01.07.2020 | 17:53 Uhr | Update Wolf reißt zwölf Schafe in der Nähe von Dresden

Zwei tote Schafe liegen neben einem Wassertankwagen
Bildrechte: MDR/Tino Plunert

Am Stadtrand von Dresden hat es den dritten Tag in Folge Wolfsangriffe gegeben. Sieben Schafe wurden in Dresden-Weißig gerissen, vier in Helfenberg. Die beiden Orte liegen nur fünf Kilometer von einander entfernt. Ein Tier wurde in Ullersdorf getötet. Die Rissbegutachter der Fachstelle Wolf stellten anhand der vorgefundenen Merkmale in allen drei Fällen mit hoher Sicherheit den Wolf als Verursacher fest.

Obwohl die Risse nahe der Wohnbebauung stattfanden, bestand für die Bevölkerung keine Gefahr. Wölfe bewegen sich auf ihren Streifzügen durch unsere Kulturlandschaft auch siedlungsnah oder gelegentlich innerhalb der Wohnbebauung. Es handelt sich dabei um kein auffälliges oder gar als dem Menschen gegenüber gefährlich einzustufendes Verhalten. Der Wolf scheut, wie andere Wildtiere auch, den direkten Kontakt zu Menschen.

Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Appell: Herden besser schützen

Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Karin Bernhardt, appellierte in diesem Zusammenhang an die Besitzer von Schafen, ihre Herden besser zu schützen. Die entsprechenden Zäune würden zu 100 Prozent gefördert und es gebe in ihrem Amt eine Beratung, sagte Karin Bernhardt.

Jürgen Werner, der Halter der Schafe in Weißig, hatte seine toten Tiere an der Forststraße entdeckt. Eine Entschädigung erhält der Tierhalter laut "Sächsischer Zeitung" nicht, denn sein Zaun stammt noch aus DDR-Zeiten und erfüllt nicht die Mindestanforderungen zur Sicherheit vor Wölfen.

Stößt der Wolf auf seinen Streifzügen auf unzureichend oder gar nicht geschützte Haus- und Nutztiere, sind diese eine leichte Beute. Wölfe, die immer wieder auf ungeschützte oder nicht ausreichend geschützte Nutztiere treffen, lernen sehr schnell, dass diese deutlich einfacher zu erbeuten sind als wildlebende Beutetiere.

Karin Bernhardt Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

Die Risse ereigneten sich im Bereich der Dresdner Heide. Das Territorium des dort ansässigen Rudels erstreckt sich über die Dresdner Heide und die angrenzenden Felder und Wiesen.

Bevölkerung um Mithilfe gebeten Die Fachstelle Wolf beobachtet die Situation rund um die Dresdner Heide weiter. Hinweise aus der Bevölkerung sind dabei eine wertvolle Unterstützung.
Wer einen Wolf oder ein wolfsähnliches Tier in der Region sichtet, soll das bitte bei der Fachstelle Wolf melden: fachstellewolf.lfulg@smul.sachsen.de, Telefon 035242 6318201.

Quelle: MDR/ma

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 01.07.2020 | ab 06:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden

Mehr aus Dresden und Radebeul

Mehr aus Sachsen