Brand im Nationalpark Sächsische Schweiz
Bildrechte: Daniel Förster

Waldbrand in Sächsischer Schweiz Größerer Schaden in Nationalpark als angenommen

Der Waldbrand vor einer Woche hat in der Sächsischen Schweiz Tausende Quadratmeter Wald vernichtet. Die Fläche ist deutlich größer als vermutet. Die Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Brand im Nationalpark Sächsische Schweiz
Bildrechte: Daniel Förster

Bei dem Waldbrand in der Nähe des bekannten Basteifelsens im Nationalpark Sächsische Schweiz ist eine Fläche von rund 15.000 Quadratmetern betroffen gewesen. Das gaben die zuständigen Behörden bei einem Vor-Ort-Termin am Donnerstag bekannt. "Der Schaden an der Natur und den betroffenen Bäumen ist nicht mit Geld zu beziffern", sagte ein Sprecher der Nationalparkverwaltung. Kurz nach dem Brand war die Feuerwehr noch von 4.000 Quadratmetern verbranntem Wald ausgegangen.

Kampf gegen die Flammen war schwierig

Das Feuer war vor einer Woche an der "Kraxelbrüderscheibe" ausgebrochen und konnte erst 24 Stunden später gelöscht werden. 300 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Drei wurden beim Kampf gegen die Flammen leicht verletzt. Weil das Gebiet schwer zugänglich ist, kamen die Feuerwehrleute nur zu Fuß an die Brandnester. Bergwacht und Höhenrettung halfen beim Sichern. Löschwasser wurde unter anderem aus der Elbe über Schläuche in den brennenden Wald geleitetet.

Brand im Nationalpark Sächsische Schweiz
Auf unwegsamem Gelände kämpften die Feuerwehrleute gegen die Flammen. Bildrechte: Daniel Förster

Polizei ermittelt wegen fahrlässiger Brandstiftung

Bei der Suche nach der Ursache des Feuers haben Ermittler eine illegale Feuerstelle und Camping-Gegenstände entdeckt, die im Wald zurückgelassen worden waren. Nach einem Zeugenaufruf seien bei der Polizei einzelne Hinweise eingegangen, die geprüft würden, sagte ein Sprecher. Die Region unweit der Felsenbühne Rathen ist eigentlich für Besucher tabu, das Verlassen der Wege verboten. Übernachten und Zelten ist im Nationalpark ganzjährig untersagt. Einzige Ausnahme sind 58 gekennzeichnete Freiübernachtungsstellen, sogenannte Boofen, außerhalb der Kernzone. Aufgrund der trockenen Witterung ist das Betreten des Waldes einschließlich aller Waldwege allerdings bereits seit 20. Juli zwischen 21 Uhr und 6 Uhr verboten.

Polizei bittet um Hinweise Diese Gegenstände haben die Ermittler gefunden

In der Nähe des Ortes, an dem in der vergangenen Woche ein Feuer in der Sächsischen Schweiz ausgebrochen war, hat die Polizei Gegenstände von Wanderern gefunden.
Nahe des Ortes, an dem im Nationalpark Sächsische Schweiz ein Feuer ausgebrochen war, fand die Polizei eine verlassene, illegale Boofe. Bildrechte: Boofe Sächsische Schweiz
In der Nähe des Ortes, an dem in der vergangenen Woche ein Feuer in der Sächsischen Schweiz ausgebrochen war, hat die Polizei Gegenstände von Wanderern gefunden.
Nahe des Ortes, an dem im Nationalpark Sächsische Schweiz ein Feuer ausgebrochen war, fand die Polizei eine verlassene, illegale Boofe. Bildrechte: Boofe Sächsische Schweiz
In der Nähe des Ortes, an dem in der vergangenen Woche ein Feuer in der Sächsischen Schweiz ausgebrochen war, hat die Polizei Gegenstände von Wanderern gefunden.
Neben Klappstühlen und Isomatten haben die unbekannten Wanderer auch ihre Rucksäcke zurückgelassen. Bildrechte: Boofe Sächsische Schweiz
In der Nähe des Ortes, an dem in der vergangenen Woche ein Feuer in der Sächsischen Schweiz ausgebrochen war, hat die Polizei Gegenstände von Wanderern gefunden.
Zu den Fundstücken der Ermittler an der illegalen Boofe gehören auch zwei Ukulelen und ein Campingkocher. Das Übernachten im Freien ist im Nationalpark Sächsische Schweiz nur an 58 gekennzeichneten Stellen außerhalb der Kernzone erlaubt. Wegen der Trockenheit ist es seit Mitte Juli allerdings verboten, sich zwischen 21 bis 6 Uhr im Nationalpark aufzuhalten. Bildrechte: Boofe Sächsische Schweiz
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Quelle: MDR/sth/dpa

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 09.08.2018 | 17:00 Uhr in den Nachrichten

AKTUELLES AUS SACHSEN

Zuletzt aktualisiert: 09. August 2018, 21:37 Uhr

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11 Kommentare

11.08.2018 15:53 Querdenker 11

Wenn man den Nationalpark Sächsische Schweiz schützen will, dann legt man einen Löschwasserteich in unmittelbare Nähe an, der besonders großzügig bemessen ist, damit auch große Löschhubschrauber mit ihren großen Behältern den im Ernstfall benutzen können. Die Elbe hat bei Dürre dort durchschnittlich nur 80 cm Wassertiefe.

