. Bildrechte: Polizeidirektion Dresden

"Das Markante an den Taten ist das resolute Vorgehen der Frau. Sie ist mit gezogener Waffe in den Verkaufsraum gegangen, hat nur wenige Worte verloren und Bargeld gefordert", sagte Marko Laske von der Polizei Dresden im Gespräch mit Kripo Live. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sich die Unbekannte gut in Dresden auskennt und aus der Region stammt.

Die Täterin wurde von Augenzeugen als hager beschrieben, etwa 1,75 Meter groß und etwa 25 Jahre alte, die akzentfrei Deutsch sprach und einen Rucksack mit sich trug. Die Beamten suchen Zeugen und ermitteln wegen räuberischer Erpressung. Hinweise nimmt die Polizeidirektion unter der Telefonnummer: 0351-4 83 22 33 entgegen. Bislang seien 20 Zeugenhinweise eingegangen, so die Polizei am Dienstag. In acht Fällen werde ermittelt.

Inzwischen hat die Dresdner Polizei Kontakt zu den Tankstellenbetreibern in der Stadt aufgenommen und bietet ihnen eine Sicherheitsberatung an. Dabei sollen auch richtige Verhaltensweisen besprochen werden.

Ein Mann von der Polizei nimmt Fingerabdrücke am Tresen einer Star-Tankstelle.
Ein Polizeibeamter sichert Fingerabdrücke und Spuren am Tresen der überfallenen Tankstelle in Strehlen. Bildrechte: Tino Plunert

Quelle: MDR/kk/dk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 29.01.2019 | ab 08:00 Uhr in den Nachrichten
MDR SACHSENSPIEGEL | 29.01.2019 | 19:00 Uhr

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2019, 08:14 Uhr

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10 Kommentare

30.01.2019 20:53 Birgit 10

Das eigentliche Problem ist doch, dass eine Person (Angestellte/r) abends allein in der Tankstelle ist. Zudem wäre es ratsam, dass die Tankstellen schon früher den Nachtschalter in Betrieb nehmen, wenn vorhanden. Nebenbei bemerkt: Ausserdem sollte, wie in Amerika üblich, erst bezahlt werden und danach kann für den angegebenen und bezahlten Betrag an der Zapfsäule getankt werden. Da sehe ich in Deutschland noch arge Lücken. Betreffs der Überfälle müssten Zivilbeamte unterwegs sein, die nachts die Tankstellen mal abfahren. Aber da fehlt es sicher wieder an Personal. Traurig, aber wahr.

30.01.2019 18:09 Katrin 9

Mal die Spielhallen kontrollieren..!!

29.01.2019 22:48 DER Beobachter zu Horst 1, D.o.M. und Anfrage 8

Anfrage: Über den bisher ja anscheinend weniger nötigen Alarmknopf wird jetzt sicher auch nachgedacht. Die Verkehrsmöglichkeiten wird die Kriminalpolizei doch wohl überprüfen und ggf. entsprechende Spuren. Aber vllt. ist sie ja auch mit dem Raumschiff gekommen ;) D.o.M.: Diverse könnte die Polizei sicher von diversen Männern und diversen Frauen unterscheiden. Oder eben doch nicht. Horst 1: ist schon starker Tobac gerade von Ihnen, unserer deutschen, v.a. sächsischen Polizei Unfähigkeit zu unterstellen.
Zumindest D.o.M. und Horst 1 könnten ja eine Bürgerwehr gründen. Wobei: die Täterin sprach ja akzentfrei deutsch. Andererseits: Drogenabhängige, Fahrradfahrer und Diverse sind ja für manche Kommentatoren hier per se links. Da passts schon wieder. Man-man-man, was für ein Geschwätz...

29.01.2019 21:13 Janes 7

Horst1: Was soll denn die Polizei "veranstalten", dass es ihnen gefällig ist? Jede Tankstelle 24 h überwachen? Ich persönlich finde es lobenswert, dass sogar das SEK dafür aktiviert wurde. Das zeigt eben genau die Fähigkeiten der Behörden

29.01.2019 17:13 Horst 1 6

das SEK war schnell zur Stelle? Es ist lachhaft,was hier unsere Polizei veranstaltet! Für mich ist das Unfähigkeit der Behörden, diese Frau nicht zu schnappen!

29.01.2019 16:39 Anonym 5

Da spielt jemand mit der Polizei. Ich vermute mal, dass Polizeitaktik und Polizeistrukturen der mutmaßlichen Täterin nicht unbekannt sind. Und verschärft ist ja jetzt damit zu rechnen, dass in den Tankstellen nicht mehr nur einfaches Servicepersonal hinter der Kasse stehen wird.

29.01.2019 15:16 Anfrage 4

Warum gibt es neben oder unter den Kassen keinen,von außen nicht sichbaren , Alarmknopf oder Farbsprüher usw. ? Vielleicht parkt ein Auto in der Nähe was sie mitnimmt oder gehört sie zur Fahrradliga ?

29.01.2019 15:14 Janes 3

@1: Vlt ist "der Überfallende" ja divers. Wir werden es wohl nie erfahren.

29.01.2019 13:42 Dresdner 2

Die Tankstelle ist aber nicht in Strehlen! Das ist Leubnitz-Neuostra!

[Lieber Dresdner,
vielen Dank für den Hinweis. Die zuständigen Kollegen sind informiert.
Mit freundlichen Grüßen,
ihre MDR.de-Redaktion]

29.01.2019 13:10 D.o.M. 1

Die Gleichberechtigung schreitet voran. Warum auch immer nur männliches Überfallspersonal ? Jetzt müssen nur noch die Diversen nachziehen.

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