23.06.2020 | 20:16 Uhr Neun Freitaler Lokalpolitiker aus CDU ausgetreten

Uwe Rumberg (CDU), Oberbürgermeister von Freital
Der Freitaler Oberbürgermeister Uwe Rumberg gehört seit vergangenen Freitag nicht mehr zur CDU. Bildrechte: dpa

Freitals Oberbürgermeister Uwe Rumberg und weitere acht lokale Führungskräfte sind aus der CDU ausgetreten. Es habe bereits seit längerem Differenzen innerhalb des Stadtverbandes der CDU in Freital gegeben, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der neun Ausgetretenen. Als eines der kontroversen Themen nannten die Lokalpolitiker den Umgang mit der Corona-Krise. Oberbürgermeister Rumberg hatte sich CDU-intern für eine kritische Aufarbeitung der Maßnahmen ausgesprochen.

Reaktion des CDU-Kreisverbandes

Der sächsische Innenminister und Vorsitzende des Kreisverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der CDU, Roland Wöller, zeigte sich enttäuscht über den Austritt. "Gleichwohl ist dies eine persönliche Entscheidung", sagte Wöller MDR SACHSEN.

Erster Bürgermeister über die Austritte

Aus der CDU ausgetreten ist auch der erste Bürgermeister der Stadt Freital, Peter Pfitzenreiter. Im Interview mit MDR SACHSEN nannte er die Austritte zwar eine kurzfristige Entscheidung, die aber reiflich überlegt" worden sei. In den zurückliegenden Monaten und Jahren hätten die Freitaler Lokalpolitiker im CDU-Stadtverband und auf verschiedenen politischen Ebenen ihrer Partei versucht, kontrovers diskutierte Themen anzusprechen. "Wir sind immer mehr auf Widerstand gestoßen, dass das politische Hinterfragen von Entscheidungen auf Landesebene und Bundesebene nicht so erfolgt, wie wir uns das vorstellen."

Neue Parteilose wollen Mandate behalten

Die acht Politiker wollen ihre Mandate im Freitaler Stadtrat und vier von ihnen auch in der CDU-Fraktion im Kreistag behalten - "sofern man uns dort haben will", sagte Pfitzenreiter.

Zuerst hatte die "Sächsische Zeitung" über die Austrittswelle berichtet. Die inhaltlichen Differenzen zwischen OB Rumberg und der Partei seien mittlerweile zu groß, um weiterhin Mitglied zu bleiben, sagte er der Zeitung.

Quelle: MDR/kk

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 23.06.2020 | 19:00 Uhr

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