Blick auf Gleise und doppelte Kreuzungsweichen
Bildrechte: Deutsche Bahn AG/Uwe Miethe

Auftakt in Pirna Bahn und Landesdirektion starten Bürgerdialoge zur Neubaustrecke Dresden-Prag

Die Bahnstrecke Dresden-Prag ist ausgelastet und es soll ein Neubau her. Unklar ist der zukünftige Streckenverlauf. In Pirna wurden am Dienstag bei einem Bürgerdialog zehn Varianten vorgestellt und diskutiert. Dabei kamen besonders die Volltunnelvarianten bei den Bürgern gut an. Die Landesdirektion verspricht, alle Varianten zu prüfen.

von Christof Stumptner

Blick auf Gleise und doppelte Kreuzungsweichen
Bildrechte: Deutsche Bahn AG/Uwe Miethe

Dresden - Prag ist ein Nadelöhr. Wer mit dem Zug von den deutschen Häfen an Nord- und Ostsee bis zu den südosteuropäischen Häfen fahren möchte, für den geht die schnellste Strecke über Dresden. Da hat es sich dann aber mit den hohen Geschwindigkeiten erstmal erledigt. Aktuell braucht ein Personenzug zwischen den Städten Dresden und Prag etwas über zwei Stunden, denn der Weg schlängelt sich durchs Elbtal.

Ein Ausbau dieser vorhandenen Strecke sei nicht möglich, sagt Kay Müller von der DB Netz AG: "Wir haben auf der einen Seite die Elbe, auf der anderen das Elbsandsteingebirge. Das heißt, die Strecke kann nicht ausgebaut werden. Wir brauchen eine hochwassersichere Alternative zum Elbtal und dafür brauchen wir einfach eine neue Strecke." Die Idee einer Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Dresden und Prag gibt es schon seit Jahren. In diesem Jahr will die DB Netz AG die ausgearbeiteten Varianten der Landesdirektion vorlegen.

Viele Fragen weiter offen

Weil es sich bei großen Infrastrukturprojekten bewährt hat, die Bevölkerung mit ins Boot zu holen, setzt die Landesdirektion auch bei diesem Projekt auf die Meinung der Bürger. Sprecher Ingolf Ulrich erklärte beim ersten Bürgerdialog am Dienstagabend in Pirna, dass man die Hinweise der Bevölkerung berücksichtigen werde. So sieht es auch die DB Netz AG.

Viele Anwohner befürchten Lärm und Dreck, erst durch Bauarbeiten, dann durch Zugverkehr; in Teilen des Erzgebirges könnte das die Lebensqualität mindern. Wirklich beruhigen konnten Landesdirektion und DB Netz AG die Bürger nicht. Schließlich ist noch völlig unklar, wo die Strecke überhaupt langführen wird.

Bürger für Volltunnelvariante

Vorschläge für den Verlauf der geplanten Bahnstrecke von Dresden nach Prag
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Zwei Varianten kristallisieren sich am Dienstagabend schließlich als Favorit aus der Bürgerschaft hervor. Beide waren von einer Bürgerinitiative ins Leben gerufen worden. Der Unterschied zu den übrigen Varianten ist, dass darin die gesamte Strecke von Heidenau bis zur Grenze unterirdisch verlaufen soll. Der Lärm wäre damit zumindest nach Inbetriebnahme der Strecke kein Problem mehr. Auch in anderen Varianten ist ein Tunnel mit bis zu 26 Kilometer vorgesehen, doch ein Teil würde oberirdisch verlaufen. Selbst wenn die Volltunnelvariante teurer werden könnte, sprechen sich die meisten Bürger dafür aus. "Das ist ein Jahrhundertprojekt, was da gebaut wird und in 100 Jahren fragt keiner mehr, ob wir da 200 Millionen mehr ausgeben haben", so eine der Wortmeldung aus der Bevölkerung.

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 10.04.2019 | 07:30 Uhr in den Nachrichten aus dem Regionalstudio Dresden

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Zuletzt aktualisiert: 11. April 2019, 10:18 Uhr

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1 Kommentar

10.04.2019 17:22 Anonym 1

Sehr geehrtes MDR-Team,

aufgrund der Geldverschwendung einer Volltunnelvariante stehe ich diesem Projekt skeptisch gegenüber. Auch steht wahrscheinlich das Kosten/Nutzenverhältnis in keinem Verhältnis. Es wäre von Vorteil, wenn eine Variante gewählt würde welche einen Einklang zwischen Mensch, Wirtschaft und Natur gewährleistet.

Viele Grüße Anonym

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