Bordellbetreiber müssen jetzt Erlaubnis beantragen

Doch für die Betreiber der Wohnungsbordelle brechen neue Zeiten an. Ein neues Gesetz zwingt sie zum Handeln. Das neue Prostituiertenschutzgesetz gilt seit Ende Juli auch in Sachsen. Menschenhandel, Zwangsprostitution und Prostitution von Minderjährigen sollen bekämpft und Prostituierte besser geschützt werden. Nicht nur Sexarbeiterinnen müssen sich anmelden. Auch die Bordellbetreiber brauchen jetzt eine Betriebserlaubnis.

Schlagartig benötigen jetzt alle Escort-Agenturen, Betreiber von Wohnungsbordellen, alle Vermieter von Appartements und Terminwohnungen, alle Anbieter von Sex-Wohnwagen und auch alle Veranstalter von Sex- oder Flatrate-Partys vom Ordnungsamt eine Erlaubnis.

Denn: Das neue Gesetz gilt nicht nur für Bordelle und bordellartige Betriebe, sondern für "alle anderen Erscheinungsformen gewerblicher Prostitution". Künftig muss jeder Betreiber ein "Betriebskonzept vorlegen, gewisse Mindestanforderungen erfüllen und sich einer Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen".

Auflagen für Bordellbetriebe

Die Auflagen sind streng. Räume brauchen Notrufsysteme, nach innen öffnende Türen, angemessene Sanitäranlagen sowie Pausenräume. Prostituierte dürfen nicht in ihren Arbeitsräumen schlafen und sind verpflichtet, Kondome zu benutzen. Die Betreiber müssen als "zuverlässig" gelten, dürfen in den vergangenen fünf Jahren weder wegen Zuhälterei, Erpressung, Betrug, Geldwäsche oder wegen eines Verbrechens verurteilt worden sein. Grundsätzlich keine Erlaubnis gibt es für Bordelle in Sperrgebieten und in Städten unter 50.000 Einwohnern sowie für Gruppensex-Veranstaltungen und Flatrate-Bordelle.

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