Flüchtlingsschiff im Mittelmeer Dresdner Seenotretter suchen dringend einen Hafen

Den Dresdner Seenotrettern von "Mission Lifeline" läuft die Zeit davon. Mit 230 Flüchtlingen an Bord befinden sie sich in internationalen Gewässern auf dem Mittelmeer und suchen einen Hafen. Nachdem Italien und Malta die Einfahrt verweigert hatten, spitzt sich die Lage an Bord zu. Nur über ein Transportschiff werden die Menschen derzeit versorgt.

Die Dresdner Initiative "Mission Lifeline" drängt auf eine Lösung für ihr Rettungsschiff im Mittelmeer mit 230 Flüchtlingen an Bord. Sprecher Axel Steier sagte, die Verhältnisse auf dem Schiff "Lifeline" seien sehr beengt. Zunächst hatte es geheißen, viele Menschen seien krank und benötigten dringend Hilfe an Land. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass es den meisten Menschen den Umständen entsprechend gut gehe und lediglich einer ärztlich behandelt werden müsse.

Warum ist die Versorgung so schwierig?

Um die Flüchtlinge an Bord mit Decken, Medikamenten, Lebensmitteln und Trinkwasser zu versorgen, müsse nach Angaben der Hilfsorganisation ein zusätzliches Transportschiff eingesetzt werden. Das gestaltet sich schwierig. Nach Angaben eines Reporters vor Ort versuchte am Sonnabend ein Versorgungsschiff mit Lebensmitteln und Wasser zur "Lifeline" zu fahren. Dies hätten die maltesischen Behörden abgelehnt. Malta habe dem Seenotretter-Verein mitgeteilt, dass aus Sicherheitsgründen kein Schiff näher als drei Seemeilen an die "Lifeline" heran dürfe. Zwar sei es an sich legal, zur "Lifeline" zu fahren. Allerdings könnten die maltesischen Behörden das erneute Einlaufen des Versorgungsschiffes in den Hafen verweigern.

Dennoch wird ein Hilfsschiff Richtung "Lifeline" aufbrechen und die Hilfgüter an das maltesische Militär übergeben, schilderte der Reporter die Lage. Axel Steier sagt zu dieser Hängepartie: "Wir streiten uns nun ehrlich darüber, ob es rechtswidrig ist, Menschen aus Lebensgefahr zu retten und versorgen zu dürfen."

Die "Lifeline" liegt derzeit vor Malta in internationalen Gewässern, nachdem der Inselstaat und Italien die Aufnahme verweigert hatten. Die Flüchtlinge waren am Donnerstag aus Seenot gerettet worden. Seitdem wird ein Hafen gesucht. Nach Angaben von Lifeline-Sprecher Steier sind inzwischen diplomatische Verhandlungen zwischen mehreren Ländern im Gang, unter anderem zwischen Malta und Spanien. Spanien hatte kürzlich das Rettungsschiff "Aquarius" mit 629 Menschen an Bord nach tagelanger Irrfahrt in den Hafen von Valencia einlaufen lassen. Italien hatte dies verweigert. "Mission Lifeline" wurde im Mai 2016 gegründet, um Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Der Dresdner Verein sucht vor allem entlang der libyschen Küste nach in Seenot geratenen Menschen und kooperiert dabei mit anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen.

Quelle: MDR/sth/epd/mw

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 23.06.2018 | 14:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 24. Juni 2018, 10:30 Uhr

