Blick auf einen Weinberg mit dem Schriftzug "Saale-Unstrut Wein"
Bildrechte: MDR/L. Müller

Entscheidung auf Generalversammlung Freyburger Winzervereinigung gibt Weinbaubetrieb aus Meißen einen Korb

Erstmals wollte ein sächsischer Weinbaubetrieb einer Genossenschaft außerhalb des eigenen Territoriums beitreten, also in gewisser Weise "fremdgehen". Doch an Saale-Unstrut ging der Daumen für das sächsische Bestreben nach unten.

von Lars Müller

Blick auf einen Weinberg mit dem Schriftzug "Saale-Unstrut Wein"
Bildrechte: MDR/L. Müller

Die Weinbaugesellschaft Meißen darf nicht Mitglied der Winzervereinigung Freyburg, der Genossenschaft der Saale-Unstrut-Winzer, werden. Auf ihrer Generalversammlung am Sonnabend haben die Winzergenossen in Sachsen-Anhalt eine von ihrer Geschäftsführung dafür angestrebte Satzungsänderung abgelehnt.

75 Prozent der Mitglieder hätten dem Bestreben des Betriebes aus Sachsen zustimmen müssen. Aber nur 58 Prozent taten dies nach einer emotionalen Diskussion, hieß es von einem beauftragten Pressebüro auf Anfrage. Über Folgen für die Genossenschaft in Freyburg werde nun beraten. Da sowohl der Geschäftsführer als auch der Aufsichtsratsvorsitzende der Winzervereinigung Freyburg an der Weinbaugesellschaft Meißen beteiligt sind, müsse in den nächsten Wochen über genossenschaftsrechtliche Folgen entschieden werden.

Freyburg gehen mittelfristig die Winzer aus

Die Weinbaugesellschaft Meißen hatte sich im vergangenen Jahr neu gegründet. Mit 40 Hektar war der junge Betrieb flächenmäßig vom Start weg die Nummer 4 in Sachsen. Möglich wurde das durch Kauf von Rebflächen vom Staatsweingut Schloss Wackerbarth und durch Pacht von Rebflächen vom Weingut Schloss Proschwitz. Hinzu kommen Privatflächen der Familie Zieger, deren Trauben bisher an die Sächsische Winzergenossenschaft Meißen geliefert wurden.

Besitzer Reinhold Zieger ist Geschäftsführer der Weinbaugesellschaft Meißen, sein Sohn Hans-Albrecht Zieger ist Mitgesellschafter des Unternehmens und ferner Geschäftsführer der Winzervereinigung Freyburg. Die auf dem Markt noch unbekannte Weinbaugesellschaft Meißen hatte gehofft, mit einer Mitgliedschaft bei den Winzergenossen in Freyburg, ihre Weine leichter vertreiben zu können. Die Freyburger sind auf dem Markt gut aufgestellt - erst vor wenigen Wochen hatte die Genossenschaft einen Rekordabsatz gemeldet.

Weinreben
Gewachsen in Sachsen, vertrieben im benachbarten Anbaugebiet - aus der sächsischen Linie in Saale-Unstrut wird nun erst mal nichts. Bildrechte: Colourbox.de

Im Gegenzug hätte die Winzervereinigung Freyburg mittelfristig über ihre eigene Region hinaus wachsen können. Sie rechnet damit, in den kommenden zehn Jahren 40 bis 50 Hektar Rebfläche zu verlieren, weil immer mehr ältere Winzer ihre oft kleinen und schwer zu bewirtschafteten Weingärten in Steillagen aufgeben und keine Nachfolger finden. Die Trauben von dort fehlen in der Kellerei. Die Weinbaugesellschaft Meißen hätte mit ihren knapp 40 Hektar einen Großteil des befürchteten Rückgangs auffangen können.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.02.2019 | 10:20 Uhr im Programm

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Zuletzt aktualisiert: 16. Februar 2019, 18:54 Uhr

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1 Kommentar

16.02.2019 23:14 Rasselbock 1

Gut so, so kann man den sächsischen Weinskandal nicht Thüringen und Sachsen-Anhalt, die bisher sauber gewirtschaftet haben, unter Markenprodukten verstecken wollen.

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