Nach Steinschlag 2017 Was wird aus der Amselfallbaude in der Sächsischen Schweiz?

Die Felsen an beliebten Ausflugsorten in der Sächsischen Schweiz bröckeln - so bei Bad Schandau und am Amselfall im Amselgrund, eine gute halbe Stunde Fußweg von der Bastei entfernt. Nun wird die historische Gastwirtschaft geräumt. Ob und wie es mit der Baude weitergeht, ist unklar. Das gilt auch für die Informationsstelle des Nationalparks Sächsische Schweiz, die in der historischen Bergbaude seit 1992 ihren Sitz hatte.

Pächter Uwe Knaak trägt eine rote Plastikkiste mit Geschirr aus einer Blockhütte. das Holzhaus ist die berühmte amselfallbaude, die seit 1910 in der sächsischen Schweiz toruisten bewirtet. Wegen Steinschlaggefahr sit die baude nun zu. wie es weiter geht, ist unklar.
Pächter Uwe Knaak hat schon Bänke und Stühle in der Amselfallbaude abgebaut. 28 Jahre lang hat er die Gaststätte mit 130 Sitzplätzen betrieben. Ausgerechnet zu Heiligabend 2018 bekam er per Einschreiben die Pachtkündigung vom Land Sachsen. Bildrechte: Marko Förster

Die Amselfallbaude in der Sächsischen Schweiz zwischen hohen Felsen gelegen hat laut Homepage eigentlich zum Saisonbeginn ab April wieder geöffnet. Doch ob sie im April 2019 oder jemals wieder öffnen wird, ist unklar. Denn wegen "akuter Gefahr für Leib und Leben" hat der Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement Sachsen dem Baudenbetreiber den Pachtvertrag nicht verlängert. Der Gaststättenbetreiber beräumt derzeit die Wanderereinkehr im Schatten der Sandsteinfelsen, die 1910 als Blockhaus errichtet wurde. Für die Baude am oberen Ausstieg wird ein neuer Pächter gesucht.

Ingenieurgutachten liegen vor

Der kommissarische Geschäftsführer des Staatsbetriebs Zentrales Flächenmanagement Sachsen, Stefan Wagner, steht mit weißen Hemd und Jacket vor der kamera von MDR SACHSENSPIEGEL am 22.2.2109.
Stefan Wagner vom zuständigen Staatsbetrieb weiß noch nicht, wie und wann am Amselfall Sicherungsarbeiten starten. Bildrechte: MDR

Mitte Juli 2017 hatte sich eine Felsplatte gelöst und war auf ein Dach eines Nebengebäudes der Amselfallbaude gestürzt. In dem Bereich ist auch seit 1992 die Nationalparkverwaltung mit einer Informationsstelle untergebracht. Verletzt wurde damals niemand. Die zuständige Behörde beauftragte nach dem Steinschlag Ingenieure, die die Felsen ringsum begutachteten. "Die Fachgutachten liegen vor und werden derzeit geprüft. Es besteht akute Gefahr für Leib und Leben, dass wir Maßnahmen ergreifen mussten", sagte der kommissarische Geschäftsführer des Staatsbetriebes Zentrales Flächenmanagement Sachsen, Stefan Wagner, MDR SACHSEN. Jetzt müsse geprüft werden, ob und welche komplexen Sicherungsmaßnahmen möglich seien, um weitere Steinschläge zu verhindern.

Was muss gesperrt werden - auch Wanderwege?

Zwischen Felsen in einer Vertiefung stehen zwei historische Holzhäuser. es sind Gebäude der amselfallbaude im nationalpark sächsische Schweiz. sie sind ein touristenmagnet in der Wander- und Feriensaisn. Dementsprechend viele menschen kehren dort tagsüber ein. Die ausflugsgaststätte hat 130 Sitzpklätze zu bieten.
Die beliebte Ausflügler-Gaststätte und die Informationsstelle des Nationalparks wurden von Touristen gut besucht - wie hier im Mai 2018. (Archivbild) Bildrechte: Daniel Förster

