Tipps Fragen und Antworten zum Sekt

Champagner, Prosecco, Sekt: Schmeckt man den Unterschied?

Hendrik Weber: Ja, sehr eindeutig. Überall werden andere Rebsorten verwendet. In den Prosecco darf nur die Rebsorte Glera, die auch einmal unter dem Namen Prosecco bekannt war. Prosecco kommt aus den Provinzen Venetien und Friaul-Julisch Venetien in Norditalien. In den Champagner dürfen nur Spätburgunder, Schwarzriesling und Chardonney. Champagner kommt immer aus der französischen Champagne. Beides sind geschützte Herkunftsgebiete. Im Sekt dürfen alle Rebsorten verarbeitet werden. Den Qualitätsunterschied beim Sekt macht meist die Herstellungsmethode.

Wie lange dauert es, bis die gelesene Traube als Sekt im Glas landet?

Weber: Mindestens ein Jahr, wobei das Hefelager nach traditioneller Flaschengärung mindestens neun Monate betragen muss.

Warum sieht eine Sektflasche anders aus als eine Weinflasche?

Weber: Sie muss den Innendruck von sechs Bar aushalten. Deshalb ist das Glas dicker und der Boden deutlich nach innen gewölbt, was zusätzlich Stabilität verleiht.

Was hat es mit dem kleinen Drahtkörbchen auf sich?

Weber: Das Drahtkörbchen heißt Agraffe und sichert den Korken. Der könnte sonst wegen des Drucks in der Flasche herausschießen.

Wie lange ist Sekt haltbar?

Weber: Sekt ist nach dem Degorgieren mindestens zwei bis drei Jahre im Weinschrank oder kühlen Keller haltbar.

Funktioniert der Löffel-Trick? Oder wie bleibt der Sekt nach dem Öffnen spritzig?

Weber: Nach dem Öffnen sollte die Flasche mit einem speziellen Sektverschluss in den Kühlschrank und innerhalb von 24 Stunden ausgetrunken sein. Ein Löffel in der Flasche bringt nahezu nichts. Kenner genießen den frisch geöffneten Sekt aus dünnwandigen kleineren Weißwein- oder speziellen Champagnergläsern. Schmale Sektflöten sind hingegen nicht optimal.

Macht Sekt schneller betrunken als Wein?

Weber: Ja, er macht schneller betrunken als Wein, weil die Kohlensäure die Magenschleimhaut anregt und der Alkohol deshalb schneller ins Blut gelangt.

Noch mehr Wissenswertes zum Sekt

Sektverbrauch stagniert in Deutschland
In Deutschland wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes im Jahr 2016 insgesamt 302 Millionen Liter Schaumwein verkauft. Die Daten ergeben sich demnach aus der Schaumweinsteuer. Erfasst sind hierbei auch Obstschaumweine, die jedoch nur einen sehr geringen Anteil von gut zwei Prozent haben.

Sekt bringt Steuern
Sekt ist auch beim Fiskus beliebt, schließlich kassiert der Staat bei jeder Flaschen Sekt mit. Eingeführt wurde die Sektsteuer nach Angaben des Verbandes Deutscher Sektkellereien 1902 zur Finanzierung der Kriegsflotte Kaiser Wilhelm II. Die Flotte gibt es längst nicht mehr. Die Sektsteuer aber ist erhalten geblieben. Heute beträgt sie 1,02 Euro je 0,75-Liter-Flaschen.

Pro-Kopf-Verbrauch von Sekt und Wein in Deutschland

Weinwirtschaftsjahr (1. August bis 31. Juli) Wein in Liter pro Kopf Sekt in Liter pro Kopf
1992/93 11,2 5,0
2000/01 19,7 4,2
2015/16 21,1 3,5
2016/17 20,9 3,5

Quelle: Deutsches Weininstitut

Dieses Thema in Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 11.05.2018 | 18:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Dresden

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2018, 17:59 Uhr

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