Prostitution Wohnungsbordelle in Dresden: Geschäfte im Untergrund

In Dresden hat sich ein großes verdecktes Gewerbe mit der Wohnungsprostitution entwickelt. Die Stadt schätzt die Zahl der Wohnungsbordelle auf 60 bis 100. Angemeldet ist keines von ihnen. Kontrolliert hat das Dresdner Gewerbeamt nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr keines der Etablissements. MDR SACHSEN hat Frauen aus der Branche getroffen.

Auf ihrem Bett liegt eine rumänische Prostituierte in einem Bordell
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Monique* öffnet die Tür im lachsfarbenen Satinmantel. Räucherkerzenduft schlängelt sich in den Flur des Altbaus in Dresden-Pieschen. "Wir nicht verstehen Deutsch", erklärt die blonde junge Frau. Englisch vielleicht? "Nein", schiebt sie nach. "Hungary." Ihre Begleiterin Tanja* zuckt mit den Schultern. "Nein, kein Deutsch", sagt sie und schaut mit großen Augen in den Flur. Monique und Tanja wirken nervös bis hilflos. "Chef fragen", stammelt Tanja, "Chef sprechen, nicht verstehen." Dann läutet die Klingel in dem Wohnungsbordell in Dresden-Pieschen.

Wir nicht verstehen Deutsch.

Monique* Prostituierte aus Ungarn in Dresden

Monique und Tanja gehören zu den Sexarbeiterinnen** in Dresden, die sich ihr Geld in Privatwohnungen verdienen. Wohnungsprostitution hat sich als verdecktes Gewerbe entwickelt. Die diskrete Abwicklung von Liebesdiensten gilt als Geheimtipp. "In Dresden ist Sexarbeit kaum sichtbar und findet überwiegend in Wohnungen statt", erklärt die Stadt auf Anfrage von MDR SACHSEN. Zunächst will sie sich nicht zu Details äußern. Erst auf erneute Nachfrage bestätigt sie: "Nach unseren Schätzungen sind es rund 60 bis 100 Wohnungen."

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