18.02.2020 | 05:50 Uhr Immer mehr Sachsen bewaffnen sich

Schusswaffe, Automatik-Pistole, verschiedene Arten von Waffenscheinen, Waffenbesitzkarten
Schusswaffe und Waffenschein (Symbolbild) Bildrechte: dpa

Immer mehr Sachsen rüsten sich mit Waffen aus. So gab es Ende 2019 im Freistaat mehr als 177.000 registrierte Waffen und Waffenteile, etwa 7.000 mehr als Ende 2018. Das erklärte Linke- Politikerin Kerstin Köditz in Auswertung mehrerer Landtagsanfragen zu diesem Thema.

Fast 90 Prozent der Waffen befinden sich in Privatbesitz und verteilen sich auf etwa 30.300 Besitzer. Das sind nach Angaben der Abgeordneten etwa 600 mehr als Ende 2018. Auch die Zahl waffenrechtlicher Erlaubnisse stieg.

Waffenrechtliche Erlaubnis Das Bundesverwaltungsamt ist zuständig für Anträge von folgenden Personengruppen:
- ausländische Diplomaten, Konsularbeamte und gleichgestellte sonstige bevorrechtigte ausländische Personen
- ausländische Angehörige der in der Bundesrepublik Deutschland stationierten ausländischen Streitkräfte sowie deren Ehegatten und unterhaltsberechtigte Kinder
- Personen, die zum Schutz ausländischer Luftfahrzeuge und Seeschiffe eingesetzt sind
- Deutsche im Sinne des Artikel 116 des Grundgesetzes, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Geltungsbereiches des Waffengesetzes haben

Weiterhin müssen alle Personen ein waffenrechtliches Bedürfnis nachweisen (im Sinne des § 4 Abs. 1 Nr. 4, § 8 WaffG). Ein derartiges Bedürfnis kann nur vorliegen, wenn der Anstragsteller einer der folgenden Personengruppen angehört:
- Sportschützen
- Jäger
- Sammler und Waffensachverständige
- Bootsbesitzer (Signalwaffen)
- Erben (Blockierpflicht, d.h. sie müssen ein eigenes waffenrechtliches Bedürfnis nach der Erbschaft nachweisen)
(Quelle: Bundesverwaltungsamt)

Waffenschein für Schreckschusspistolen besonders beliebt

Anhaltend "beliebt" seien die Kleinen Waffenscheine, die zum Führen von Schreckschusswaffen berechtigen, berichtete Köditz weiter. Deren Zahl stieg von 18.750 auf 20.169. Während generell die meisten Waffenbesitzer im Erzgebirgskreis leben, wurden besonders viele Kleine Waffenscheine in Leipzig (3.101) und Dresden (2.269) ausgegeben.

Köditz befürchtet, dass unterm Strich auch Anhänger der rechten Szene wieder verstärkt an Waffen gelangen würden. Zuletzt habe man 99 Personen, die eine Waffenbesitzkarte haben, von Amts wegen der rechten Szene zugerechnet, 20 mehr als 2018. Sie fordert mehr Kontrollen.

Quelle: MDR/lam/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 18.02.2020 | 08:00 Uhr in den Nachrichten

20 Kommentare

wwdd vor 30 Wochen

"Nicht die Waffe ist böse, sondern der Mensch dahinter. Böse Menschen besorgen sich die Waffen überall, da sollte man sie den guten Menschen nicht verbieten." Diese zwei Zitate stammen aus den USA und ihnen ist nichts hinzuzufügen. Dazu lebe ich in einem Land, dessen Grenzen offen wie ein Scheunentor sind.

nasowasaberauch vor 30 Wochen

Lieber mdr, die Quelle ist die LVZ v. 18.02.2020, Seite 17, Titel Gewalt, Drogenhandel, Raub: Wie sicher ist Leipzig? Spalte 2 oben. Da steht noch mehr geschrieben zum Thema auf das ich mich im Kommentar beziehe.
Mit freundlichen Grüßen

RichardSharpe vor 30 Wochen

Auf dem Foto ist erst einmal nur eine Schreckschusspistole zu sehen. 177000 Waffen und Waffenteile (!) klingt natürlich nach richtig viel und führen beim Laien zur Verunsicherung. Die allerwenigsten dieser Waffen werden zum Selbstschutz angeschafft worden sein. In der Regel sind das Sportschützen, Jäger und Waffensammler. Wenn ein Sportschützen verschiedene Disziplinen schießt, hat er auch logischerweise mehrere Sportwaffen. Ebenso verhält es sich bei der Jagd. Das eine Jagdgewehr für "Alles" gibt es nicht. Nebenbei sind Einsteck- und Wechselläufe sowie Schalldämpfer "Waffenteile und tauchen bei der Gesamtsumme von 177000 eben auf, weil sie in die WBK eingetragen werden.
Die Aussage "immer mehr Sachsen rüsten sich mit Waffen aus", mag im Kern stimmen, aber der unterstellte/ vermutete Grund, ist ein völlig anderer. Wenn sich Frau Köditz Sorgen um Waffenbesitz macht, sollte sie sich mal zu "illegalen Waffen" informieren. Damit sollte man sich beschäftigen!

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