Historische Luftaufnahme des Dresdner Messerings. Ein roter Kreis markiert einen mutmaßlichen Bombentrichter, mittig in der oberen Hälfte des Bildes.
Historische Luftaufnahme des Dresdner Messerings, die nach der Bombardierung der Stadt aufgenommen wurde. Ein roter Kreis markiert einen mutmaßlichen Bombentrichter. Bildrechte: Fa. Luftbild Datenbank Würzburg

Entscheidung am 22. Oktober Fliegerbombe in Dresden: 15.700 Menschen von möglicher Evakuierung betroffen

Immer wieder werden in Dresden Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden - nun offenbar auch auf einem Grundstück am Messering. Gewissheit wird es aber erst in reichlich zwei Wochen geben.

Historische Luftaufnahme des Dresdner Messerings. Ein roter Kreis markiert einen mutmaßlichen Bombentrichter, mittig in der oberen Hälfte des Bildes.
Historische Luftaufnahme des Dresdner Messerings, die nach der Bombardierung der Stadt aufgenommen wurde. Ein roter Kreis markiert einen mutmaßlichen Bombentrichter. Bildrechte: Fa. Luftbild Datenbank Würzburg

Im Dresdner Ostragehege liegt womöglich eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach Angaben der Stadt kamen Experten nach der Sichtung historischer Luftbilder zu dieser Einschätzung. Mitarbeiter des sächsischen Kampfmittelbeseitigungsdienstes hatten den Gegenstand unter der asphaltierten Zufahrt eines Firmengeländes am Messering entdeckt. Das Grundstück war für ein Bauvorhaben überprüft worden. Messwerte sowie eine gleichzeitige Auswertung der Luftbilder erhärteten den Verdacht.

Schulen und Kitas von möglicher Evakuierung betroffen

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst vermutet den bis zu 500 Kilo schweren Blindgänger unter einer asphaltierten Zufahrt. Wie eine Sprecherin der Stadt MDR SACHSEN bestätigte, soll die Straße am 22. Oktober geöffnet werden. Im Anschluss werde über eine mögliche Evakuierung am nächsten Morgen entschieden. Davon wären fast 16.000 Menschen betroffen.

In dem Gebiet, das sich über die Stadtteile Friedrichstadt, Mickten und Pieschen erstreckt, befinden sich zahlreiche Kitas und acht Schulen, unter anderem das Sportgymasium am Messering, die 8. Grundschule in der Konkordienstraße und die 144. Grundschule in der Micktener Straße.

Evakuierungsgebiet in Dresden
Die rot schraffierte Fläche zeigt das mögliche Evakuierungsgebiet. Bildrechte: Landeshauptstadt Dresden

Der unbekannte Gegenstand liegt rund zwei bis drei Meter unter der Straßendecke. Es könnte sich um eine 250 oder 500 Kilogramm Bombe, aber auch um einen völlig ungefährlichen Gegenstand handeln. Richtig wissen werden wir es erst, wenn wir den Gegenstand freigelegt haben. Dann gibt es aber kein Zurück mehr.

Holger Klemig Leiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Sachsen

Schmales Zeitfenster für Entschärfung

"Kein Zurück mehr" heißt, dass sofort mit der Evakuierung des Bereiches begonnen werden muss, wenn es sich um eine Fliegerbombe handelt. Ist der Gegenstand einmal freigelegt, besteht je nach Zustand nur ein begrenztes Zeitfenster, um die Bombe zu entschärfen. Wie die Polizei mitteilt, beträgt der Evakuierungsbereich aufgrund der ungünstigen topografischen Lage bei einer 500 Kilogramm Bombe rund 1,5 Kilometer. Damit sich die etwa 15.700 betroffenen Menschen auf die umfangreichen Evakuierungsmaßnahmen vorbereiten können, will die Stadt Dresden alle Bürger frühzeitig informieren. Polizeidirektor Stefan Dörner, der den Polizeieinsatz leiten wird, sagt dazu:

Wir wollen die Unannehmlichkeiten für alle Betroffenen auf ein Mindestmaß beschränken. Deshalb werden wir diesmal anders vorgehen. Nicht die Bombe bestimmt den Zeitpunkt unseres Einsatzes, sondern wir legen den Termin selbst fest.

Stefan Dörner Polizeidirektor Dresden

Rund 300 Polizisten sollen im Einsatz sein. Die Dresdner Polizei werde dabei von Kollegen der Polizeidirektion Görlitz, der sächsischen Bereitschaftspolizei sowie des Polizeiverwaltungsamtes unterstützt, so Dörner.

Quelle: MDR/sth

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 04.10.2018 | 15:00 Uhr in den Nachrichten

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Zuletzt aktualisiert: 18. Oktober 2018, 12:05 Uhr

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6 Kommentare

06.10.2018 17:42 Ankaekri 6

Bremer Straße und die damit verbundenen Gebäude Richtung Alberthafen (DRK) sind damit nicht betroffen?
Toll finde ich die Bezüge auf die heutige politische Situation nicht wirklich, weil sie einfach weit weg vom Thema ist! Und soweit ich in der Schule gelernt habe, waren die Bomben auf Dresden von englischen Bombern und nicht von den Nazis.

05.10.2018 11:40 Feststellung 5

@ 2 lesen sie die Geschichte vom 13./14 .Febrund ihnen wird klar , daß von der Friedrichstadt aus die flächendeckende Bombardierung statt gefunden hat . Wer es erlebt hat ,weiß was eine Bombe anrichten kann .Sie sind sicher ein Wohlstandskind nach 90 geboren und von langer Weile geplagt um so etwas zu schreiben ,oder müssen sie sich einen anderen Ort für die Sitzblokade suchen ?? Alle Gegner von AfD und Pegida, sollten keine Uhren mehr tragen , sie gehen nämlich rechts herum und aufhören mit der rechten Hand zu schreiben !!!

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05.10.2018 09:20 Frank 4

@ 2: Ich bin ein großer Bewunderer Ihrer Ortskenntnisse. Übrigens welchen Zusammenhang es zwischen der Bombe und PEGIDA gibt, wissen Sie vermutlich selbst nicht.

04.10.2018 18:07 Unsterten 3

Unter den Folgen des Zweiten Weltkriegs, der von den Nazis angezettelt worden war, haben wir heute noch zu leiden. Mehr als 70 Jahre später!

Nationalsozialismus und Faschismus darf nie wieder salonfähig werden. Man sieht ja wohin das führt. Die Folgen holen uns selbst heute noch ein. Das Nazi-"Volk" hat damals ganz großen Mist gebaut.

04.10.2018 17:41 Linksrum statt rechtsrum 2

Was für ein Ärger auch !!

Da muss Pegida ja einen
anderen Weg nehmen.

04.10.2018 17:01 Fragender Rentner 1

Hoffentlich gehen diese Dinger nicht los bevor man sie gefunden und sicher entschärft sowie geborgen hat.

Ist leider immer eine große Belastung für die betroffenen Menschen.

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