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124 Kommentare

26.06.2018 10:10 Günter Kromme 124

Wenn man alle Kommentare hier so Revue passieren lässt kommt man auf einen gemeinsamen Nenner, den aber niemand so recht beim Namen nennen will. Das was die Flüchtlingsproplematik am meisten antreibt ist das explosionsartige Anwachsen der Weltbevölkerung insbesondere dort wo schon mehr Menschen leben (müssen) als es da Lebensmöglichkeiten gibt. Kriege und der Klimawandel verschärfen diese Entwicklung nur, sind aber nicht die wirklich grundlegenden Ursachen. Migration in andere Weltengegenden schafft nur Platz für weiteres Bevölkerungswachstum, weitere Migration und so weiter. Dieser Teufelskreis muss durchbrochen werden, unbedingt, wenn die Menschheit überleben will. Und da helfen keine endlosen Diskussionen wie sie Merkel seit Jahren anzettelt. Da hilft es auch nicht immer mehr Menschen von dort nach Europa zu lotsen. Denn dann hat Europa das gleiche Schicksal wie deren Herkunftsländer. Eine Hilfe vor Ort ist 10 mal effektiver als die Leute hierher zu holen!

25.06.2018 00:42 O-Liner (1. V.) 123

Das, was hier@105., @104., @102, @101. et al uns in kleinen Häppchen hinwirft, das kann einfach nicht ernst gemeint sein; das ist subtilste Satire! Ich glaube, ich habe meinen Meister gefunden!

25.06.2018 23:25 Anne 122

Marokko und Tunesien haben auch sichere Häfen. Weshalb muss es denn gerade ein Europäischer Hafen sein, um die Leute aus der Seenot zu retten? Dank solcher Schiffs-Taxen begeben sie sich ja erst recht in Gefahr.

25.06.2018 20:47 Kritischer Bürger 121

Korrektur zu 120: Es ist nicht 1957 gemeint (Schreibfehler) sondern 1953!
Und nun mal Tschüss für heute an Alle. Die Mahnung:ABWARTEN & TEE TRINKEN! was noch kommen wird!

25.06.2018 20:27 Kritischer Bürger 120

@M. Jacob 106: +...Frank Richter, Bürgerrechtler, Theologe und ehemaliger Leiter der Sächsischen Landeszentrale für Politische Bildung, hat ganz recht mit dem Satz "Die Menschen haben Gott vergessen". Das gilt insbesondere für die ehemalige DDR!..+
Also politische Bildung hatten die aus der DDR mehr als genug, da bedarf es nur noch Realitäten zu erkennen und auszuwerten. Hr.Richter ist/war durchaus eine Größe auf seinem Gebiet der poli. Bildung gekoppelt mit Theologie nur konnte auch er nichts erwidern auf die Worte: "Gott hilft all jenen, die sich selbst helfen."
Als Mitstreiter der 89iger Bewegung war für mich wie auch für viele Wendebegleiter dies das Motto in Wort und Tat! Herausreden mit Ungläubigkeit galt nicht, denn alles was sich Menschen geschaffen haben, haben diese mit eigener Hand, eigener Arbeit und auf eigene Gefahr gemacht! Damals als niemand von uns wissen konnte ob sich 1957 oder 1968 wiederholt.
So würde ich auch übertragen auf alle Flüchtlinge: Selbst machen!

25.06.2018 20:10 R.W. 119

In Marokko gibt es genug sichere Häfen. Laut TUI :" Urlaub in Marokko ist Urlaub mit hoher Qualität". Was für Urlauber schön und sicher ist, dürfte auch den Ansprüchen der "Flüchtlinge" genügen.

25.06.2018 19:47 Kritischer Bürger 118

@Klaus 101: Kennen Sie das Kreiselspiel? Wenn ja dann frage ich mich woher Sie solche Überzeugungen nehmen wie:
+...Warum soll man die Leute dort hinbringen, wo die wieder ins nächste Boot steigen um auf das Meer zu fahren oder dort in diversen Lagern umkommen....+
1. INS nächste Boot steigen? Meinen Sie bei den Schleusern gibt es Rabatt oder einen Freifahrtschein, so wie eine Garantie wer zurück kommt wird kostenlos erneut ... usw?
2. Wenn Menschen so viel Geld haben das sie mehrere Fahrten bezahlen können kann niemand davon sprechen das diese Menschen ARM sind.
3. Was für Lager meinen Sie? Die zurückgebrachten Menschen sind keine Verbrecher sondern nur Menschen die etwas versuchten was ja, um mit Ihren Worten zu antworten: NICHT VERBOTEN IST! NOCH NICHT! Also warum sollte diese Menschen in Lagern umkommen? Lager, falls diese Menschen dort unterkommen, werden auch oft durch Hilfsorganisationen unterstützt/versorgt.

