06.06.2020 | 15:09 Uhr Neue Dauerausstellung in Königstein erzählt von der "Faszination Festung"

Sich zu schützen ist ein menschliches Grundbedürfnis. Egal ob vor anderen Menschen, Unwettern oder wilden Tieren, der Mensch schuf in seiner Geschichte immer wieder sichere und feste Plätze. Dieser Entwicklung geht die neue Dauerausstellung auf der Festung Königsstein auf den Grund. Zu sehen sind mehr als 200 Objekte und Bilder zur Kulturgeschichte befestigter Orte, von der vorgeschichtlichen Zeit bis hin zur Gegenwart.

Blick in die neue Dauerausstellung "Faszination Festung" im "Neuen Zeughaus" auf der Festung Königstein
Verschiedene Waffensysteme stehen im Fokus der neuen Dauerausstellung. Bildrechte: Militärhistorisches Museum Dresden

Auf der Festung Königstein ist ab sofort eine neue Dauerausstellung mit dem Titel "Faszination Festung" zu sehen. Wie die Veranstalter mitteilten, sind mehr als 200 Objekte und Bilder rund um das Thema befestigte Orte und Festungen zu sehen. Im Zentrum stünden moderne und historische Angriffs- und Verteidigungswaffen. Die Ausstellung, die im neuen Zeughaus untergebracht ist, ist bis Oktober zugänglich.

Nicht nur Waffen zu sehen

Ein Rundgang durch die Schau zeigt jedoch nicht nur einen Abriss zur Kulturgeschichte befestigter Orte, sondern greift auch Themen auf, die weit über den klassischen Festungskrieg hinausgehen. Von Burgen als romantische Projektionsfläche und Rückzugsraum, über das wehrhafte Bürgertum auf der Stadtmauer oder den Barrikaden, bis hin zu gegenwärtigen Sicherheitsbedrohungen, erzählt die Ausstellung in zwölf Kapiteln vom menschlichen Bedürfnis sich schützen zu wollen.

Blick in die Ausstellung, rechts das Mantis Flugabwehrsystem - Aus der neuen Dauerausstellung "Faszination Festung" im "Neuen Zeughaus" auf der Festung Königstein
Das ausgestellte Mantis Flugabwehrsystem (rechts im Bild) kann kleinste Projektile binnen Sekunden und noch Kilometer vor dem Einschlag erkennen und zerstören. Das hier ausgestellte Exponat ist allerdings ein Nachbau. Bildrechte: Militärhistorisches Museum Dresden

Schutz als menschliches Grundbedürfnis

Sei es zum Schutz vor Feinden, Unwettern oder wilden Tieren, der Mensch schuf im Laufe der Jahrhunderte immer sicherere Plätze, um sich zu schützen. Andere Menschen wiederum erfanden Mittel und Weg,e solche Schutzbauten zu überwinden, zu durchbrechen, zu untergraben oder zu überfliegen. Neuartige Feuerwaffen erforderten immer stärkere Mauern. Festungen wie in Königstein entstanden. Doch mit dem Krieg in der Luft, wo keine Mauern errichtet werden konnten, veränderten sich auch die Anforderungen an befestigte Orte.

Neuen Dauerausstellung „Faszination Festung“ im „Neuen Zeughaus“ auf der Festung Königstein
So sieht die Hülle einer Wasserstoffbombe aus. Bildrechte: Militärhistorisches Museum Dresden

Kernwaffen, gegen die es nahezu keinen Schutz gibt und deren Einsatz unsere Welt in eine lebensfeindliche Zone verwandeln würde, stellen den vorläufigen Endpunkt dieser Entwicklung dar.

Organisiert durch die Bundeswehr

Die Ausstellung im Neuen Zeughaus in Königstein wurde vom Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden (MHMD) organisiert. Es ist damit die zweite Außenstelle des MHMD neben der auf dem dem Flugplatz Berlin-Gatow.

Armin Wagner, Direktor des Militärhistorischen Museums.
Bildrechte: dpa

Museumsdirektor Oberst Armin Wagner nannte die neue Ausstellung in Königstein eines der wichtigsten Projekte der vergangenen Jahre. Sie zeige die Erfindungsgabe des Menschen bei der Befriedigung seiner Schutzbedürftigkeit auf, zugleich aber auch das zerstörerische Potenzial, mit dem der Mensch immer wieder Mittel und Wege fand, solche Schutzmaßnahmen auszuhebeln.

Insofern verstehen wir die kulturhistorische Ausstellung auch als Möglichkeit zur kritischen Reflexion der gesellschaftspolitischen Debatte um Sicherheit, Schutz und Verteidigung und freuen uns, dass sie nunmehr einer breiten Öffentlichkeit zugänglich ist.

Oberst Armin Wagner Museumsdirektor MHMD

Festung Königstein Die Festung Königstein gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in Sachsen. Erstmals 1241 urkundlich als "lapide regis" erwähnt, war die mittelalterliche böhmische Königsburg später ein Kloster, Landesfestung, höfischer Festort, Kunstdepot und Gefängnis. Seit 1955 ist sie ein Museum und seit 2015 wird die Geschichte der Festung in einer Dauerausstellung präsentiert.

Quelle: MDR/kh

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSENSPIEGEL | 05.01.2020 | 19:00 Uhr

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