Der Löschwasser-Außenlastbehälter LAB 5000 hat 1.80 Meter Höhe. Der Löschwasserteich sollte demzufolge etwa 3 Meter tief sein und über ein entsprechend großes Fassungsvermögen verfügen (siehe hierzu auch „Anforderungen an Löschwasserentnahmestellen“). Der Wasserspiegel sinkt ja, wenn man Wasser entnimmt.

Wäre eine gute Investition in Hinblick auf den Klimawandel. Einrichtung eines Klimawandel-Fonds auf Bundesebene ist ggf. sinnvoll.

Bei Löschwasserreserven sollten Dürreperioden mit berücksichtigt werden. Ein ausgetrockneter Teich nützt nicht viel (siehe „ndr Hitze und Brände Wird das Löschwasser knapp?“).

11.08.2018 14:42 MuellerF 10

@3: Das man im Wald kein Feuer macht, sollte klar sein. In den regionalen Medien wurde auch über das Betretungsverbot abseits der Wege & außerhalb bestimmter Tageszeiten informiert. Was aber, wenn die Wanderer aus einer ganz anderen Region kamen? Ich weiß es natürlich nicht, bezweifle aber, dass flächendeckend kurzfristig überall entsprechende Hinweisschilder im Nationalpark aufgestellt wurden.

10.08.2018 14:53 Querdenker 9

Hätte man einen großen Löschhubschrauber mit Wärmebildkamera angefordert, dann wären nicht nur die Einsatzkräfte besser geschützt gewesen, sondern es wäre auch eine gute Übung für die Feuerwehr gewesen. Der Einsatz eines Löschhubschraubers muss etwas koordiniert werden. Außerdem muss sichergestellt werden, dass es eine Löschwasserentnahmestelle für die großen 5000 Liter Behälter gibt, wo mehrmals in der Stunde Wasser entnommen werden kann (siehe „wiki Löschwasser-Außenlastbehälter für Hubschrauber“). Die Wassertiefe muss dafür mindestens 2 Meter betragen. Die Elbe hatte *durchschnittlich* etwa 80 cm Wassertiefe durch die derzeitige Dürre an der Stelle gehabt. Kann man nachschauen im Internet nach Pegelständen. Und am Boden braucht es übrigens sogenannte Flughelfer. Die werden nicht etwa von dem angeforderten Bundeswehrhubschrauber gestellt, sondern da sollte es ein paar Feuerwehrleute mit entsprechender Zusatzausbildung geben.

Fazit Brandbekämpfung aus der Luft: Desaster

10.08.2018 13:57 Querdenker 8

Während beim Waldbrand in Schwarzenberg bei Kiefersfelden bis zu zehn Löschhubschrauber im Einsatz waren, ist man woanders vor allem damit beschäftigt Ausreden sich auszudenken, warum die Brandbekämpfung aus der Luft spät oder gar nicht zum Einsatz kam.

siehe „rosenheim24 Kiefersfelden: Waldbrand am Schwarzenberg zu Katastrophenfall erklärt - Großeinsatz“

Zitat: „Demnach sind am Abend zehn Löschhubschrauber im Einsatz gewesen, ...“

Diese Sparmaßnahmen des Bundeslandes Sachsen gehen zu Lasten der Einsatzkräfte. Die Brandbekämpfung aus der Luft dient auch dem Schutz der Feuerwehrleute.

Und das es in ganz Sachsen scheinbar nicht einen einzigen *großen* Löschhubschrauber gibt, sagt eigentlich alles. Sieht ja fast so aus, als wenn es vom Bundesland immer noch ein „Bienchen“ gibt, wenn man ohne Luftunterstützung auskommt. Vielleicht einen Orden einführen? Der wäre billiger als ein Löschhubschrauber.

10.08.2018 13:57 Querdenker 7

Zitat: „Die Fläche ist deutlich größer als vermutet.“

Ein Hubschrauber mit Wärmebildkamera hätte das Ausmaß des Brandes zeitnah nach Entdeckung des Brandes gut einschätzen können. Dadurch lassen sich auch Löscharbeiten besser planen und eventuelle Gefahren erkennen. Insbesondere auch in etwas unübersichtlicherem Gebiet.