25.06.2018 19:39 Kritischer Bürger 117

@Mache mir Sorgen 100: Es ist eben die Überzeugung/Meinung des Users und damit kann man leben, sofern man diese "Besorgten-Tollerei" nicht zu wörtlich nimmt. Wo es Besorgte gibt, da gibt es auch Unbesorgte und diese kann man nicht absprechen das sie in ALLEN BELANGEN unbesorgt sind! Auch wenn mal das Geld knapp wird oder die freiwillig nach Hause Reisenden mit Geld dazu ermutigt werden. Ist JA NUR DAS GELD DER ALLGEMEINHEIT. Was man für diese Gelder in anderen Bereichen alles machen KÖNNTE und wie danach das GEMACHTE AUCH DRINGEND nötig war, darüber machen sich eben UNBESORGTE keine Gedanken, wie auch hier darüber das die "Hilfsorganisationen" den Schleppern die Arbeit und die Sicherheit der Bootsflüchtlinge abnehmen. Es bleibt also zu hoffen, das sich dies mal ändert und das mit den Vorschlägen jetzt am kommenden Wochenende bei Fr.Merkel und Co. wenn andere Länder andere Erwartungen durchsetzen und zustimmen.

25.06.2018 19:24 Kritischer Bürger 116

@Klaus 91: +...Mit einem Schlauchboot in Internationale Gewässer zu fahren, ist nicht verboten und stellt keinen Rechtsbruch dar....+ Was Sie wieder hier an Argumenten bringen ist haarsträubend! Sicher ist jede Fahrt mit irgend ein Vehikel nicht verboten, aber wenn Schlepper 1000 Euro und mehr für eine Person in Rechnung stellen hat man mindestens die Erwartung ein seetüchtiges Boot OHNE ÜBERLADUNG zu bekommen.
Da liegt der Rechtsbruch und Schlepper wissen GENAU UM DEN ZUSTAND eines Bootes samt Asylsuchenden. Je mehr auf ein Boot passen, selbst wenn "gestapelt" desto mehr klingelt die Kasse. Die Seenotretter kommen ja mit Sicherheit und nehmen die Bootswanderer auf. Das wiederum bestärkt die Schleppertätigkeit=mehr Kasse=mehr Geld und am Ende kosten selbst jene, welche solche Überfahrt überstehen den einzelnen Aufnahmeländern Geld. Italien macht es richtig und schließt seine Häfen. Das spricht sich unter Flüchtlingen ggf. auch herum und manche wollen dann doch lieber daheim bleiben.

25.06.2018 19:14 Kritischer Bürger 115

@Klaus 88: +...Dabei kann man alles im Internet recherchieren und nachlesen, man muss es nur wollen oder können. Ich sehe das auch so, die Seenotretter machen einen guten Job....+
Und dabei spielen bei der Verteilung der Menschen viele Länder nicht mit, weil sie die eigene Bevölkerung, die eigenen Bürger mehr achten anstatt die Asylsuchenden. Die Asylsuchenden haben selbst ein Land und wenn man darin leben muss muss man auch dafür Sorge tragen das eben Diktaturen abzuschaffen sind. Das kann kein Land von Außen einrichten, das müssten die Bürger selbst tun.
Das Achten der eigenen Bevölkerung/Bürger wiederum finde ich richtig, denn am Ende ist das Land auf europäischen Boden, was man als Politiker regieren soll, auch das Land worin Bürger zu leben haben mit den einzelnen wirtschaftlichen, wie gesellschaftlichen Konsequenzen, die selbst friedliebende Zuwanderer nicht zu ändern haben.

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