24.08.2019 | 14:52 Uhr Katastrophenschützer üben in der Sächsischen Schweiz

Im Fall einer Katastrophe müssen Einsatzkräfte, Helfer und Behörden reibungslos zusammenarbeiten. Die Abläufe müssen klappen, selbst dann, wenn die beteiligten Retter im Alltag nur wenig miteinander zu tun haben. Eine möglichst realitätsnahe Ausnahmesituation wird am Sonnabend in der Sächsischen Schweiz simuliert, mit fast 1.000 Einsatzkräften. Es ist die größte Katastrophenschutzübung, die es je in Sachsen gab. Es gibt zahlreiche Sperrungen und Einschränkungen.

Verschiedene Bereiche der Katatstrophzenschutzeinheiten bereiten eine große Übung am 24.8.2019 in Schöna in der Sächsischen Schweiz vor.
Einsatzkräfte verschiedener Abteilungen proben die Patientenversorgung im Katastrophenfall: Welche Opfer überleben das Unglück, wer kann in welches Krankenhaus? Pro Patient muss innerhalb einer Minute entschieden und dann gehandelt werden. Bildrechte: Daniel Förster

Was passiert bei der Landeskatastrophenschutzübung?

Das ist das Szenario am Sonnabend: Nach tagelangen Regenfällen verschüttet ein Erdrutsch im Elbtal Bahngleise. Ein Eurocity EC 117 in Richtung Prag fährt in die Geröllmassen und verunfallt. Passagiere sterben oder verletzen sich. Aus unwegsamen Gelände müssen schnell viele Verletzte gerettet und in Kliniken gebracht werden. Zügig sind die Toten zu bergen. 950 Rettungskräfte aus Sachsen und Tschechien sowie Helfer müssen bei der Übung zusammenarbeiten und sich abstimmen. 300 Freiwillige mimen dabei die verletzten Bahnpassagiere.

Einbezogen sind die Orte Struppen, Prossen (Hafen), Schmilka, Rathmannsdorf (Bahnhof), Wismutgelände Leupoldshain, Altendorf, Lichtenhain.

Die genaue Übersicht des Übungsgebietes finden Sie hier.

Wann beginnt die Großübung?

Ab Freitag werden Kräfte, die bei der Katastrophenschutzübung mitmachen, im Übungsgebiet ankommen. Der praktische Teil der Landeskatastrophenschutzübung ist am Sonnabend so geplant:

  • 12 Uhr Beginn der unmittelbaren Übungsvorbereitungen mit Präparation der Unfallstelle
  • 16 Uhr Übungsbeginn mit Sperrung der Bahnstrecke zwischen Krippen und der tschechischen Staatsgrenze
  • 17 Uhr Eisenbahnunfall, Auslösung des Notrufs
  • 23:30 Uhr Übungsende, die Bahnstrecke wird wieder für den Verkehr freigegeben.

Was müssen Anwohner beachten?

Grundsätzlich ist der Zugang des rechtselbischen Übungsgebietes für Anwohner und Besucher möglich. Aber: Auf einzelnen Wegen und und Flächen kann es zeitweise Sperrungen geben. Die sind ausgeschildert bzw. werden von Polizisten durchgesetzt. Anwohner, die links und rechts der Elbe zwischen Gelobtbachmühle und dem Prossener Hafen wohnen, sollten sich besonders über Einschränkungen informieren.

Der Kartenausschnitt zeigt das elbtal hinter pirna mit Ortschaften, die entlang des Flusses von Hrensko bis Pirna mit Einschränkungen wegen einer große Katatstrophenschutzübung vom 23. bis 25. August 2019 rechnen müssen.
In diesen Orten und Ortsteilen müssen Einwohner und Gäste mit Einschränkungen rechnen. Die genauen Details finden Sie unterhalb im Text. Bildrechte: MDR

Welche Wege und Straßen werden gesperrt?