Von Sperrungen betroffen könnten auch Wanderwege zum Amselgrund sein. Die Gemeinden Hohnstein und Kurort Rathen dringen unterdessen auf Informationen des zuständigen Staatsbetriebs, wie ein Zeitplan für Sicherungsarbeiten aussehen könnte. Die Bürgermeister kritisierten im Gespräch mit MDR SACHSEN, dass seit 2017 nur geredet und nichts entschieden werde. Zu Saisonbeginn sollen Touristen verlässliche Wanderinformationen bekommen und nicht verwirrt werden. Dazu sagte Stefan Wagner vom Staatsbetrieb Zentrales Flächenmanagement nichts Konkretes. "Es ist alles vollkommen offen, wie und wo möglicherweise etwas gesperrt werden muss", meinte er. Allerdings gelten im Nationalpark besondere Rechtsvorschriften, die beachtet werden müssten. Wagner betonte, dass man sich "um eine gute Lösung für die Region, den Tourismus und den Nationalpark" bemühe.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 22.02.2019 | 19:00 Uhr

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Zuletzt aktualisiert: 22. Februar 2019, 20:53 Uhr

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6 Kommentare

24.02.2019 15:48 Hippiehooligan 6

@CDU-Wählerin Dein Vorschlag passt hervorragend zur Handlungsweise deiner Partei: unüberlegt, übereilt, argumentativ vollkommen haltlos und über die Köpfe der Leute hinweg. Was genau "pickern" denn die "Bergsteiger"? Und was ist an diesem "pickern" destabilisierend? Im näheren Umkreis der Amselfallbaude gibt es keinen einzigen freigegebenen Kletterfelsen!

24.02.2019 10:10 CDU Wählerin 5

Nach den Verkehrssicherungsmaßnahmen und der Sedimentumlagerung in der Oberen Schleuse in Hinterhermsdorf sollte zügig Abriss der Amselfallbause erfolgen und Natur zurückgegeben werden! Im Nationalpark Tourismus auf Mindestmass einschränken, vor allem das destabilisierende Pickern von 'Bergsteiger' verbieten.

23.02.2019 16:41 Rasselbock 4

Also, mache ich mal ein paar Vorschläge: das Nest wird Heimstätte für die Sachsen AfD, Sachen CDU und Pegida. Wenn die gemeinsam tagen erfolgt der göttliche Felssturz und etliche Probleme sind gelöst. Das wäre die nützlichste Variante. Die anderen ernsthaft zu prüfende wird wohl sein: Abriss. Sandstein stabilisieren ist wie Flöhe hüten.

23.02.2019 13:42 Freiberger 3

Und was soll nun mit dem schönen gepflegten Gebäude passieren?
Will man das etwa abreißen lassen?

Oder lieber erstmal keine Lösung finden - und das Haus jahrelang leer stehen lassen?
Dann werden garantiert früher oder später Einbrecher und Randalierer kommen, die das leerstehende Haus auseinander nehmen werden. Das kennt man ja schon von woanders. Wenn ein Gebäude an so einem abgelegenen Ort nicht mehr bewirtschaftet wird, dann kommen irgendwann Kriminelle und machen alles kaputt.

Dadurch kann ein riesen Schaden entstehen. Noch ist das Gebäude funktionsfähig und hat einen großen Wert. Wenn das erstmal vergammelt und geplündert wird, dann war es das wohl für die Amselfallbaude. Dann heißt es: Ein Schandfleck mehr im Tourismus-Gebiet ....

23.02.2019 10:47 Hippiehooligan 2

Lächerlich. Niemand will von Felsen erschlagen werden. Aber wir bewegen uns hier in einem Gebirge. Da muss nicht alles eingezäunt, gesichert, abgegrenzt oder freigesprengt werden. Wem die Gefahr zu groß ist, der muss halt zuhause bleiben. Aber da es hier nur um eine eventuelle Haftung geht, wird vorsorglich weitreichend gesperrt. Dabei wissen wir doch spätestens seit dem Loveparade-Unglück in Duisburg, dass hinterher sowieso keiner Schuld ist...

23.02.2019 04:39 Stealer 1

Nun, wenn es ein geologisches Gutachten gibt, sollte das auch ernst genommen werden. Bei einem Blick auf die Umgebung hätte ich auch nichts anderes erwartet - an so einem Standort (überhängende Felsen, Wasser, Bewuchs) baut man normalerweise keine dauerhaften Häuser, so romantisch es auch ist.

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