17.12.2019 | 10:56 Uhr Bahn legt Pläne für Erzgebirgstunnel auf den Tisch

Ein Eurocity-Zug der Tschechischen Bahn mit tschechischer Lok auf dem Weg von Prag nach Berlin
Zwischen Dresden und Prag fahren alle zwei Stunden Eurocity-Züge. Deren Fahrzeit kann sich mit der Neubaustrecke mehr als halbieren. Bildrechte: MDR/L. Müller

Für den Bau der geplanten Eisenbahn-Neubaustrecke mit Erzgebirgstunnel zwischen Dresden und Prag beginnt am Dienstag das Raumordnungsverfahren. Die Deutsche Bahn AG will die dafür notwendigen Unterlagen bei der Landesdirektion Sachsen einreichen. Zuvor hatte der Konzern am Montagabend in Pirna beim 3. Dialogforum zur Schnellfahrtstrecke die Vorschläge vorgestellt.

Von Dresden nach Prag sollen Schnellzüge einmal rund eine Stunde benötigen. Wie die neue Strecke außerhalb des Elbtals ungefähr verlaufen soll, darüber entscheidet das Raumordnungsverfahren. Die Deutsche Bahn will nach eigenen Angaben der Landesdirektion insgesamt sieben mögliche Trassenvorschläge unterbreiten, darunter drei Varianten, die in weiten Streckenteilen untertunnelt sind. Die Behörde soll dann bis Mitte nächsten Jahres eine Stellungnahme abgeben - ob eine oder mehrere Trassen hinsichtlich der Auswirkungen auf Mensch und Natur vertretbar sind. Ist das der Fall, geht die Planung weiter. Die Neubaustrecke soll auf etwa 40 Kilometer Länge zwischen Heidenau und Usti nad Labem (Aussig) verlaufen, auch durch einen 30 Kilometer langen Tunnel unter dem Erzgebirge hindurch.

Neun Kommunen direkt betroffen

Karte Schnellbahnstrecke Dresden-Prag mit Erzgebirgstunnel
Karte der Schnellbahnstrecke Dresden-Prag mit Erzgebirgstunnel Bildrechte: Sächsisches Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr

Die Unterlagen werden laut Landesdirektion in den Gemeinden Altenberg, Dresden, Heidenau, Pirna, Bad Gottleuba-Berggießhübel, Liebstadt, Dohna sowie in den Gemeinden Dohma und Bahretal im nächsten Jahr vom 6. Januar bis 28. Februar zur Begutachtung ausliegen. Ferner werden 98 Träger öffentlicher Belange, darunter Naturschützer und die Bürgerinitiative "Basistunnel nach Prag", angehört werden. Nach Prognosen von Planern werde der endgültige Verlauf in fünf Jahren feststehen, die Arbeiten für das Mammutprojekt voraussichtlich erst 2030 beginnen können.

Die Elbtaltrasse wird von Ferngüterzügen genutzt, die Waren von den Ost- und Nordseehäfen auf den Balkan und bis hin zu Adria-Häfen bringen. Ferner fahren die S-Bahnen nach Schöna, Regionalbahnen nach Děčín (Tetschen-Bodenbach) und internationale Fernzüge durch das Elbtal nach Prag, Budapest und ab Mai 2020 wieder bis Graz über Wien.

Quelle: MDR/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 16.12.2019 | 15:30 Uhr in den Regionalnachrichten aus Dresden

Zuletzt aktualisiert: 17. Dezember 2019, 10:11 Uhr

2 Kommentare

andreas1058 vor 5 Wochen

Diese Eisenbahntrasse wäre eine wichtige Ergänzung für die Altbaustrecke im Elbtal und sollte von Anfang an auch für den Güterverkehr genutzt werden. Es muss endlich in Sachsen und Deutschland der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden......notfals durch gesetzliche Regelungen, wie in der Schweiz

Monazit vor 5 Wochen

Der Tunnel wäre richtig und wichtig. Und das fast noch mehr für den Gütertransport, als für Fernzüge.

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