  • Verkehrsbehinderungen für Privatautos gibt es rechtselbisch auf der B172 ab Sonnabend 15 Uhr zwischen der ehemaligen Grenzübergangsstelle Schmilka und Prossen.
  • Parkplätze sind im gesamten Übungsraum nur eingeschränkt verfügbar, weil dort Platz für die Einsatzkräfte, Behandlungs- und Betreuungsplätze eingerichtet werden müssen. Nicht nutzbar sind:
  • alle öffentlichen Parkplätze in der Ortslage Schmilka (ab Sonnabend 12 Uhr)
  • der Parkplatz an der Waldbadstraße in Reinhardtsdorf (ab Sonnabend 8 Uhr)
  • Flächen am ehemaligen Wismut-Busbahnhof im Gewerbegebiet Leupoldishain (ab Sonnabend 12 Uhr)
  • in Pirna der Elbeparkparkplatz Pirna-Copitz am Uferweg (Freitag 8 -19 Uhr und Sonntag 8 -19 Uhr)
  • Zufahrt zur Elbe von der Pratzschwitzer Straße in Pirna, östlich Netto-Mark (Freitag 8 -19 Uhr und Sonntag 8 -19 Uhr)
  • Parkplatz am DDR-Museum (Rottwerndofer Straße, ab Freitag 8 Uhr)
  • Die Elbe als Wasserstraße ist am Sonnabend zwischen 16 und 23 Uhr für private Wasserfahrzeuge gesperrt. Bereits ab 14 Uhr darf man von Prossen aus nicht mehr flussaufwärts in den gesperrten Abschnitt einfahren. Von Hřensko aus flussabwärts dürfen ab 13 Uhr keine Kleinfahrzeuge mehr die Elbe befahren.
  • Der Luftraum über dem Übungsgebiet ist für Drohnen und Flugmodelle jeglicher Art gesperrt.

Die Übungen, die in der Vergangenheit durchgeführt wurden, haben eher im Verborgenen stattgefunden. Das letzte Mal zum Beispiel im Sportforum Chemnitz. Dieses Mal ist anders, dass wir im offenen Gelände sind und das zu einer Zeit, wo eben auch damit zu rechnen ist, dass eine große Zahl von Wanderern und Touristen unterwegs ist.

Holm Felber Pressesprecher Landesdirektion Sachsen

Wie ist der Zugverkehr eingeschränkt?

  • Am Sonnabend fahren keine Fernzüge und S-Bahnzüge in der Zeit von 16:30 bis 24 Uhr. Die Bahnstrecke im Elbtal zwischen Krippen und dem Haltepunkt Schöna ist beidseitig voll gesperrt.
  • Die letzte S-Bahn fährt um 15:35 Uhr aus Schöna in Richtung Dresden ab. Danach endet und beginnt die S-Bahn am Haltepunkt Krippen. Busse fahren als Schienenersatzverkehr während der Sperrzeit ab Bad Schandau bis Schmilka Grenzübergang und in Gegenrichtung (ab Bahnhof Bad Schandau bis 19 Uhr im Halbstundentakt rechtselbisch, danach nur noch im Stundentakt).
  • Die Nationalparkbahnlinie U 28 (Rumburk – Sebnitz – Bad Schandau – Děčín) ist zwischen Děčín und Bad Schandau während der Übung unterbrochen. Es fahren Busse im Schienenersatzverkehr, aber zu geänderten Abfahrtszeiten.

Verschiedene Bereiche der Katatstrophzenschutzeinheiten bereiten eine große Übung am 24.8.2019 in Schöna in der Sächsischen Schweiz vor.
Die Landeskatastrophenschutzübung "Schöna 2019" gilt als die größte Übung bisher in Sachsen. Bildrechte: Daniel Förster

Was müssen Touristen, Wanderer und Radler beachten?

  • Der Elberadweg linkselbisch ist zwischen der S-Bahn-Station Schöna und der Brücke über den Krippenbach in Krippen am Sonnabend von 16 Uhr bis 24 Uhr komplett für alle Freizeitsportler und Wanderer gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert, führt aber aus dem Elbtal hinaus.
  • Wanderwege, die zum Elberadweg führen, vor allem zwischen Gelobtbachmühle (tschechische Grenze), Krippen und der Hirschgrundweg, können ab Sonnabendnachmittag nicht begangen werden.

Übersichts-Links mit Informationen

Quelle: MDR/kk/Innenministerium Sachsen/Landkreis Sächsische Schweiz

Dieses Thema im Programm bei MDR SACHSEN MDR SACHSEN - Der Sachsenspiegel | 24.08.2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. August 2019, 14:52 Uhr

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