31.12.2019 | 16:30 Uhr Diakonie in Pirna tourt mit kostenlosem Beratungsbus übers Land

Wer im ländlichen Raum wohnt, muss oft lange Wege in Kauf nehmen: Der Supermarkt ist nicht an der nächsten Ecke, die Schulen der Kinder sind weit entfernt und das Amt ist erst in der nächsten Stadt. Wer kein Auto besitzt, ist hier meist aufgeschmissen. Ein großes Problem - gerade für Menschen, die nach Hilfe suchen. Deshalb gibt es bei der Diakonie in Pirna seit zwei Jahren ein neues Angebot: mobile soziale Beratung auf Rädern.

Beratungsmobil der Diakonie Pirna
Seit 2017 fährt Danielle Pischtschan mit ihrem Beratungsmobil durch den Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Betroffene werden in dem umgebauten Bus kostenlos beraten. Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Richtig vorbereiten kann sich Danielle Pischtschan auf ihre Einsätze nicht. Denn die Sozialpädagogin weiß nie, mit welchen Problemen die Menschen zu ihr kommen. Ein Laptop, mehrere Formulare und Infobroschüren sind alles, was die 45-Jährige in ihrem Beratungsmobil braucht.

Beratung auf Rädern

Drei Mal pro Woche berät Danielle Pischtschan Betroffene in einem kleinen, umgebauten Bus. Denn die Diakonie hat in den vergangenen Jahren festgestellt, dass es vor allem älteren Menschen im ländlichen Raum schwerfällt, die regionalen Kontaktbüros aufzusuchen. "Der Bus fährt zu unregelmäßig oder die Betroffenen können die Wege nicht nehmen", so Pischtschan. Im vergangenen Jahr haben sich knapp 70 Menschen im Bus an sie gewandt. Zu 72 Familien ist sie persönlich nach Hause gefahren, weitere elf Beratungen fanden telefonisch statt.

Standorte des Beratungsbusses Bad Gottleuba
jeden Dienstag von 9 bis 11 Uhr am Parkplatz Einkaufsmarkt

Dittersbach
jeden Donnerstag von 9 bis 11 Uhr am Markt

Bad Schandau
jeden Donnerstag von 13 bis 15 Uhr am Markt

Kostenlose Beratungsstelle für Alle

Beratungsmobil der Diakonie Pirna
Bildrechte: MDR/Florian Glatter

Die Diakonie bietet mit dem Beratungsbus eine "Anlaufstelle für Menschen, die wirtschaftliche oder soziale Probleme haben", erklärt Pischtschan. Meistens brauchen die Menschen Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen - zum Beispiel für Wohn- oder Arbeitslosengeld.

Danielle Pischtschan informiert aber auch darüber, was Pflegegrade sind und wie sich Familien mit geringem Einkommen einen Urlaub leisten können. Ein Großteil der Anfragen kommt aber aus dem Bereich der Pflegeversicherung: "Die Fragen dann zum Beispiel, wer kümmert sich um meine Eltern, wenn ich in einer anderen Stadt wohne?"

Das ist ein kostenloses Angebot. Damit haben manche Leute Schwierigkeiten. Die bringen dann zum Beispiel ein Päckchen Kaffee mit und das Schöne daran ist, dass man merkt, dass es etwas gebracht hat.

Danielle Pischtschan Sozialpädagogin

Einsamkeit auf dem Land

Gerade in ländlichen Regionen seien zudem viele Menschen einsam, hat Pischtschan festgestellt. Hier reicht oft schon ein kleines Gespräch. "Die Menschen wollen einfach nur über die Sachen reden, die sie bewegen." In schwierigen Fällen sucht die Sozialberaterin Ansprechpartner in Ämtern oder Kontaktstellen raus und vermittelt die Betroffenen dann weiter. Einmal hat sie einem Obdachlosen dabei geholfen, eine Wohnung zu finden.

Quelle: MDR/fg

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 31.12.2019 | ab 13:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Dezember 2019, 16:30 Uhr

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