10.08.2018 05:03 ein schon länger in Deutschland lebender 6

das Land hat sich kaputt gespart, aber warum?

es sind doch Mrd und aber Mrd da.

da müssen wir auf europäischer Ebene für eine Lösung sorgen, da muss die EU eben für Schläuche und Pumpen Fördermittel bereitstellen.

10.08.2018 01:47 DER Beobachter zum Querdenker etc. 5

Waren uns neul. mal insges. einig über Bedarf+Zweckmäßigk. Beschaffg. von entspr. Lufteinheiten für Wildnisbrände in D. Stehe weiterhin dazu, dass es trotz oder wegen unserer Gegebenh. zum Löschwasserbunk. in Sa. wenig zweckmäß. erscheint, "schwere" Einheiten hier per se zu stat. Im Falle jetzigen Brandes hätte es wohl wenig genutzt, solche Einheiten über die Elbe wassern zu lassen, dazu ist sie wohl zu ausgetrocknet, schmal, flach geworden. Dabei gabs ja in Sa. einschl. Sächs.Schweiz u. Einsätzen in DD in letzten Jahren schon wohl erfolgr. Einsätze der "kleinen" Polizeihubschr. mit "kleinen" Löschsäcken... M.W. sind sowohl Hubschr. der BPol. als auch sächs. Polizei zieml. ortsnah in DD-Klotzsche station. Entweder sind sie dort nicht mehr o. es hat sich nicht als zweckmäß. erwiesen, Brände in Extremsteilhanglage so zielführend zu löschen. Da dies defin. nicht letzter Großbrand in Sächs.Schweiz sein dürfte, hoffe ich auf zeitnahe prophyl. Auswertg. durch Pol., FFW und Parkverwaltg.

10.08.2018 00:45 DER Beobachter 4

Da ist aber jemand ziemlich schnell geflohen... Ich gestehe - vor so 25-35 Jahren habe ich auch gelegentlich mit Freunden wild gebooft. Aber wir kamen niemals auf die Idee, Klappstühle und ganze Wasserpacks mitzuschleppen, haben unseren Müll mitgenommen, und v.a. kamen wir schon damals nie auf die Schnapsidee, in (damals selteneren) trockenen Jahreszeiten zu rauchen und irgendwie offenes Feuer einschließlich Brenner zu machen. Wenn wir heute mit unseren Kindern unterwegs sind hier oder in anderen ausgetrockneten Gebieten, sammle ich regelmäßig selbst alten halbverdeckten Glasmüll auf... Ich empfehle den Boofern, sich bei der Polizei zu melden. Sei es, weil sie es zu verantworten haben, sei es, weil sie es nicht zu verantworten haben...

09.08.2018 21:22 Die kurze Seite der Sonnenallee 3

Ob das Löschwasser ausreicht, ist in dieser Frage meiner Meinung nach zweitrangig. Viel schlimmer finde ich, dass Wanderer so unvernünftig sind, bei der seit Wochen anhaltenden Dürre sich über die Verbote hinwegzusetzen und dort wild zu campen und wilde Grillstellen zu eröffnen. Der Ausrüstung nach zu urteilen scheinen die Leute doch ganz naturverbunden zu sein. Für deren Unachtsamkeit müssen wieder Feuerwehrleute herhalten. Der Brandeinsatz dort war nicht nur schwierig, sondern auch gefährlich. Meine Sympathie ist ganz klar bei den Feuerwehrleuten, die hier einen guten Job gemacht haben. Ehrenamtlich. Danke dafür.

09.08.2018 18:21 Querdenker 2

Brandbekämpfung aus der Luft - die Realität in Deutschland:

siehe „wdr Waldbrände Feuerwehr beklagt Bürokratie“

Zitat: „Bevor ein Hubschrauber der Bundeswehr tatsächlich am Brandort eintreffe, müsste die Anfrage erst vier Behörden und Ministerien passieren, klagt Torsten Schams vom Verband der Feuerwehren NRW.“

Das dauert dann meist sehr viele Stunden!

Dazu muss man wissen, dass es gerade wichtig ist, dass die Brandbekämpfung aus der Luft möglichst *zeitnah* bei der Entdeckung eines Großbrandes erfolgt. Es geht darum einen gefährlichen Kronenbrand zu verhindern (siehe „pnn Feuersturm wie ein Schnellzug“) und darum die Einsatzkräfte zu schützen, bis die Löschwasserleitung gelegt ist.

Die 4. Gewalt sollte sich mit dem Thema mal intensiver und tiefgründiger beschäftigen und sich nicht mit allgemeinen Floskeln abspeisen lassen.

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