Das Prinzip Wohnungsprostitution

Bei Wohnungsprostitution vermieten Bordellbetreiber Wohnungen und Zimmer an Sexarbeiterinnen. Diese arbeiten offiziell als Freiberuflerinnen und zahlen ihre Abgaben in Form hoher Mieten an die Betreiber, die im Hintergrund unsichtbar bleiben. Dabei handelt es sich mehrheitlich nicht um Prostituierte, die im "Kleinstgewerbe" ihren Kunden selbstbestimmt Dienstleistungen anbieten. Als Vermittler fungieren oft professionelle Agenturen, die Räume an Sexarbeiterinnen vor allem aus Mittel- und Osteuropa vermieten und finanziell kräftig von ihnen profitieren. "Die Damen checken für eine Woche ein und wechseln danach in die nächste Wohnung - oft gleich in eine andere Stadt", erklärt ein Insider." Nicht selten würden sie in luxuriösen Fahrzeugen bis vor die Tür gebracht und wieder abgeholt.

Eine sächsische Agentur

Monique und Tanja sind zwei von acht Prostituierten, die in vier Altbauwohnungen über eine Agentur erotische Liebesdienste anbieten. Ein Anruf genügt. Kunden erfahren die Kontaktdaten der Sexarbeiterinnen über Online-Portale, Anzeigen in Zeitungen oder auch direkt auf den Webseiten der Betreiber.

Kein einziges Wohnungsbordell ist angemeldet

Das Geschäft mit der Prostitution in Mietwohnungen blüht. Das Problem: Keines dieser Wohnungsbordelle ist angemeldet. Nach Angaben der Stadt sind in Dresden lediglich zwei Großbordelle beim Ordnungsamt registriert. "Wohnungsprostitution wird nicht angezeigt", heißt es von der Stadt Dresden.

Prostitution ist legal, aber längst kein sauberes Geschäft

Die Bordelle tarnen sich als Pensionen, Nachtclubs, Nagel- oder Tattoo-Studios. Wohnungsbordelle unterliegen keiner Brandschutzverordnung und haben selten einen Sicherheitsdienst. Weil die Betreiber respektive Vermieter ihre Einnahmen an der Steuer vorbeiführen, ist das Geschäft so lukrativ. Das Gewerbe existiert offiziell nicht. Hier wird Geld generiert, das nirgendwo auftaucht. Geld, das es offiziell nie gegeben hat.

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen