Über die Macht des Mondes Der Vollmond im August

Der Mond hat für uns Menschen eine ganz besondere Bedeutung. Wir sehen darin Gesichter, staunen über die Verwandlungen des Mondes und können bei Vollmond angeblich schlechter schlafen. Am 3. August ist wieder Vollmond. Allerdings werden wir den wahrscheinlich gar nicht sehen, weil uns die Wolken einen Strich durch die Rechnung machen. Über die Macht des Mondes reden wir mit Ulf Peschel, dem Leiter der Sternwarte und des Planetariums in Radebeul.

Der Vollmond 4 min
Bildrechte: MDR/Gerald Perschke

Was sehen wir genau, wenn wir den Vollmond in klaren Nächten durchs Fernrohr beobachten?

Der Mond ist ein sehr schönes Beobachtungsobjekt. Es macht auch schon mit einem kleinen Fernrohr viel Spaß, ein bisschen auf dem Mond spazieren zu gehen. An erster Stelle sehen wir die Einschlagskrater. In aller Regel haben die auch einen Zentralberg, der in der Mitte herausragt. Das kommt daher, weil das Material bei einem Einschlag eines Asteroiden wieder ein Stückchen zurückfedert. Dann haben wir natürlich Gebirge. Diese Gebirge auf dem Mond haben alle Namen von irdischen Gebirgen. Das Alpental, das ist ganz berühmt, das ist 130 Kilometer lang. Wir haben die Mare, das sind riesengroße Lavadecken. Das sind diese dunklen Stellen, die jetzt gerade bei Vollmond gut zu sehen sind, auch mit bloßem Auge.

Warum wendet uns der Mond eigentlich immer dieselbe Seite zu? Da spielt die Gravitation eine Rolle, das heißt die Anziehungskraft zwischen der Erde und dem Mond. Im Verlauf eines Monats läuft der Mond einmal um die Erde und dreht sich währenddessen auch genau einmal um die eigene Achse. So kommt es, dass immer die gleiche Seite zur Erde zeigt, so als wäre der Mond festgebunden. Wissenschaftler sprechen hier von "gebundener Rotation".

Wie hoch sind die Mondgebirge?

Die sind höher als auf der Erde. Das glaubt man vielleicht gar nicht, weil der Mond ja viel kleiner ist als die Erde. Aber die können bis zu 13 Kilometer aus der unteren Ebene des Mondes herausragen.

Es gibt Menschen, die schlafen bei Vollmond schlecht. Ist es wissenschaftlich bewiesen, dass der Mond Einfluss auf unseren Schlaf hat?

Wenn es bei Vollmond eine bewölkte Nacht gab, dann haben das die Meisten, die bei Vollmond schlecht schlafen können, gar nicht mitbekommen und auch gut geschlafen. Also ich denke, das liegt an dem hellen Licht. Der eine oder andere ist da vielleicht ganz besonders empfindlich. Einen direkten wissenschaftlichen Hintergrund gibt es meiner Meinung nach nicht.

Gibt es in der Erforschung des Mondes derzeit internationale Projekte?

Ein Foto der NASA vom 20. Juli 1969, zeigt die aufgehende Erde vor der Landung aus dem Mondorbit der Apollo 11-Mission.
Der Wunsch-Traum vieler Nationen - die Landung auf dem Mond. Bildrechte: dpa

Viele Nationen haben das Ziel, zum Mond zu kommen. Und da geht es natürlich eher um die technischen Möglichkeiten. Da spielt Raumfahrt eine Rolle. Schließlich wollen wir zum Mars und es wäre eine Option, zum Beispiel eine Start-Rampe vom Mond zu haben. Weil ich dort wesentlich weniger die Rakete beschleunigen müsste, weil der Mond aufgrund seiner geringeren Masse eine viel geringere Schwerkraft hat und weil er viel kleiner ist als die Erde. Das wäre eine Option.

Die Chinesen haben angekündigt, zum Mond zu fliegen. Da sagen die Amerikaner dann natürlich auch gleich, das machen wir auch wieder mal. Es ist ja nun schon sehr lange her, dass die Amerikaner auf dem Mond waren. Und sicher wird man das dann auch mit der Erforschung des Mondes verbinden, wenn man schon einmal dort ist. Natürlich wird man dann auch Forschungsprogramme und Forschungsaufgaben haben.

Welche Beobachtungsmöglichkeiten, nicht nur des Mondes, bietet die Sternwarte Radebeul jetzt im Sommer an?

Sternwarte Radebeul
Ein Paradies für Astronomie-Fans - die Sternwarte Radebeul. Bildrechte: Sternwarte Radebeul

Wir bieten Tage für Himmelsbeobachtungen an. Freitags ist immer die gesamte Terrasse der Sternwarte Radebeul geöffnet und es sind sämtliche Teleskope in Betrieb. Da gibt es dann auch die entsprechenden Experten, die einem erklären, was man zu sehen bekommt. Jetzt im Sommer beginnen die Himmelsbeobachtungen um 21:30 Uhr. Im September dann wieder 20 Uhr, wenn es abends wieder etwas eher dunkel wird.

Quelle: MDR/th/in/planet-schule.de

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 03.08.2020 | 10:00 - 13:00 Uhr

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