02.06.2020 | 12:25 Uhr | Update Brand in Sächsischer Schweiz an von Menschen unberührter Stelle

Feuerstelle in einer Felslandschaft der Sächsischen Schweiz
Montagabend wurde das Feuer in der Sächsischen Schweiz entdeckt. Bildrechte: Marko Förster

In der Sächsischen Schweiz ist unterhalb der Schrammsteinaussicht am Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Die Flammen haben sich auf ein 100 Quadratmeter großes Waldstück ausgedehnt. Die Rettungskräfte gehen davon aus, dass der Brand am späten Nachmittag gelöscht ist. Nach Angaben der Regionalleitstelle in Dresden-Übigau konnten die Löscharbeiten erst am Dienstagmorgen beginnen. Den Feuerwehrleuten war es in der Dunkelheit nicht möglich, gefahrlos zum Brandherd vorzudringen. Das Gelände ist dort unwegsam und felsig.

Es sind den Angaben zufolge die Feuerwehren der Stadt Bad Schandau und aus Ottendorf im Einsatz. Das Löschwasser wird in Tankfahrzeugen in die Nähe des Feuers gebracht und durch Schläuche zum Brandherd gepumpt. Laut Rettungsleitstelle hat vermutlich eine weggeworfene Zigarette den Brand im Nationalpark ausgelöst.

Langwieriger Schaden für die Natur

Ein Sprecher des Nationalparks hält diese Ursache ebenfalls für wahrscheinlich, da das Feuer direkt unter der beliebten Schrammstein-Aussicht ausgebrochen ist. Ähnliche Vorfälle kenne man von der Bastei. Die Sächsische Schweiz habe am Pfingstmontag das "maximalste Verkehrsaufkommen" zu verkraften gehabt, so der Sprecher. Entzündet hat sich eine meterdicke Schicht trockener Nadeln an einer Stelle, an die üblicherweise weder Wanderer noch Kletterer kämen. Die Natur benötige nach einem Feuer rund 20 bis 30 Jahre, um sich wieder zu erholen. Er betonte, dass in Deutschland in Wälder generelles Rauchverbot gilt.

Mitarbeiter des Nationalparks unterstützten die Erkundung des Brandherds und die Löscharbeiten, so der Sprecher der Nationalparkverwaltung.

Hinweis: Aufgrund missverständlicher Angaben der Behörden war in einer ersten Version berichtet worden, die Löscharbeiten seien am Montagabend unterbrochen worden. Richtig ist, die Löscharbeiten waren wegen einbrechender Dunkelheit gar nicht begonnen worden.

Auch im Harz hält Brand die Feuerwehr in Atem

Rauchschwaden ziehen bei Abenddämmerung über die Roßtrappe im Harz.
Weil das Feuer an einem Hang ausgebrochen war, gestalten sich die Löscharbeiten laut Feuerwehr schwierig. Der Kreisbrandmeister des Landkreises Harz, Kai-Uwe Lohse, schrieb bei Facebook, die Feuerwehr sei bei dem Brand in dieser Lage machtlos. Deshalb waren die Löscharbeiten in der Nacht zu Dienstag auch eingestellt worden. Bildrechte: Freiwillige Feuerwehr Thale

Quelle: MDR/as/lam

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | 02.06.2020 | 06:30 Uhr im Polizeireport aus Dresden

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