Fernsehturm Dresden
Bildrechte: MDR/Tobias Knauf

Dresdner Fernsehturm Zukunftspläne auf dem Prüfstand

Genau 25 Jahre nach der Einstellung des Besucherbetriebs auf dem Dresdner Fernsehsturm gibt es einen neuen Anlauf zur Öffnung des Turms. Die Stadt, das Land und der Betreiber sind sich einig geworden. Sie wollen bis Frühjahr 2017 eine Machbarkeitsstudie erstellen lassen.

Fernsehturm Dresden
Bildrechte: MDR/Tobias Knauf

Erstmals sitzen drei starke Kräfte an einem Tisch: die Stadt Dresden, das Land Sachsen und die Deutsche Funkturm GmbH als Betreiber. Sie wollen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben.

Drei Varianten auf dem Prüfstand

Die Studie soll klären, ob und wenn ja wie der Dresdner Fernsehturm öffentlich nutzbar gemacht werden kann. Drei Varianten kommen auf den Prüfstand:

Variante 1:
Die Ertüchtigung des Fernsehturms mit Verkehrsanbindung (Zufahrtswege, Parkplätze, Anbindung an das Dresdner Straßennetz).

Variante 2:
Die Ertüchtigung des Fernsehturms mit erweiterter Verkehrsanbindung (Seilbahn vom Fuße des Fernsehturms über die Elbe bis Dresden-Tolkewitz).

Variante 3:
Die Ertüchtigung des Fernsehturms mit erweiterter Verkehrsanbindung und Bau eines Wissenschaftsgebäudes für jedermann.

Variante 3 gilt als "große Variante". Die Studie soll zum Frühjahr 2017 von einem unabhängigen Ingenieurbüro erarbeitet werden. Grund für die Auswahl des Ingenieurbüros sind vor allem die vielen ingenieurtechnischen Fachfragen. Die Ausschreibung läuft. Die Kosten für die Studie liegen voraussichtlich um die 100.000 Euro. Die Stadt Dresden, das Land Sachsen und der Betreiber teilen sich die Kosten. Jeder übernimmt genau ein Drittel.

Gute Vorarbeit durch Fernsehturm-Verein

Der Fernsehturm-Verein Dresden hat bereits 2015 die Vorarbeit für die Machbarkeitsstudie übernommen. Er erstellte ein Exposé mit teils kühnen Ideen:

  • Bau einer Seilbahn über die Elbe als Zubringer für Gäste. Damit entfiele der vergleichsweise lange Anfahrtsweg nach Dresden-Wachwitz. Bisherige Konzepte scheiterten stets an den prognostierten Besucherzahlen.

  • Bau eines Wissenschaftsgebäudes für jedermann. Damit würde der Standort deutlich aufgewertet. Bisherige Konzepte setzten eher auf den Verkauf von Kaffee und Kuchen in luftiger Höhe. Ein potentieller Betreiber wollte es einst mit Bungee-Jumping probieren.

Die Vertreter von Stadt, Land und Betreiber lobten dieses Exposé am Montag ausdrücklich. Erst das Engagement und die Ausdauer des Fernsehturm-Vereins hätten zur jetzt geplanten Machbarkeitsstudie geführt. Der Chef der Staatskanzlei, Fritz Jäckel, erinnerte auch an die Petition zur öffentlichen Nutzung des Dresdner Fernsehturms. Jäckel hatte die 20.000 Unterschriften am 11. Mai 2015 entgegen genommen. Danach war er zum Betreiber und Eigentümer des Fernsehturms, der Funkturm GmbH nach Münster gereist.

Fernsehturm Dresden
Der Dresdner Fernsehturms ist trotz 25 Jahren Schließung nie aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden. Bildrechte: MDR/Tobias Knauf

Von den eigentlichen Kosten zur Nutzbarmachung des Fernsehturms war am Montag nicht die Rede. Oberbürgermeister Dirk Hilbert sagte jedoch: "Unabhängig vom Ergebnis der Machbarkeitsstudie: Ohne öffentliche Gelder ist solch ein Projekt nicht zu stemmen."

Zuletzt aktualisiert: 04. Juli 2016, 20:48 Uhr

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